schreckenberglauscht: tenThing und das partly peinliche Publikum

Nur ein kurzer Eintrag, eine kleine persönliche Anmerkung bevor ich mich (im Dezember hoffentlich öfter) meinen üblichen Blogthemen widme, als da sind das Leben als Autor, das Schreiben an sich, peinliche Geschlechtsgenossen, Kampfkunst, Politik, Whisky… whatsoever.

Heute Abend hatte ich die große Freude, mich in Gemeinschaft und auf Initiative der Holden Herrin in der Kölner Philharmonie von Tine Thing Helseth und tenThing auf die kommende Weihnachtszeit einstimmen zu lassen. Es war ein sehr, sehr schönes Konzert bewundernswerter Künstlerinnen, und das sage ich, der ich jetzt nicht an allervorderster Front der Freunde der Blechblasmusik stehe. Aber es ist einfach schön, Menschen, die ihre Kunst virtuos beherrschen und sichtlich Spaß an der kreativen Arbeit haben, dabei zuzuhören. Was ein schöner Abend. Tausend Dank an die Künstlerinnen! Thank you so very much, Tine and tenThing, for this beautiful evening.

Tja… und dann kommt der Schlussapplaus, ein langer, wohlverdienter Schlussapplaus und IN DIESEN SCHLUSSAPPLAUS HINEIN stehen die ersten auf und verlassen den Saal. Und ich rede hier nicht von ein paar wenigen, denen es vielleicht nicht gefallen hat oder die unbedingt in 10 Minuten ihren Zug nach Hause ins Ostwestfälische erwischen müssen, oder so. Ich rede von geschätzt 10 bis 20 Prozent des Publikums.

Was für eine Unsitte, was für eine Peinlichkeit, was für eine verdammte Respektlosigkeit den zehn Frauen gegenüber, die sich da unten zwei Stunden lang angestrengt und konzentriert haben (von Proben etc. rede ich jetzt mal gar nicht), um uns einen schönen Abend zu bereiten. Die Damen waren auch sichtbar konsterniert, als sie zur Zugabe noch einmal raus kamen und die Abwandernden sahen. Was soll das? Warum tut man sowas? Ist es so fucking wichtig, der Erste an der Garderobe oder im Parkhaus zu sein? Die Karten waren teuer. Und zurecht waren sie es. Aber warum kaufe ich mir so eine teure Karte, wenn ich dann die Leistung der Künstlerinnen nicht achte und ihnen nicht mal soviel Respekt entgegenbringe, dass ich bleibe bis sie den Abend beendet haben und ihr wohlverdienter Applaus zu Ende ist. Peinlich.


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Über Mountfright

Autor und Öffentlichkeitsarbeiter, Mann und Vater, Leser und Filmfreak. Kindheit in den 1970ern, weswegen mich bis heute seltsame Musik mit Ohrwürmern plagt. Aufgewachsen in den 80er Jahren, einem Jahrzehnt, das nicht halb so grau war, wie die anderen glauben. Erste Kurzgeschichte mit 13, erster echter Romanversuch (nach pubertären Ausfällen) mit 17, die nachfolgende Schreibblockade habe ich mir mit Songtexten für die Kölner Psychobillyband "Boozehounds" vertrieben. Danach ging es wieder: Erster lesenswerter Roman mit 26, seither nicht mehr aufgehört.
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