Das Museum Essentieller Artefakte – Nasenstups-Stab

Es gibt Wissen, ohne das man sehr gut leben kann – aber es ist einfach schöner, wenn man es hat. Zum Beispiel, was ein „Stupseur du Nez“ ist. Sarah lässt uns gottlob nicht im Dunkeln. 🙂

Der Guppy war's und nicht die Lerche

Ausstellungsstück 098:

Granatverzierter Nasenstups-stab

Seit der menschlichen Frühgeschichte ist bekannt, dass kaum eine Geste so zur zwischenmenschlichen Nähe und Verständigung beiträgt wie ein Stupser auf die Nase. Man tippt dabei sanft mit dem Zeigefinger auf die Nasenspitze des Gegenübers und begleitet das vorzugsweise noch mit einem kleinen Geräuscheffekt, beispielsweise „Bop!“ oder „Mieeep!“

In höheren Schichten galt es allerdings lange Zeit als als ordinär, das Nasenstupsen in der Öffentlichkeit selbst auszuführen. Um dennoch nicht darauf verzichten zu müssen, engagierten einige Adelige am Hof Maria Theresias professionelle Nasenstupser (sogenannteStupseur du nez), die sie auf Bälle und Empfänge begleitet und auf ihren Wink hin ihrer Angebeteten mit großem Gestus und perfekt einstudiertem „Mieeep!“ die Nase stupsten.

Gelegentlich verwendeten sie dazu – bei besonders breiten Bankettischen beispielsweise, oder um zusätzliche Sittlichkeit zu wahren – einen eignes dafür konstruierten Nasenstups-Stab. Das vorliegende Modell stammt vermutlich aus dem aus dem Jahre 1770 und ist…

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Über Mountfright

Autor und Öffentlichkeitsarbeiter, Mann und Vater, Leser und Filmfreak. Kindheit in den 1970ern, weswegen mich bis heute seltsame Musik mit Ohrwürmern plagt. Aufgewachsen in den 80er Jahren, einem Jahrzehnt, das nicht halb so grau war, wie die anderen glauben. Erste Kurzgeschichte mit 13, erster echter Romanversuch (nach pubertären Ausfällen) mit 17, die nachfolgende Schreibblockade habe ich mir mit Songtexten für die Kölner Psychobillyband "Boozehounds" vertrieben. Danach ging es wieder: Erster lesenswerter Roman mit 26, seither nicht mehr aufgehört.
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