schreckenberglauscht: Türchen Nr. 11 – meine Top Ten 2019

Wie Euch bestimmt aufgefallen ist, bearbeite ich hier kontinuierlich und berechenbar ein Thema von großem Interesse, um mir so in der entsprechenden Community einen Namen zu machen und maximale Reichweite zu erzielen. 😉 Deshalb will ich heute mal über Musik sprechen.

Ich nutze Spotify, gebe ich zu. Und ja, ich kaufe auch CDs. Die stehen aber Hauptsächlich in einem meiner Bücherregale (Lieblings CDs) oder in seit dem Umzug unausgepackten Kisten im Keller, da ich keinen CD-Player besitze.

Abb.1: Lieblings-CDs in einem meiner zahlreichen Bücherregale,
Abteilung Krimi / Geschichte / Kindheitserinnerungen.

Spotify also. Und wie das bei Spotify so ist, habe ich nicht nur meine eigenen Playlists, sondern bekomme auch immer wieder welche vorgeschlagen. Meisten sind die nicht besonders nützlich, meine Hörgewohnheiten scheinen den Algorithmus zu verwirren. Aber zum Ende des Jahres gibt es immer eine Playlist mit den 100 Stücken, die ich in den vorangegangenen 12 Monaten am häufigsten gehört habe. Und dass ich die mag, ist je irgendwie klar. Ich dachte, ich präsentiere Euch mal meine Top 10 mit ein paar Worten zu jedem Lied:

Platz 10 – Calexico, „Ballad of Cable Hogue“

Die Ballad of Cable Hogue (die übrigens nichts mit dem gleichnamigen Film zu tun hat) Ist seit fast zwei Jahrzehnten eines meiner Lieblingslieder und taucht sowohl auf den meisten meiner Schreibplaylists auf. Wo immer ihr in meinem Büchern bei den Danksagungen an die Musiker „Calexico“ lest, dieses Lied war dabei. Außerdem finde ich es entspannend, höre es also auch oft ohne zu arbeiten. Ich vermute, hätte ich Jahresplaylists, die bis 2000 zurückreichen, es wäre auf jeder einzelnen.

Platz 9 – David Coffin, „Roll the Old Chariot along“

Eine Version des Shantys, der auch als „A Drop of Nelson’s Blood“ bekannt ist. Ich habe mich ein wenig in ihn verliebt und ihn 2019 in vielen verschiedenen Versionen gehört. Das hat dazu geführt, dass Spotify dachte: „Oh, er mag Shanties!“ und mich mit dem Zeug zugeballert hat. Nein, nicht Shanties. EINEN Shanty (oder zwei, „What shall we do with a Drunken Sailor“ auch. Aber damit hat es sich.)

Platz 8 – Belle and Sebastian, „I want the World to stop“

Einer der wenigen wirklich guten Vorschläge des Algorithmus. Funktioniert für mich super als Schreibmusik.

Platz 7 – Steeleye Span, „Cam ye o’er frae France“

Ich weiß nicht mehr, wie ich DARAUF gekommen bin, eigentlich weit weg von allem, was ich gerne höre. Aber auch sehr gute Schreibmusik, hilft mir, den Zustand zu erreichen, den Stephen King die „Zone“ nennt – der Ort, wo wir unsere Geschichten jagen und erbeuten. Wenn Sarah und ich uns nach einem Plot-Skype voneinander verabschieden, sagt eine(r) von uns oft „Ich gehe in die Zone.“ Die Antwort ist: „Gute Jagd.“ 😀

Platz 6 – The Real Tuesdy Weld, „The Day before you came“

Ich sammle gute Coverversionen, und die hier gefällt mir besser als das Original von ABBA. Außerdem mag ich die kleine Geschichte, diesen völlig alltäglichen Tag (und den Humor, der da unterschwellig mitschwingt). Die Idee, dass jeder Tag der „Tag bevor…“ sein kann, dass jede alltägliche Handlung eine sein kann, die in der Nachbetrachtung, warum auch immer, eine große Bedeutung bekommt, weil sie einen Punkt in unserer persönlichen Geschichte markiert, gefällt mir. Danke dafür, Benny Andersson und Björn Ulvaeus.

Platz 5 – Ramin Djawadi, „Paint it Black“

Da wir gerade von guten Covern sprechen… Und ein Cover von „Paint it Black“ hat es bei mir echt nicht leicht. Das Original ist mein Lieblingslied von den Rollings Stones, und das will etwas heißen. Aber Djawadis Version ist sehr gut, gehört zum Soundtrack einer wirklich empfehlenswerten Serie und eignet sich selbst sehr gut als Schreibmusik. Kein Wunder, dass ich es so oft gehört habe.

Platz 4 – They might be Giants, „Istanbul (not Constantinopel)“

Noch ein Coversong. Auch er besser als das Original und im Soundtrack einer gelungenen Serie, wo er eine hinreißende Kampfszene unterlegt. Da ich in diesem Jahr aufgrund einer Verletzung kaum Eskrima trainieren konnte, betreibe ich zu Hause viel Schattenboxen. Das Lied hilft sehr dabei.

Platz 3 – Placebo, „Every you Every me“

Wieso kannte ich dieses Lied vorher nicht? Ich liebe es und möchte mit ihm glücklich werden.

Platz 2 – ABAY, „The Boat“

Ich habe ABAY in diesem Jahr eher zufällig gefunden, auf der Suche nach interessanten Konzerten. Das Konzert ist ausgefallen, die Musik ist geblieben. Am besten gefällt mir dieses Lied, das auch in vielen Schreibplaylists gelandet ist.

Platz 1 – Sarah Blasko, „Spanish Ladies“

Und nochmal ein Lied aus dem Soundtrack einer guten Serie. Hätte ich raten müssen, welches Lied ich 2019 am meisten gehört habe, ich wäre nicht auf dieses gekommen. Aber im Nachhinein ist es sehr logisch: Ich mag die ruhige Art, auf die Sarah Blasko dieses Traditional mit seiner melancholischen, romantischen Geschichte erzählt. Es hat es auf einige Schreibplaylists geschafft und ich höre es auch gerne zur Nacht. Ich mag es sehr.

Aber wo, höre ich Euch verwirrt Fragen, sind denn die drei Großen C, Cave, Cash und Cohen? Keine Sorge, alle dabei, aber eben nicht unter den Top 10. Das lag an den Dingen, die ich dieses Jahr geschrieben habe – Schreibplaylists sind eine komplizierte Wissenschaft. 😉

Über Mountfright

Autor und Öffentlichkeitsarbeiter, Mann und Vater, Leser und Filmfreak. Kindheit in den 1970ern, weswegen mich bis heute seltsame Musik mit Ohrwürmern plagt. Aufgewachsen in den 80er Jahren, einem Jahrzehnt, das nicht halb so grau war, wie die anderen glauben. Erste Kurzgeschichte mit 13, erster echter Romanversuch (nach pubertären Ausfällen) mit 17, die nachfolgende Schreibblockade habe ich mir mit Songtexten für die Kölner Psychobillyband "Boozehounds" vertrieben. Danach ging es wieder: Erster lesenswerter Roman mit 26, seither nicht mehr aufgehört.
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