Wien Ticket und Breitbart

Wie heißt es so schön bei Spaceballs? „Evil will always triumph. Because good is dumb.“

Weil wir nicht alle Naziseiten sperren können sperren wir einfach auch die nicht, die wir sperren könnten. Denn kleine Lösungen sind für kleine Geister. Große Salonlinke wie wir wollen die perfekte Lösung – und sonst nichts. Ist ja nicht so, dass das in der Geschichte schon tausendmal schief gegangen wäre.

Der Guppy war's und nicht die Lerche

Grad ein Telefonat mit dem Kundendienst von Wien Ticket geführt, die mir erklärt haben, warum sie zwar intern darüber nachgedacht haben, Breitbart News zu blacklisten – aber es nicht tun werden. Weil nämlich, es gibt so viele rechtsextreme Seiten, da greift es viel zu kurz und bringt nix, wenn man mit einer anfängt. Also… lieber gar nix machen, das sei ’nicht ihr business‘.

Auf Deutsch: „Wir können eh nicht alle Nazis der Welt besiegen, also verweigern wir die kleinste Geste.*“


*die, möchte ich hinzufügen, ein paar Minuten dauern und nichts kosten würde

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schreckenberglebt: Es muss sein! – und mehr.

Ich hatte mir ja vorgenommen, dieses Jahr jede Woche mindestens einmal zu bloggen – nun sind zwei Wochen seit meinem letzten Blogbeitrag vergangen. Aber zwischendurch ist viel passiert : Ich war in Wien, Linz und Aschach, habe mit Sarah für unser Drehbuch recherchiert und geplottet, wir haben die Aufführung unserer gemeinsamen Kurzgeschichte im Brucknerhaus gesehen, habe mir den vielleicht spannendsten Superbowl der letzten Jahre angesehen, Verträge unteschrieben, Lesungen abgemacht, Material für weitere Projekte gesichtet… das waren wirklich zwei sehr ereignis- und arbeitsreiche Wochen. Im Detail:

Drehbuch:

Der Vertrag liegt hier, fast neben mir, bereit zur Unterschrift, wir müssen ihn nur nochmal gegenchecken. Aber ich gehe davon aus, dass ich ihn unterschreiben und abschicken werde und dann – tja, dann bin ich Schriftsteller UND Drehbuchautor. Was mir wichtig ist, nicht nur, weil die Branche, seien wir ehrlich, ziemlich gut bezahlt. Ich liebe Filme und Serien (das wird ein Seriendrehbuch) sind im Moment die Erzählform, die sich am spannendsten entwickelt. Okay, ich schreibe nicht für The OA, Stranger Things, Dr. Who oder Janus, aber… es ist ein wichtiger erster Schritt und ich bin froh, dass ich ihn machen kann. Doppelt froh, ihn mit Sarah zu machen, meiner besten Freundin, die sehr viel mehr Erfahrung damit hat als ich. Wir kennen uns sehr gut, wir vertrauen uns – und dass wir gut zusammenarbeiten können haben wir bereits festgestellt, nämlich bei…

Es muss sein!

Erzählt habe ich ja schon vorletzte Woche von unserem gemeinsamen Projekt, heute vor einer Woche wurde es im großen Rahmen aufgeführt. Es war eine gekürzte Version, wir hätten vielleicht anders gekürzt, aber das war nicht schlimm. Und mannomann, kann Christian Brückner lesen. Ich meine… das ist jetzt nicht wirklich neu, aber… der Mann kann lesen. Ich halte mich auch für einen recht guten Leser, aber das ist dann doch einige Klassen besser. Großer Genuss.

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Sarah, yours truly und Claudia (v.l.) lauschen, während Christian Brückner „Es muss sein!“ liest. Es hat was, dabei zu sein, wenn die eigene Geschichte zum Leben erwacht. (Screenshot aus einem Beitrag von BTV Öberösterreich.)

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Sarah und ich beim Interview. Laut Sarahs Mutter habe ich „was G’scheit’s“ gesagt. Eigentlich haben wir beide viel mehr gesagt, aber die Sendezeit… irgendwo muss man immer schneiden. 😀 (Screenshot aus dem selben Beitrag.)

Sarah und ich planen, die Geschichte bald auch in lesbarer Form herauszugeben, überlegen nur noch, wie genau. Wenn wir es wissen sage ich sofort Bescheid.

Ein Oberösterreichischer Lokalsender hat über die Aufführung berichtet, den Beitrag findet Ihr hier.

Superbowl

Während des ganzen Wochenendes genossen Claudia und ich die große Gastfreundschaft der Familie Wassermair. Danke. 🙂 Regelmäßigen Lesern dieses Blogs dürfte bekannt sein, dass ich – seit mein Sohn Football spielt – zu einem großen Fan des American Football geworden bin. So sah ich also am Sonntagabend im Hause Wassermair den Höhepunkt der American Football Saison, das Spiel um den Superbowl 2017. Was das für ein Drama war ist anderswo oft genug berichtet. Vor allem aber – das Drama dauerte lang. Zuerst verließ Claudia uns, dann Sarahs Vater. Sarah hielt bis zur Halftime mit mir aus, danach war ich alleine mit Boomer, einem der beiden riesigen, überaus liebenswerten wassermaierschen Mainecoons.

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Aber auch er verließ mich in Richtung Traumland…

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…also habe ich das Ende dieses denkwürdigen Spieles alleine gesehen. Und mich wieder einmal bestätigt gesehen: Was für ein großartiger Sport.

Kurzgeschichten, Lesungen und mehr…

Noch in Wien haben mich das Material für ein weiteres (noch) geheimes Projekt sowie Anfragen für zwei Kurzgeschichten und eine Lesung erreicht. Bei den Kurzgeschichten handelt es sich um Beiträge für die nächste oberbergische Anthologie aus dem JUHRVerlag und eine Gruselanthologie aus dem Gardez!Verlag. Ich habe beide zugesagt, und sage Euch bezeiten Bescheid, wenn es mehr dazu gibt.

Das selbe gilt für die Lesungen – eine Whiskylesung Ende März in Remscheid und eine zweite Trashlesung im Rahmen von LevLiest.

Dann gibt es, wie gesagt, noch zwei Dinge über die ich noch nicht reden kann weil sie noch nicht spruchreif sind. Zu einem davon habe ich am kommenden Mittwoch eine Besprechung.

So… das waren also die Gründe für meine Funkstille seit Feburarbeginn. Zwei sehr ereignisreiche, schöne, spannende Wochen. No rest for the wicked. 😉

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schreckenbergschreibt: Es muss sein!

2015 habe ich meinen Blog sehr vernachlässigt, weswegen es tatsächlich nur einen Eintrag über Sarahs und meine erste (offizielle) Zusammenarbeit gibt: Die musikalische Erzählung „Es muss sein!“ Der Einfachheit halber zitiere ich mich mal eben selbst:

“ Ende April ((2015)) fragte Sarah mich, ob wir nicht einmal etwas zusammen schreiben sollten, sie hätte da eine Anfrage, die gut zu uns als Team passen würde. Wie sich herausstellte handelte es sich um ein Auftragswerk für eine Oberösterreichische Blaskapelle, die zur Lesung mit Musik eine Kurzgeschichte über den Oberösterreichischen Bauernkrieg von 1626 suchte. (…) Die Zusammenarbeit klappte, wie erhofft, hervorragend (…) Herausgekommen ist eine Geschichte mit Namen „Es muss sein“, auf die wir beide ziemlich stolz sind. (…)

Was mir NICHT klar war war, dass ich (von Schützenfesten und ähnlichen… Dingen geprägt) leicht unterschätzte, WAS die Marktmusik Haag für eine Blaskapelle ist und welche regionale Bedeutung die dort haben. Denn…

Als unsere Geschichte am 12. Dezember dieses Jahres in Haag am Hausruck uraufgeführt wurde, da waren meine Co-Autorin und ich nicht dabei. (…) So habe ich verpasst, wie Christian Brückner unsere Geschichte vorlas und damit (so die Berichte von Zuschauern) das Publikum zu Tränen rührte und stehende Ovationen erhielt. Nun – der Mann liest eben großartig. 🙂“

Warum berichte ich hier von vergangenen Heldentaten? Nun, morgen Abend fliege ich nach Wien*, um mich für ein paar Tage mit meiner besten Freundin in Klausur zu begeben und eine neue, größere gemeinsame Arbeit zu beginnen. Wir haben uns lange darum bemüht, jetzt endlich ist es soweit, Verträge werden ausgefertigt, der Stein rollt. Und es ist irgendwie passend, dass wir im Rahmen dieses Besuches einen Ausflug nach Linz** machen, weil das Brucknerhaus unsere Geschichte erneut aufführt. Diesmal sind wir eingeladen, Ehrenkarten für die Holde Herrin***, Sarah und mich (ich hatte noch NIE Ehrenkarten für irgendwas und versuche immer noch, mich nicht allzu wichtig zu nehmen 😀 ). Und ich freue mich wie Bolle darauf.

Ich bin nicht gewohnt, im Team zu arbeiten. Ich bin ein Einzelkämpfer, literarisch. Umso schöner ist es, eine Partnerin in Crime zu haben, die mich so gut versteht und mit der ich mich so gut verstehe, dass ich meinen Stolz und meine Eitelkeit und meine Unsicherheit vergesse, die Reise in eine Geschichte, in „die Zone“, zusammen antreten kann und dort einen gemeinsamen Raum finde. Danke, Beste.

Für Euch, wenn Ihr Lust habt und es Euch nach Linz zieht: Es gibt noch Karten, soviel ich weiß. 🙂

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* Ja, ich bin ein paar Tage nicht zu Hause. Ich lebe aber nicht alleine. Falls Ihr professionelle Einbrecher seid und dennoch eine Chance wittert, lasst es. Zwei Gründe:

1.) Als ich noch in der PR-Agentur arbeitete, vor Jahren, gab es mal einen Einbruch in unsere Büros. Meins war das einzige, in dem die Diebe nicht waren. Die gängigste und plausibelste Theorie dazu war, dass sie rein geschaut und gedacht haben, sie hätten es schon verwüstet.
2.) Es lohnt nicht. Meinen Laptop nehme ich mit. Ansonsten… wir haben nichtmal eine Kaffeemaschine. Spart Euch die Mühe.

** Richtig, auch Sarahs Wohnung wird dann verwaist sein. Sie weist gerne darauf hin, dass es da aber nichts Klauenswertes gibt, abgesehen von ihrem Aquarium. Das besteht aus schwerem Glas und faßt 600 Liter Wasser oder so. Viel Spaß.

*** Ja, ebenfalls richtig, auch Claudia (aka Die Holde Herrin) wird ein paar Tage nicht zu Hause sein. Wenn ihr aber das Glück habt, nicht auf unsere nicht mehr besonders kindlichen Kinder zu treffen (zwei Kampfsportlerinnen und ein American-Footballspieler),  dann gilt immer noch *.

 

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schreckenberglebt: Mythos Waffenabwehr

Eigentlich sollte ich gerade ein kleines Firmenportrait schreiben…

Und wenn ich schon blogge, dann sollte ich eigentlich besser über das Treffen der Jury für den Friedrich-Glauser-Preis (Sparte Debut) am vergangenen Samstag schreiben. Oder über mein Kyusho-Jitsu Seminar am Sonntag. Oder wie verdammt MÜDE ich nach diesem Wochenende war. 😀 Oder über die heutige Telefonkonferenz mit Produktion, Redaktion und Headautor, in der es um mein erstes Seriendrehbuch ging, das ich zusammen mit Sarah schreiben werde. Oder über das Thema, über das ich schon seit Anfang Dezember schreiben will, nämlich die Geringschätzung künstlerischer Berufe durch Leute, die sich einfach nicht vorstellen können, dass das Arbeit ist, was wir hier machen. Ernsthafte Arbeit. Eigentlich…

Kommt alles, wirklich, aber ich habe mir ein wenig Muße gegönnt und getan, was Kampfsportler gerne mal tun, wenn sie abschalten wollen: Ich habe mir Kampfkunstvideos auf Youtube angesehen. Ja… Hätte ich mal besser gelassen. Denn das Thema, das ich mir vorgenommen hatte, war Waffenabwehr. Aua…

Ich werde die entsprechenden Videos hier nicht verlinken, obwohl sie teilweise regelrecht lustig sind, aber ich gebe einfach mal ein paar allgemeine Tipps:

1.) Messerabwehr bedeutet: Messer abwehren. Nicht: Fancy Wurf- und Hebeltechnik vorführen, ohne das Messer weiter zu beachten.

2.) In den allerseltensten Fällen sind die Angreifer Roboter.

3.) Ebenso selten verfällt der Angreifer in Schockstarre, wenn er nicht trifft.

4.) Erklärend zu 2.) und 3.) – meistens befindet sich das Messer am Ende des Armes eines entschlossenen Menschen und bewegt sich sehr, sehr schnell.

5.) Die meisten Angreifer verfügen über zwei Arme / Hände. Das Messer befindet sich in der einen, die andere ist in der Regel aber nicht gelähmt.

6.) Wer sich in einen Messerkampf begibt sollte damit rechnen, geschnitten zu werden.

7.) Unter dieser Voraussetzung ist es unklug, dem Angreifer Hals, Oberkörper oder Arminnenseiten als Spielfläche anzubieten.

8.) Niemals, niemals, niemals, niemals werfe man sich freiwillig vor dem Gegner auf den Boden. Niemals.

9.) Pistolenabwehr: Der Gegner muss nur den Finger krümmen. Mehr Zeit habe ich nicht. (Und er muss recht dämlich sein, wenn er sich mit einer Distanzwaffe in Reichweite meiner Arme und Beine stellt. Auch wenn das im Fernsehen alle so machen.)

In einem anderen Zusammenhang habe ich hier schon einmal erwähnt, dass ich viele Jahre lang Selbstverteidigung für Frauen unterrichtet habe. In diesen Kursen haben wir niemals Waffenabwehr unterrichtet, weil es schlicht nicht möglich ist, jemandem in so kurzer Zeit beizubringen, wie man sich effektiv gegen einen bewaffneten Gegner zur Wehr setzt. Das ist zwar blöd und unbefriedigend, aber leider eine Tatsache. Wenn Ihr lernen wollt, wie man sich gegen einen bewaffneten Gegner verteidigen kann, dann braucht ihr jahrelanges Training und eingedrillte (also unwillkürliche) Muster. Das ist einer der Gründe, aus denen ich Eskrima lerne. Wenn Ihr Euch mit dem Gedanken tragt, eine Kunst zu erlernen, in der es (auch) um Waffenabwehr geht, tut Euch den Gefallen und denkt über die 9 Punkte oben nach. Und überprüft das, was man Euch beibringt, hier und da mit einem alten, weißen T-Shirt (Verteidiger) und einem dicken Filzstift als Messer (Angreifer).

Und sucht nicht naiv im Internet nach Videos zum Thema. Das kann Euch den Abend verderben… 😉

 

 

 

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schreckenbergschreibt: Soooo viele Türen…

Ein gutes neues Jahr 2017 Euch allen. 🙂

Einer meiner Vorsätze für 2017 ist, möglichst mindestens einmal pro Woche zu bloggen. Jaaaaa… gut, in 51 von 52 Fällen könnte das noch klappen.

Mein letzter Blogpost hier war zur Wahl von Donald Trump. Danach war ich tatsächlich gelähmt, schreibtechnisch, aber nicht dieser Wahl wegen, sondern vor allem wegen des Todes von Leonard Cohen. 2016 sind viele große Künstler gegangen, ich nenne nur David Bowie, Alan Rickman und Muhammad Ali (ja, auch er ein Künstler). Aber wer diesen Blog ein wenig verfolgt weiß, was Leonard Cohen mir bedeutet hat. Im Oktober noch habe ich sein letztes Album „You want it darker“ bekommen und wollte hier eigentlich darüber schreiben, wie sehr es nach Abschied klingt und wie sehr ich hoffe, dass es das noch nicht ist. Aber… nun, es ist ein großer Abschied. Danke. Und die Musik, die Poesie bleibt.

Diese Lähmung verhinderte, dass ich mich öffentlich über meine Österreichischen Freundinnen und Freunde und ihren erfolgreichen Einsatz für Alexander van der Bellen gefreut habe, was ich hiermit nachhole. Danke, speziell Sarah, für Deine Wahl-Verbal-Kästen, fürs Süßigkeiten(„Zuckerl“)verteilen, für den Kampf. Danke, kleines Österreich, dass Du Europa gezeigt hast, dass und wie es geht.

Sie verhinderte auch, dass ich Euch wie üblich einen kleinen Adventskalender bzw. die 12 Days of Christmas geschrieben habe. Ich gelobe Besserung in diesem Jahr.

Und zum Jahreswechsel schreibe ich oft über den Raum mit den vielen Türen, den ich nun betrete. Durch manche werde ich gehen, durch andere nicht, manche sind offen, einladend, andere verschlossen, wenn ich da durch will, dann muss ich erst den Schlüssel finden. Dass ich das dieses Jahr erst so spät tue hat allerdings einen Grund -Frank Weiffen, ein befreundeter Journalist, hat über die Pläne der Leverkusener Autoren für das kommende Jahr geschrieben und ich habe ihm versprochen, über meine Pläne erst zu bloggen, wenn der Artikel raus ist, damit es nicht aussieht, als habe er meinen Blog abgeschrieben. Heute ist er erschienen, also ist die selbstauferlegte Sperrfrist beendet. 🙂

Wie in Frank Weiffens Artikel beschrieben – es ist etwas schwer für mich zu sagen, was in diesem Jahr auf mich zu kommt. Drei Dinge jedenfalls scheinen sicher:

1.) Am 05. Februar führt das Brucknerhaus in Linz Sarahs und meine Kurzgeschichte „Es muss sein“ auf. Vortragender ist wieder der große Christian Brückner. Im Gegensatz zur Uraufführung 2015 in Haag am Hausruck werde ich diesmal dabei sein und freue mich sehr darauf. Mehr dazu (und Karten) findet Ihr hier. Sehen wir uns womöglich dort?

2.) Ebenfalls in Kooperation mit Sarah Wassermair werde ich dieses Jahr wohl mein erstes verfilmtes Drehbuch schreiben. Wir haben für eine ZDF-Serie gepitched und es sieht alles danach aus, dass unser Pitch angenommen ist. Näheres dazu, wenn ich ganz sicher bin. 😉

3.) Ich bin in diesem Jahr in der Jury für den Friedrich-Glauser-Preis in der Sparte Debut. Den Preis verleihen wir auf der CRIMINALE in Graz, auch hierrauf freue ich mich. Ich darf noch nicht zu viel über den Stand der Dinge sagen, aber soviel schon: Wir haben aus den ca. 90 Einsendungen der Verlage sehr gute TOP 10 gefunden, über die wir am kommenden Samstag bei unserem Jurytreffen diskutieren und entscheiden werden. Seid gespannt, ich bin es auch. 😀

Tja, und sonst? Ich bin in allererster Linie ja immer noch Roman- bzw. Prosaautor, was wird da kommen?

Ganz ehrlich? Ich weiß es nicht. Ich habe, was die Romane angeht, drei Eisen im Feuer, ich führe Gespräche, schreibe Mails, alles vielversprechend, nichts Genaues. Wird eines dieser Projekte konkret, werde ich die anderen hintanstellen, aber welches das sein wird? Und wann? Ich weiß es nicht. Sicher sagen kann ich Euch aber: Bei allem Spaß an der dramatischen Form (neben den Drehbüchern schreibe ich auch Serienkonzepte und ein Theaterstück) vergesse ich meine Romane und Romanideen, meine Geschichtenwelten nie. Es sind meine Welten, und sie verlangen, dass ich zurückkehre.

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schreckenberglebt: Wir Versager

Ja, ein weiterer Blogbeitrag, angeregt von „Trump hat die Präsidentschaftswahl gewonnen“. Aber ich will mich gar nicht lange mit Amerika, bzw. den USA, beschäftigen, vor allem will ich nicht in dieses Horn von „die doofen Amis, wie konnten sie nur“ tuten. Populismus, Rechtspopulismus vor allem, ist kein amerikanisches Phänomen und kein neues. Und ebensowenig amerikanisch oder neu ist die Unterschätzung, die Fehleinschätzung, die Überheblichkeit, mit der wir, die wir doch auf der richtigen Seite stehen, auf alle, die den Populisten folgen (wie zögerlich auch immer) herabsehen. Wir sind doch klüger, sind gebildeter, weltoffener… und wollen das, was geschieht nicht wahrhaben.

„Den Mann gibt es gar nicht, er ist nur der Lärm, den er verursacht.“ Kurt Tucholsky über Adolf Hitler, 1931.

„Wir haben uns Herrn Hitler engagiert.“ Franz von Papen über Adolf Hitler, 1933.

Der Unterschied in den politischen Ansichten zwischen Tucholsky und Papen kann größer kaum sein. Dennoch – beide wollen sie das, was da droht bzw. womit sie es unmittelbar zu tun haben nicht wahrhaben.

Und heute? Der Rechtspopulismus ist Realität, ebenso wie sein wachsender Einfluss. Aber wenn ich mich unter meinen Freunden, die, wie ich, diese Entwicklung mit Sorge sehen – und seit gestern Nacht teilweise mit wirklicher Angst – umhöre, woran das liegt, dann höre ich ständig: „Weil Menschen halt so sind. Weil Menschen dumm sind.“ Und ich gebe zu, ich denke selbst allzuoft so. Und deshalb sind wir, die wir glauben, die Guten zu sein, gerade dabei zu versagen.

Wir versagen.

Weil wir uns nicht dafür interessieren, warum so viele Menschen Trump, Le Pen, FPÖ, AfD und wie sie alle heißen, nicht nur wählen, sondern auch unterstützen. Zu leicht geht uns von den Lippen, dass die alle dumm, dumpf, brutal, primitiv, emphatiefrei etc. sind. Die Hälfte der US-Amerikaner, die Hälfte der Österreicher, ein Viertel aller Sachsen – eben blöder als ich? Nicht auf meinem Niveau, einfach intelligenzbefreit? Ich wage, das zu bezweifeln.

Natürlich gibt es die Bösen. Und es sind viel mehr als wir glauben. Die, denen wirklich scheißegal ist, wieviele Menschen im Mittelmeer ertrinken und denen beim Anblick eines toten Flüchtlingskindes nur menschenverachtender Dreck einfällt. Die glauben, durch Geburtsland, Hautfarbe, sexueller Orientierung oder Geschlecht das Recht zu haben, andere zu entmenschlichen und zu entwürdigen. Oder die Dummen, die wirklich glauben, sexualisierte Gewalt gebe es erst seit Neujahr 2016, Klimawandel sei eine Erfindung irgendwelcher chemtrailssprühender Verschwörer und es ginge uns allen besser, wenn innerhalb der historisch zufälligen deutschen Grenzen nur Menschen leben würden, die rein deutscher Abstammung sind (also, genaugenommen, niemand). Die gilt es zu bekämpfen, kompromisslos, ohne jeden Versuch zu verstehen. Wer es für besser hält, Menschen ertrinken zu lassen oder sie zurück zu Krieg und Folter zu schicken, der tötet indirekt, um nur eine Ecke, und ist damit nicht besser als derjenige, der direkt tötet, indem er Leute anderer Hautfarbe tot schlägt oder sich in einer Menschenmenge in die Luft sprengt, damit Allah… irgendwas tut. Kein Kompromiss mit diesen Menschendarstellern, kein Verständnis, kein Gespräch. No pasaran!

Aber die paar wirklich Bösen und Dummen taugen nicht zur Massenbewegung. Dazu braucht es mehr. Das war übrigens in den 1930er Jahren in Deutschland nicht anders. Aber ein Populist versteht es eben, nicht nur die Bösen und Dummen um sich zu scharen, sondern auch die, die Angst haben, berechtigt oder nicht.

Ist die Angst vor der Islamisierung Deutschlands lächerlich? Sicher ist sie das. Aber eben weil sie das ist versucht niemand, diese Angst anzugehen, sie denen, die sie haben, zu nehmen. Stattdessen wird sie instrumentalisiert und diejenigen, die darunter leiden verlacht und verachtet. Nur die Populisten verachten nicht – oder nicht offen. Sie hören zu, sie versprechen Hilfe oder zumindest den Versuch zu helfen. Als jemand, der selbst viele lächerliche Ängste hat (nur keine politischen) weiß ich, wie toxisch Verachtung, wie tröstlich Zuwendung ist.

Ist die Angst vor dem gesellschaftlichen und sozialen Abstieg lächerlich? Nein, ist sie nicht. Nur ist es irgendwie aus der Mode gekommen, das offen anzusprechen und unser wirtschaftliches System in Frage zu stellen. Aber wenn die konstruktiven Kräfte ein Thema nicht mehr angehen möchten, dann überlassen sie es den Destruktiven – den Populisten.

Wir haben versagt, wir haben dauernd versagt. Als, nach dem Ende des Kalten Krieges, plötzlich der Individualismus zur beherrschenden Ideologie wurden, dieses verfluchte „wenn jeder an sich denkt ist an alle gedacht“, dieser egoistische Hedonismus, der alles Soziale belächelt und für Werte wie Solidarität, Loyalität, Mitleid und Nächstenliebe nur Zynismus übrig hat, wo waren wir da? Wer von uns angeblich Klugen, Gebildeten, Besserdenkenden hat darauf hingewiesen, dass das menschlich widerlich ist und bei sozialen Netzen und Gemeinwesen, die Hundertausende bis Zigmillionen umfassen, in einer zunehmend globalisierten Menschengemeinschaft, nur zu Katastrophen führen kann?

Wir haben versagt und mitgemacht wenn es darum ging, das, was wir haben, klein zu reden und für clevere intellektuelle Spielchen zur Disposition zu stellen. Der Schutz der Menschenwürde? Wurde vor wenigen Wochen noch in einem (in jeder Hinsicht sauschlechten!) Fernsehspiel unter großem Tamtam als austauschbares „Prinzip“ diskreditiert. Kann man ja mal machen. Ach ja? Was ist denn die fucking Alternative zum bedingungslosen Schutz der Menschenwürde? Aber für Bedingungen und Alternativlosigkeiten sind wir ja viel zu schlau.

Wir haben zugesehen, wie die Bildung, die nicht direkt ökonomisch nutzbar ist, herabgewürdigt wurde. Das Ergebnis ist, dass eine Pubertistin, die sich beschwert, dass sie in der Schule Gedichte analysieren und keine Steuerformulare ausfüllen muss landauf landab gehyped wird. Und dass meine Kinder im Geschichtsunterricht im Gymnasium (!) weder lernen, was zum 30jährigen Krieg führte, noch wo die ganzen Nazis herkamen, die 1933 offenbar vom Himmel fielen. Fragt sich: Was ist wichtiger? Kreativ denken zu können und historische Vorzeichen wiederzuerkennen? Oder Steuererklärung und Vektorrechnung?

Pressefreiheit, Meinungsfreiheit, Freiheit der Wohung, Krankenversicherung für alle, sauberes Wasser, bezahlbare Lebensmittel, Grundversorgung, FRIEDEN, verdammt. Kein großer Krieg alle paar Jahrzehnte, der Millionen Leben kostet. All das ist uns selbstverständlich geworden, wir sind so träge, so satt, so undankbar, so wenig bereit, für das zu kämpfen was wir haben. Wir nölen nur rum. Alles ist uns nicht genug, wenn es nicht perfekt ist, dann können wir es ja auch theoretisch gleich abschaffen.

Und so schauen wir eben zu und kommentiere geistreich, aber tun nichts dafür, das, was unsere Werte sind, zu schützen, zu verteidigen, zu erhalten, auszubauen.

Natürlich versagen auch bei uns die Medien und die politische Klasse (denen bzw. der wir Klugen ja auch oft genug angehören). Die Medien müssen sich vorwerfen zu lassen, jede Angst zu schüren, aufzubauschen, breit zu walzen, sei es die vor der Vogelgrippe, der Islamisierung, vor der Flüchtlingswelle oder vor Horrorclowns. Denn wenn nicht jede Woche eine neue, brandgefährliche Sau durchs Dorf getrieben wird, dann läuft man ja Gefahr, vom Infotainment wieder zur Information herabzusinken. Recherche und Gegenrecherche betreiben und am Ende womöglich sagen zu müssen: „Sorry, ist garnicht so schlimm, nix Nachricht.“ Und dann? Keine Panik in den Nachrichten, keine Doppelseite zur nahen Apokalypse in der Zeitung, kein Sonderthema bei „Hart aber Fair“. Um Gotteswillen. Bevor des so weit kommt streuen wir doch lieber sinnlos Panik.

Und unsere Politiker? Zitat von Tagesschau.de, heute, 14.02 Uhr:

Aus Sicht von Bundesinnenminister Thomas de Maizière könnte Trumps Sieg sich für Volksparteien in Deutschland sogar zum Vorteil entwickeln. Er rechne nicht mit einer Zunahme rechtspopulistischer Tendenzen oder dass etwas Parteien wie die AfD mit Wahlerfolgen rechnen könnten. Vielleicht, so zitierte die Nachrichtenagentur Reuters den CDU-Politiker, würde bei den Menschen nun die Einsicht greifen, „dass die Lösung von Problemen etwas Besseres ist als das lautstarke Beschreiben von Problemen“.“

Ja… das könnte man als elaborierte Form von „Mimimimimi“ abtun, wenn es nicht so entlarvend wäre. Zuallererst geht es mal darum, wie die eigene Partei aus irgendeiner Entwicklung Honig saugen kann. Dann wird der Rechtspopulismus unterschätzt. Und zuletzt zeigt der Innenminister dass er „die Menschen“ entweder für völlig verblödet hält, oder selbst weltfremd ist, oder beides. Denn darin, Probleme nur zu beschreiben ohne sie zu lösen sind nicht nur Rechtspopulisten groß, sondern ebenso die Volks- und anderen Parteien. Sofern die Weltfremde. Und zu glauben, dass „die Menschen“, wenn sie denn zu der oben genannten Erkenntnis gekommen sind, nicht merken, dass die gesamte politische Klasse so tickt, das wiederum spricht dafür, dass der Innenminister eigentlich das gesamte Wahlvolk für blöd hält.

Wobei… in einer Hinsicht hat er Recht. Die politische Klasse scheint in vieler Hinsicht gar nicht mehr bereit, Probleme zu beschreiben, lautstark oder anders. Beispiel gefällig?

Ich sagte oben, dass wir Krankenversicherung – also Zugang zu Medizin und ärztlicher Behandlung – für alle haben. Das ist richtig, und das ist ein hohes und wichtiges Gut, das viel zu selbstverständlich erscheint. Aber ebenso wahr ist: Wir haben in Deutschland eine Zwei-Klassen-Medizin. Privatpatienten werden bevorzugt und besser behandelt als Kassenpatienten. Das ist ebenso offensichtlich wie der Unterschied zwischen Tag und Nacht.

Nun gibt es drei Arten von Reaktionen aus der Politik:

  1. Leugnen des Problems: „Es gibt keine Zwei-Klassen-Medizin!“
  1. So tun, als wäre das Problem quasi unlösbar: „Wir versuchen, die Zwei-Klassen-Medizin zu überwinden.“ Besonders prickelnd, da alle Parteien, die das sagen, selbst in den letzten 20 Jahren schon an der Regierung waren, also die Gelegenheit gehabt hätten. Aber da ist dann von komplexen Problemen und mächtigen Lobbygruppen die Rede… oder anders: „Tut uns leid, aber wir sind zwar gewählt um zu regieren, aber wir können es nicht.“ Da fragt dann der Wähler nicht ganz zu unrecht: „Wozu brauchen wir Euch dann?“
  1. Das Problem ist sofort lösbar: „Wir schaffen die Zwei-Klassen-Medizin ab!“ Das sagen die Populisten. Und es ist natürlich nicht so einfach. Aber der scheinbare Wille, ein Problem anzugehen und zu lösen mag auf den einen oder anderen frustrierten Wähler verlockend wirken.

Will sagen: Von „etablierten“ Politikern, gerade von Volksparteien, darf ich verlangen, dass sie Lösungen für Probleme entwickeln und durchsetzen. Dass sie eine Idee (um nicht zu sagen „Vision“) davon haben, wie die Gesellschaft aussehen soll, und wie sie sie dahin führen wollen, auch wenn das mal Wählerstimmen und Freunde in den Lobbys kostet. Denn wenn die Demokraten und Verfassungstreuen das nicht tun – die Populisten tun es.

Und wir Nichtpolitiker? Wir sollten nach Visionen verlangen. Wir sollten selbst welche entwickeln. Sagen, wie wir dieses Land, diesen Kontinent entwickeln, und unsere Freiheitlichen und demokratischen Werte schützen wollen. Mitmachen. Auch außerhalb der Parteien, wenn sie uns kraftlos erscheinen. Die Straße und das Internet nicht den Populisten überlassen. WÄHLEN GEHEN, zu jeder Wahl, und dabei nicht dauernd vom „kleinsten Übel“ jammern. Und uns eben nicht träge zurücklehnen und allenfalls jeden bashen, dessen Wertvostellungen nicht exakt unsere eigenen sind.

Wir sollten aufhören zu versagen.

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schreckenbergliest: Schöne Dystopie

Ich beschäftige mich gerade recherchehalber einmal wieder mit Aldous Huxleys „Brave New World„. Eine ganz herausragende Geschichte, wahrscheinlich die klügste Dystopie die ich kenne – inklusive der Frage, wer eigentlich bestimmt, was eine Dystopie und was eine Utopie ist. Der Beobachter? Oder die Subjekte?

Wenn Dystopien in der Schule behandelt werden, dann las man zu meiner Zeit entweder „Brave New World“ oder Orwells „1984„. Orwells Dystopie ist drastischer, vordergründig grausiger und auswegloser (was einfach ist, denn aus Huxleys Dystopie will ja niemand raus). Und Orwell ist natürlich tröstlicher und viel einfacher, in jeder Hinsicht. Wir wissen ja so gerne, wer die Guten sind und dass wir zu ihnen gehören.

Neil Postman hat in seinem Vorwort zu „Amusing ourselves to Death“ die beiden Utopien verglichen. Ich zitiere seine Worte hier einmal lang, weil sie es verdienen – und weil ich auch der festen Überzeugung bin, dass Huxley recht behalten wird:

We were keeping our eye on 1984. When the year came and the prophecy didn’t, thoughtful Americans sang softly in praise of themselves. The roots of liberal democracy had held. Wherever else the terror had happened, we, at least, had not been visited by Orwellian nightmares.

But we had forgotten that alongside Orwell’s dark vision, there was another – slightly older, slightly less well known, equally chilling: Aldous Huxley’s Brave New World. Contrary to common belief even among the educated, Huxley and Orwell did not prophesy the same thing. Orwell warns that we will be overcome by an externally imposed oppression. But in Huxley’s vision, no Big Brother is required to deprive people of their autonomy, maturity and history. As he saw it, people will come to love their oppression, to adore the technologies that undo their capacities to think.

What Orwell feared were those who would ban books. What Huxley feared was that there would be no reason to ban a book, for there would be no one who wanted to read one. Orwell feared those who would deprive us of information. Huxley feared those who would give us so much that we would be reduced to passivity and egoism. Orwell feared that the truth would be concealed from us. Huxley feared the truth would be drowned in a sea of irrelevance. Orwell feared we would become a captive culture. Huxley feared we would become a trivial culture, preoccupied with some equivalent of the feelies, the orgy porgy, and the centrifugal bumblepuppy. As Huxley remarked in Brave New World Revisited, the civil libertarians and rationalists who are ever on the alert to oppose tyranny „failed to take into account man’s almost infinite appetite for distractions.“ In 1984, Orwell added, people are controlled by inflicting pain. In Brave New World, they are controlled by inflicting pleasure. In short, Orwell feared that what we fear will ruin us. Huxley feared that what we desire will ruin us.

This book is about the possibility that Huxley, not Orwell, was right.

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schreckenbergzeigt: Amanda Palmer über Nick Caves „Skeleton Tree“

Ich weiß, der Rest vom Fantasy Filmfest fehlt noch. Kommt, versprochen. Heute wollte ich aber zuerst etwas über Nick Caves (and the Bad Seeds‘) neues Album „Skeleton Tree“ schreiben. Dieses wunderschöne, durch Haut und Knochen bis in die Seele treffende Werk, mit dem Cave an „Push the Sky away“ anknüpft und einen Bogen zu seinen früheren und frühen Werken schlägt, dieses Meisterwerk von einem Album. Über das Missverständnis, dies sei ein Album über den Tod seines Sohnes. Und darüber, was es bedeutet, als Künstler einem anderen Künstler so zutiefst dankbar zu sein, für seine Hilfe und die Türen die er öffnet. Und dann hat mich Sarah auf diesen Text von Amanda Palmer im „Guardian“ aufmerksam gemacht, der vieles davon und noch viel mehr besser sagt, als ich es könnte. Mir bleibt nur, Euch den Artikel ans Herz zu legen und sie zu zitieren:

So thank you for the gift, Nick. Thank you.

Den schönen und klugen Text von Amanda Palmer findet ihr hier:

https://www.theguardian.com/music/2016/sep/10/nick-cave-skeleton-tree

 

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schreckenbergzeigt: A Hooray To Alec Lightwood and Magnus Bane

„So what I was trying to say with all this is that (…) a gay (or lesbian or any queer) relationship isn`t about how queer this relationship is, but about loving each other.“

Words of wisdom – by a very bright teenager. 🙂

Kath und die Welt der Kreativität - Kath and the world of creativity

I recently finished the last book of the mortal instruments  series. Though I didn`t really like the ending, having started reading these books at age twelve and now,  three yers later, finishing City of Heavenly FireI gotta talk about something.

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schreckenbergschaut: Fantasy Filmfest 2016 – 4 Bergfest Teil 2

Vergangenen Sonntag war, wie gesagt, mein Bergfest und persönlicher 3-Filme-Tag beim Fantasy Filmfest in Köln. Gestern habe ich an dieser Stelle das Kurzfilmprogramm „Get Shorty“ besprochen, heute also zu den beiden Langfilmen von vorgestern Abend. Und zunächst wie immer eine:

+++ SPOILERWARNUNG +++ SPOILERWARNUNG +++ SPOILERWARNUNG +++

 

 

 

 

Zuerst kam:

Under the Shadow (Iran 2016)
Drehbuch / Regie: Babak Anvari

Als iranischer, in Jordanien gedrehter Film hat „Under the Shdow“ zunächst selbstverständlich den Bonus, dass er mich nicht nur in einen phantastischen Weltentwurf (denn den hat jede phantastische Geschichte als Grundlage, eben auch ein Horrorfilm wie dieser) sondern auch in eine andere Kultur UND, in diesem Falle, auch in eine andere Zeit mitnimmt, die Zeit des Iran-Irak-Krieges in den 1980ern. Diese Kombination aus einer fremden Gesellschaft und nostalgisch Vertrautem schafft für mich, der ich in den 70ern geboren und in den 80ern aufgewachsen bin, eine Atmosphäre die an sich schon hochspannend ist und mich daher von der ersten Minute an für den Film gewinnt. Zum Inhalt:

Schon in den ersten Minuten des Films sehen wir, wie der Lebenstraum von Shideh (Narges Rashidi) zerstört wird: Die junge Mutter hat einst Medizin studiert und würde ihre Studien gerne wieder aufnehmen, um Ärztin zu werden. Doch während der Revolutionszeit, als der Schah gestürzt wurde und das Islamige Regime an die Macht kam, hat sie sich in einer radikal linken Gruppe engagiert – ein unauslöschbarer Makel in den Augen der Machthaber. Ein Staatsbeamter erklärt ihr streng, dass sie alle Hoffnungen, je wieder studieren zu können, begraben muss. Was es außerdem bedeutet, als Frau unter patriarchalischen Herrschaft zu leben, zeigt und Babak Anvri meisterhaft mit einer einzigen Geste: Als sie auf eine Straßensperre der Revolutionswächter zufährt, streicht sich die ohnehin schon aufgelöste Shideh hastig einige Haarstränen unter den Hidjab. Dies und ihre offensichtliche Nervosität während der folgenden Kontrolle sagen alles und setzen den Rahmen für alles was kommt. Ich – ein Europäer, der niemals im Iran war – bekomme so, ohne lange Erklärungen, eine präzise Einführung in die Welt der Geschichte.

Was sich dann entfaltet ist eine eher konventionelle Spuk- und Besessenheitsgeschichte vor dem Hintergrund der ständigen realen Bedrohung irakischer Bombenangriffe. Shidehs Tochter Dorsa (Avin Manshadi) hat irgendwie das Interesse eines Djinn geweckt, was, wie Genrekenner wissen, immer eine unangenehme Sache ist. Die zunächst rationale Shideh sieht sich zunehmend gezwungen, an die übernatürliche Präsenz in ihrer Wohnung zu glauben, kann zuletzt gar nicht mehr (ebensowenig wie der Zuschauer) sicher sein, ob Dorsa noch Dorsa ist oder die besessene Hülle des Dämons oder gar ein Trugbild.

Babak Anvari macht sehr viel richtig, vom permanenten Motiv des Windes bis hin zur klaustrophobischen Atmosphäre, die sich paradoxerweise steigert, je mehr Menschen das Mietshaus verlassen, weil sie an die Front versetzt werden (Shidehs Mann), sterben (ein alter Nachbar) oder aufs Land fliehen (wie alle anderen Hausbewohner). Dass der Film mich dennoch nicht ganz überzeugt hat liegt eben an der sehr konventionellen Geschichte. Wobei ich zwei Einschränkungen machen muss:

1.) Filmsprache ist Farsi, das ich weder spreche noch verstehe, ich war auf den Untertitel angewiesen, daher ist mir wahrscheinlich einiges entgangen.

2.) Ich kenne, wie gesagt, den Iran überhaupt nicht. Ich bin sicher, dass dieser Film sehr viele Allegorien auf die dortige Gesellschaft der 80er Jahre – oder gar bis heute? – die ich nicht verstehen und daher nicht würdigen kann (etwa die Enge im Mikrokosmos der Hausgemeinschaft?).

Ich bin daher mit Kritik hier sehr vorsichtig – für einen Europäer ein netter, durchaus sehenswerter Film, mehr nicht. Aber, wie gesagt, für Leute die mehr wissen als ich mag er mehr sein.

 

Danach erlebten Sarah und ich eine ganz eigene Form von Grusel, denn im Jamesons Distillery Pub war Karaoke Night. Das Jamesons ist und bleibt mein Lieblingspub in Köln, aber… das war hart. Und nein, wir haben nicht… zuhören reichte. 😀

Zurück im Kino sahen wir dann zu später Stunde:

To steal from a Thief (Spanien 2016)
Drehbuch: Jorge Guerricaechevarria
Regie: Daniel Calparsoro

Tja… das ist eben ein Heist-Film. Die Gangster stürmen eine Bank, nehmen Geiseln, stehlen Geld, Wertsachen aus den Schließfächern, die Festplatte mit den brisanten Aufzeichnungen eines Politikers und fliehen gemäß ihres brillanten Plans.

Oder eben nicht. Das charmante an dieser Geschichte ist, dass hier genau GARNICHTS nach Plan läuft. Alles, was die Diebe sich vorgenommen haben geht schief, Plan B und C gehen auch den Bach runter, und am Ende löscht der Idiot in der Truppe auch noch aus Versehen besagte brisante Daten, mit denen sie sich in lezter Not den Weg freipressen wollen. Und wenn man mal davon absieht, dass es vielleicht eine Maßnahme wäre, einen Plan, der darauf beruht, dass man durch die Kanalisation flieht, um eine Woche zu verschieben wenn es seit Tagen in Strömen gießt, dann können die armen Kerle nichtmal was dafür. So weit, so gelungen.

Das Problem ist, dass mir die meisten Figuren den ganzen Film über herzlich egal sind. Das Drehbuch nimmt sich nicht die Zeit, sie mir nahe zu bringen, daher verstehe ich ihre Motive nicht, ihre Ziele sind rein oberflächlich – mit der Beute fliehen (Gangster), die Diebe fassen (Polizisten), die Präsidentin aus der Schusslinie halten (Politiker). Das reicht nicht, um mich den Figuren nahe zu bringen, ihr Schicksal ist mir ziemlich egal. Immerhin werden mir drei der Gangster in der zweiten Hälfte des Films noch sympathisch genug gemacht, dass ich ihnen die Flucht mit der Beute gönne, und einer der Polizisten tut etwas sehr Ehrenhaftes… aber warum er das tut verstehe ich auch nicht, weil ich eben genau nichts über ihn und seinen Charakter weiß.

Kann das daran liegen, dass ich wieder auf Untertitel angewiesen war, weil ich kein Spanisch spreche? Mag sein. Dennoch… ich hatte ja den direkten Vergleich, was Bilder und fehlende Worte angeht – Shideh aus „Under the Shadow“ war mir nah, mit ihr fürchtete und litt ich, Farsi hin oder her. Also fehlte bei „To steal from a Thief“ wohl doch etwas mehr als nur Sprachkenntnisse meinerseits.

Kein schlechter Film, wirklich. Aber auch kein richtig guter.

Heute Abend dann: Don’t grow up. Das Programmheft verspricht viel. Wie üblich. Außerdem spoilert es mich ein wenig. Das ist nicht nett. 😀 Wir werden sehen…

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