schreckenbergliest: Schöne Dystopie

Ich beschäftige mich gerade recherchehalber einmal wieder mit Aldous Huxleys „Brave New World„. Eine ganz herausragende Geschichte, wahrscheinlich die klügste Dystopie die ich kenne – inklusive der Frage, wer eigentlich bestimmt, was eine Dystopie und was eine Utopie ist. Der Beobachter? Oder die Subjekte?

Wenn Dystopien in der Schule behandelt werden, dann las man zu meiner Zeit entweder „Brave New World“ oder Orwells „1984„. Orwells Dystopie ist drastischer, vordergründig grausiger und auswegloser (was einfach ist, denn aus Huxleys Dystopie will ja niemand raus). Und Orwell ist natürlich tröstlicher und viel einfacher, in jeder Hinsicht. Wir wissen ja so gerne, wer die Guten sind und dass wir zu ihnen gehören.

Neil Postman hat in seinem Vorwort zu „Amusing ourselves to Death“ die beiden Utopien verglichen. Ich zitiere seine Worte hier einmal lang, weil sie es verdienen – und weil ich auch der festen Überzeugung bin, dass Huxley recht behalten wird:

We were keeping our eye on 1984. When the year came and the prophecy didn’t, thoughtful Americans sang softly in praise of themselves. The roots of liberal democracy had held. Wherever else the terror had happened, we, at least, had not been visited by Orwellian nightmares.

But we had forgotten that alongside Orwell’s dark vision, there was another – slightly older, slightly less well known, equally chilling: Aldous Huxley’s Brave New World. Contrary to common belief even among the educated, Huxley and Orwell did not prophesy the same thing. Orwell warns that we will be overcome by an externally imposed oppression. But in Huxley’s vision, no Big Brother is required to deprive people of their autonomy, maturity and history. As he saw it, people will come to love their oppression, to adore the technologies that undo their capacities to think.

What Orwell feared were those who would ban books. What Huxley feared was that there would be no reason to ban a book, for there would be no one who wanted to read one. Orwell feared those who would deprive us of information. Huxley feared those who would give us so much that we would be reduced to passivity and egoism. Orwell feared that the truth would be concealed from us. Huxley feared the truth would be drowned in a sea of irrelevance. Orwell feared we would become a captive culture. Huxley feared we would become a trivial culture, preoccupied with some equivalent of the feelies, the orgy porgy, and the centrifugal bumblepuppy. As Huxley remarked in Brave New World Revisited, the civil libertarians and rationalists who are ever on the alert to oppose tyranny „failed to take into account man’s almost infinite appetite for distractions.“ In 1984, Orwell added, people are controlled by inflicting pain. In Brave New World, they are controlled by inflicting pleasure. In short, Orwell feared that what we fear will ruin us. Huxley feared that what we desire will ruin us.

This book is about the possibility that Huxley, not Orwell, was right.

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schreckenbergzeigt: Amanda Palmer über Nick Caves „Skeleton Tree“

Ich weiß, der Rest vom Fantasy Filmfest fehlt noch. Kommt, versprochen. Heute wollte ich aber zuerst etwas über Nick Caves (and the Bad Seeds‘) neues Album „Skeleton Tree“ schreiben. Dieses wunderschöne, durch Haut und Knochen bis in die Seele treffende Werk, mit dem Cave an „Push the Sky away“ anknüpft und einen Bogen zu seinen früheren und frühen Werken schlägt, dieses Meisterwerk von einem Album. Über das Missverständnis, dies sei ein Album über den Tod seines Sohnes. Und darüber, was es bedeutet, als Künstler einem anderen Künstler so zutiefst dankbar zu sein, für seine Hilfe und die Türen die er öffnet. Und dann hat mich Sarah auf diesen Text von Amanda Palmer im „Guardian“ aufmerksam gemacht, der vieles davon und noch viel mehr besser sagt, als ich es könnte. Mir bleibt nur, Euch den Artikel ans Herz zu legen und sie zu zitieren:

So thank you for the gift, Nick. Thank you.

Den schönen und klugen Text von Amanda Palmer findet ihr hier:

https://www.theguardian.com/music/2016/sep/10/nick-cave-skeleton-tree

 

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schreckenbergzeigt: A Hooray To Alec Lightwood and Magnus Bane

„So what I was trying to say with all this is that (…) a gay (or lesbian or any queer) relationship isn`t about how queer this relationship is, but about loving each other.“

Words of wisdom – by a very bright teenager.🙂

Kath und die Welt der Kreativität - Kath and the world of creativity

I recently finished the last book of the mortal instruments  series. Though I didn`t really like the ending, having started reading these books at age twelve and now,  three yers later, finishing City of Heavenly FireI gotta talk about something.

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schreckenbergschaut: Fantasy Filmfest 2016 – 4 Bergfest Teil 2

Vergangenen Sonntag war, wie gesagt, mein Bergfest und persönlicher 3-Filme-Tag beim Fantasy Filmfest in Köln. Gestern habe ich an dieser Stelle das Kurzfilmprogramm „Get Shorty“ besprochen, heute also zu den beiden Langfilmen von vorgestern Abend. Und zunächst wie immer eine:

+++ SPOILERWARNUNG +++ SPOILERWARNUNG +++ SPOILERWARNUNG +++

 

 

 

 

Zuerst kam:

Under the Shadow (Iran 2016)
Drehbuch / Regie: Babak Anvari

Als iranischer, in Jordanien gedrehter Film hat „Under the Shdow“ zunächst selbstverständlich den Bonus, dass er mich nicht nur in einen phantastischen Weltentwurf (denn den hat jede phantastische Geschichte als Grundlage, eben auch ein Horrorfilm wie dieser) sondern auch in eine andere Kultur UND, in diesem Falle, auch in eine andere Zeit mitnimmt, die Zeit des Iran-Irak-Krieges in den 1980ern. Diese Kombination aus einer fremden Gesellschaft und nostalgisch Vertrautem schafft für mich, der ich in den 70ern geboren und in den 80ern aufgewachsen bin, eine Atmosphäre die an sich schon hochspannend ist und mich daher von der ersten Minute an für den Film gewinnt. Zum Inhalt:

Schon in den ersten Minuten des Films sehen wir, wie der Lebenstraum von Shideh (Narges Rashidi) zerstört wird: Die junge Mutter hat einst Medizin studiert und würde ihre Studien gerne wieder aufnehmen, um Ärztin zu werden. Doch während der Revolutionszeit, als der Schah gestürzt wurde und das Islamige Regime an die Macht kam, hat sie sich in einer radikal linken Gruppe engagiert – ein unauslöschbarer Makel in den Augen der Machthaber. Ein Staatsbeamter erklärt ihr streng, dass sie alle Hoffnungen, je wieder studieren zu können, begraben muss. Was es außerdem bedeutet, als Frau unter patriarchalischen Herrschaft zu leben, zeigt und Babak Anvri meisterhaft mit einer einzigen Geste: Als sie auf eine Straßensperre der Revolutionswächter zufährt, streicht sich die ohnehin schon aufgelöste Shideh hastig einige Haarstränen unter den Hidjab. Dies und ihre offensichtliche Nervosität während der folgenden Kontrolle sagen alles und setzen den Rahmen für alles was kommt. Ich – ein Europäer, der niemals im Iran war – bekomme so, ohne lange Erklärungen, eine präzise Einführung in die Welt der Geschichte.

Was sich dann entfaltet ist eine eher konventionelle Spuk- und Besessenheitsgeschichte vor dem Hintergrund der ständigen realen Bedrohung irakischer Bombenangriffe. Shidehs Tochter Dorsa (Avin Manshadi) hat irgendwie das Interesse eines Djinn geweckt, was, wie Genrekenner wissen, immer eine unangenehme Sache ist. Die zunächst rationale Shideh sieht sich zunehmend gezwungen, an die übernatürliche Präsenz in ihrer Wohnung zu glauben, kann zuletzt gar nicht mehr (ebensowenig wie der Zuschauer) sicher sein, ob Dorsa noch Dorsa ist oder die besessene Hülle des Dämons oder gar ein Trugbild.

Babak Anvari macht sehr viel richtig, vom permanenten Motiv des Windes bis hin zur klaustrophobischen Atmosphäre, die sich paradoxerweise steigert, je mehr Menschen das Mietshaus verlassen, weil sie an die Front versetzt werden (Shidehs Mann), sterben (ein alter Nachbar) oder aufs Land fliehen (wie alle anderen Hausbewohner). Dass der Film mich dennoch nicht ganz überzeugt hat liegt eben an der sehr konventionellen Geschichte. Wobei ich zwei Einschränkungen machen muss:

1.) Filmsprache ist Farsi, das ich weder spreche noch verstehe, ich war auf den Untertitel angewiesen, daher ist mir wahrscheinlich einiges entgangen.

2.) Ich kenne, wie gesagt, den Iran überhaupt nicht. Ich bin sicher, dass dieser Film sehr viele Allegorien auf die dortige Gesellschaft der 80er Jahre – oder gar bis heute? – die ich nicht verstehen und daher nicht würdigen kann (etwa die Enge im Mikrokosmos der Hausgemeinschaft?).

Ich bin daher mit Kritik hier sehr vorsichtig – für einen Europäer ein netter, durchaus sehenswerter Film, mehr nicht. Aber, wie gesagt, für Leute die mehr wissen als ich mag er mehr sein.

 

Danach erlebten Sarah und ich eine ganz eigene Form von Grusel, denn im Jamesons Distillery Pub war Karaoke Night. Das Jamesons ist und bleibt mein Lieblingspub in Köln, aber… das war hart. Und nein, wir haben nicht… zuhören reichte.😀

Zurück im Kino sahen wir dann zu später Stunde:

To steal from a Thief (Spanien 2016)
Drehbuch: Jorge Guerricaechevarria
Regie: Daniel Calparsoro

Tja… das ist eben ein Heist-Film. Die Gangster stürmen eine Bank, nehmen Geiseln, stehlen Geld, Wertsachen aus den Schließfächern, die Festplatte mit den brisanten Aufzeichnungen eines Politikers und fliehen gemäß ihres brillanten Plans.

Oder eben nicht. Das charmante an dieser Geschichte ist, dass hier genau GARNICHTS nach Plan läuft. Alles, was die Diebe sich vorgenommen haben geht schief, Plan B und C gehen auch den Bach runter, und am Ende löscht der Idiot in der Truppe auch noch aus Versehen besagte brisante Daten, mit denen sie sich in lezter Not den Weg freipressen wollen. Und wenn man mal davon absieht, dass es vielleicht eine Maßnahme wäre, einen Plan, der darauf beruht, dass man durch die Kanalisation flieht, um eine Woche zu verschieben wenn es seit Tagen in Strömen gießt, dann können die armen Kerle nichtmal was dafür. So weit, so gelungen.

Das Problem ist, dass mir die meisten Figuren den ganzen Film über herzlich egal sind. Das Drehbuch nimmt sich nicht die Zeit, sie mir nahe zu bringen, daher verstehe ich ihre Motive nicht, ihre Ziele sind rein oberflächlich – mit der Beute fliehen (Gangster), die Diebe fassen (Polizisten), die Präsidentin aus der Schusslinie halten (Politiker). Das reicht nicht, um mich den Figuren nahe zu bringen, ihr Schicksal ist mir ziemlich egal. Immerhin werden mir drei der Gangster in der zweiten Hälfte des Films noch sympathisch genug gemacht, dass ich ihnen die Flucht mit der Beute gönne, und einer der Polizisten tut etwas sehr Ehrenhaftes… aber warum er das tut verstehe ich auch nicht, weil ich eben genau nichts über ihn und seinen Charakter weiß.

Kann das daran liegen, dass ich wieder auf Untertitel angewiesen war, weil ich kein Spanisch spreche? Mag sein. Dennoch… ich hatte ja den direkten Vergleich, was Bilder und fehlende Worte angeht – Shideh aus „Under the Shadow“ war mir nah, mit ihr fürchtete und litt ich, Farsi hin oder her. Also fehlte bei „To steal from a Thief“ wohl doch etwas mehr als nur Sprachkenntnisse meinerseits.

Kein schlechter Film, wirklich. Aber auch kein richtig guter.

Heute Abend dann: Don’t grow up. Das Programmheft verspricht viel. Wie üblich. Außerdem spoilert es mich ein wenig. Das ist nicht nett.😀 Wir werden sehen…

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schreckenbergschaut: Fantasy Filmfest 2016 – 3 Bergfest Teil 1

Obwohl das Fantasy Filmfest in Köln noch bis zum kommenden Sonntag geht, hatten Sarah und ich gestern schon Bergfest. Ich habe 11 Filme auf der Karte und sah gestern die Nummern 4, 5 und 6, Sarah will sieben Vorstellungen sehen und hatte gestern die dritte und vierte.  Ah, Moment, erstmal die:

+++ SPOILERWARNUNG +++ SPOILERWARNUNG +++ SPOILERWARNUNG +++

Oder, wenn man so will – ich habe 19 Filme im Plan und sah gestern Nummer 4 – 14. Denn der erste Termin für mich war:

Get Shorty

die traditionelle Kurzfilmvorstellung beim FFF. In die musste ich alleine, denn nachdem Sarah und ich bei den Fantasy-Filmfest Nights 2015 zusammen „German Angst“ gesehen haben, hat sie den Kurzfilmen beim FFF abgeschworen. Mit Recht – German Angst ist völlig überschätzter Mist, und ich schäme mich bis heute, die Drehbuchautorin des mehrfach preisgekrönten „Spitzendeckchen / Vienna waits for you“ (den ihr Euch hier ansehen könnt) da rein geschleift zu haben. Ich musste sie auch wieder rausschleifen, BEVOR sie Fragen an die anwesenden Filmschaffenden stellen und damit eine Schlägerei anzetteln konnte. Ich meine… wir waren von Fans umzingelt und wären, so rein optisch, mit den ersten 20 wohl fertig geworden, danach aber der Masse erlegen. Da wollte ich mich lieber mit ihr in die nächste Pizzeria setzen und sie langsam runterkühlen.😀

Aber das nur am Rande. Hier geht es nicht um Sünden der Vergangenheit sondern die diesjährige Get-Shorty-Auswahl.

Ich will und kann hier nicht alle neun Kurzfilme ausführlich besprechen. Einer (Arcana) war wirklich so erstaunlich blöd, dass er einen Platz in German Angst verdient hätte, wenn er nicht aus Portugal wäre. Nein, viel Ekel macht noch keinen guten (Kurz)Film. Nimmt man mal den Ekelfaktor raus war die Handlung auf dem dramaturgischen Niveau von „Ein Mann isst einen Apfel – ENDE“. Verschwendete Lebenszeit in Reinform.

Zwei Filme (Decorado und Interesting Ball) waren hübsch anzusehen, teilweise witzig und sehr surreal. Oder wirr. Oder ich bin zu doof. Wie auch immer. Jedenfalls wäre ich bereit, sie mir beide nochmal anzusehen oder sie mir auch erklären zu lassen. Seltsam. Aber nicht schlecht.

Drei Filme (Kookie, Twenty Forty Three und Uncanny Valley) fand ich… nett. Die Grundidee war bei allen Dreien etwas unoriginell, aber sie hatten alle auch ihre Momente. Kookie hat ein sehr süßes Ende, Uncanny Valley ist zwar vorhersehbar, aber als Dystopie gut und konsequent gedacht. Besonders gut hat mir der Schluß von Twenty Forty Three gefallen, weil die Drehbuchautorin / Regisseurin Eugenie Muggleton den Mut hatte, auf das plakative und vorhersehbare Ende zu verzichten und stattdessen ein zumindest offenes, wenn nicht happy End(e) zu schreiben. Yep, dazu gehört Mut, gerade in diesem Genre.

Drei Filme haben mir wirklich gut gefallen:

Growing Pains ist eine hinreißend anmierte Werwolf-Liebesgeschichte, mit einem sehr schüchternen Werwolf, einem sexy-liebenswerten Love-Interest und einer übelst bigotten Mutter. Ich mag den ganzen Film und ich mag auch hier den Mut zum Happy End.

Seth ist die sehr, sehr schräge Geschichte eines jungen Mannes der seinen Vater beeindrucken will. Der Film bewegt sich auf Ace Ventura Niveau, und wer darüber die Nase rümpft soll mir erstmal nachweisen, dass er sich „Seth“ ansehen kann, ohne zu lachen. Und ehrlich – manchmal reicht das. Manchmal reicht „einfach nur lustig“, gerade bei einem Kurzfilm. Lachen tut gut. Und wenn dann auch noch die Schauspieler mit sichtbarem Spaß bei der Sache sind und Szenen wie solche dabei herauskommen:

Seth: „My father is hard to impress.“
Vater: (ein Glas Wasser trinkend) „Mmm, this water is tasty.“

dann erfrischt das doch das Herz. Meins zumindest.

Last but absolutely not least: The Black Bear. Erinnert sich noch jemand an „Staplerfahrer Klaus – der erste Arbeitstag„? „The Black Bear“ folgt dem selben Prinzip, nur geht es hier nicht um Arbeitsschutz im Materiallager, sondern um die Sicherheitsvorschriften in einem Nationalpark. Natürlich folgen die Touristen den Vorschriften nicht, und folgerichtig werden sie vom Bären dafür dezimiert. Dass der Bär dabei aussieht wie das Bärenmarke Bärchen macht den an sich schon lustigen Film noch witziger. Well done.

9 Kurzfilme, davon einer doof, zwei aus der Wertung, drei okay und drei sehr gelungen – alles in allem ein guter Schnitt. Mal sehen, vielleicht kann ich Sarah beim nächsten Mal doch wieder überreden…😉

Morgen folgt der zweite Teil vom Bergfestbericht.

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schreckenbergschaut: Fantasy Filmfest 2016 – 2 Pure Schönheit

Das Zombiegenre ist ausgereizt, oder? Ich weiß nicht, seit wievielen Jahren jetzt die lebenden Toten die Leinwände und Bildschirme beherrschen und in immer denselben Bildern, mal schnell, mal langsam, nach dem Fleisch und/oder Hirn der lebenden Lebenden gieren. Es ist inzwischen soweit, dass ich, wenn mich jemand nach dem Genre von „Der Finder“ und „Nomaden“ fragt sage: „Endzeit. OHNE Zombies.“ Mein Lieblingszombiefilm ist „Shaun of the Dead„, eine Genreparodie von 2004 (!).

Oder… er war es. Denn gestern hatte ich eines dieser unerwarteten Erlebnisse, für die ich das Fantasy Filmfest so liebe. Gestern sah ich:

The Girl with all the Gifts (GB 2016)
Drehbuch: Mike Carey
Regie: Colm McCarthy

Und bevor ich meiner Begeisterung Ausdruck gebe, hier eine:

+++ SPOILERWARNUNG +++ SPOILERWARNUNG +++ SPOILERWARNUNG +++

 

 

 

 

 

 

 

 

Was tut man mit einem Apokalypsesetting, das so ausgelutscht ist, dass inzwischen selbst ernst gemeinte Filme nur noch als Parodie rüber kommen, weil die Geschichte schon so oft erzählt ist, dass ich voller Angst auf den ersten Krimi mit einem Zombie als Ermittler warte (oder gibt es den gar schon?)? Man bürstet das Genre voller Anmut gegen den Strich, in dem man einen ernst gemeinten Apokalypsefilm (MIT Zombies bzw. „Hungries“) voller Hoffnung und Schönheit macht. Vor Beginn der Vorführung kündigte ein Festivalverantwortlicher einen „harten“ Film an, der alles andere als „mindlifting“ sei. Das war ein sehr seltsames Statement, er hätte genausogut „Der weiße Hai“ als dem Tierschutz verschriebene RomCom bezeichnen können. Aber zum Inhalt:

Einmal mehr hat sich der Großteil der Menschheit in eine geistlose Masse verwandelt, die permanent nach frischem Fleisch giert. In diesem Falle ist die Ursache – und da geht es schon los – mal nicht wild herfabuliert, sondern wirklich recherchiert. Das Hirn der „Hungries“ ist von einem Pilz befallen, der die Weiterentwicklung eines real existierenden Pilzes ist. In der ersten Generation hat er eben die Mehrheit der Menschen in reine Instinktwesen verwandelt, die vor allem einem dienen – der Weiterverbreitung des Pilzes selbst. Die zweite Generation jedoch ist anders: Die Kinder infizierter Mütter sind zwar befallen, verlieren jedoch ihre Intelligenz und Persönlichkeit nicht und geraten nur in einen Fressrausch, wenn sie hunrig sind und Nahrung riechen. Ist das nicht so, sind sie ganz normale Kinder.

Oder doch nicht? Das ist die Frage – sind die Kinder wirklich zumindest teilweise Menschen, die in Symbiose mit den Pilzen leben, oder sind es menschliche Hüllen, mit deren Hilfe der Pilz menschliches Verhalten imitiert, um echte Menschen zu täuschen?

Um dies herauszufinden – und um ein Heilmittel gegen die Infektion zu finden – werden, etwa 20 Jahre nach dem Untergang, in schwer bewachten, abgelegenen Militärbasen Kinder der zweiten Generation gefangen gehalten. Sie gelten als nichtmenschlich und gefährlich, werden zwar unterrichtet, gefüttert und gepflegt, aber nur, um sie zu erforschen. Eines dieser Kinder ist Melanie (meisterhaft gespielt von der erst 16jährigen Sennia Nanua). Ihre Lehrerin, Helen Justineau (Gemma Arterton) hält sie für einen Menschen, die leitende Wissenschaftlerin (Glenn Close) für einen bösartigen, mimikrybegabten Pilz in Menschengestalt. Der Kampf der beiden um Melanie wird fürs Erste untebrochen, als die Hungries die Basis überrennen und die beiden Frauen, gemeinsam mit Melanie und einer Handvoll Soldaten, als einzige entkommen können. Sie finden schließlich ein verlassenes, mobiles Labor, in dem sich nicht nur Melanies Schicksal, sondern auch das all ihrer Begleiter und der gesamten Menschheit entscheidet.

Ich kann diesen Film nicht genug loben. Hier stimmt ALLES:

Das Motiv der Pandora (The Girl with all the Gifts), dass sich durch den ganzen Film zieht und Melanie schließlich zu der macht, die das Schicksal der Menschheit besiegelt – und ihr gleichzeitig Hoffnung gibt.

Die wunderbar gezeichneten Figuren – von Melanie selbst und Miss Justineau, die eben keine klischeehaft gütige Lehrerin ist, sondern vor allem auch eine fähige Soldatin, die es, wie sie selbst besoffen zugibt, unabsichtlich zugelassen hat, dass sie Melanie gern hat. Über die Soldaten, insbesondere Sergeant Parks (Paddie Considine), die zuerst auch wie Abziehbilder erscheinen und dann zu vielschichtigen Personen weren, bis hin zu Glen Closes Dr. Caldwell, die wirklich das Beste will – aber eben mit der zunehmend sinnloren Logik einer Wissenschaftlerin, die um jeden Preis ein Heilmittel finden will, das niemanden mehr heilen könnte, selbst wenn sie es fände.

Die langen Erzählbögen, die sich durch die ganze Geschichte ziehen, und alles stimmig abgeschlossen werden. Der wichtigste davon ist natürlich der von Melanies Selbstfindung. Er beginnt damit, dass sie Dr. Caldwell fragt, wer sie (Melanie) sei – und er endet mit der selben Frage, nachdem sie Caldwell mit deren eigenen logischen Mitteln, in die Falle gelockt und ausgekontert hat. Das ist alles so richtig, so stimmig, so wunderschön. Dr. Caldwell unterschätzt das Mädchen – und ich habe mich dabei erwischt, dass ich es auch getan habe, obwohl ich es eigentlich, nach alles was ich gesehen habe, besser hätte wissen müssen.

Und dann diese Bilder, diese ebenso traumhaften wie realistischen Bilder einer untergegangenen Zivilisation und ihrer ehemaligen Bewohner, die (die meiste Zeit) so still und pflanzenhaft darin stehen, wie gewachsen, stimmig, richtig, gut. Niemals habe ich Menschen in den verschiedensten Stadien der Entstellung und Entmenschlichung so wunderschön gesehen.

Der Film ist hart? Nicht härter und blutiger als jeder andere Zombiefilm, in der zweiten Hälfte sogar eher schonend. Ja, klar, es gibt ein paar Schockerbilder, aber da hat selbst „Shaun of the Dead“ Härteres zu bieten, von „The walking Dead“ gar nicht zu reden. Es gibt genau EINE Szene, bei der ich den Drang hatte, kurz die Augen zu schließen. Ich habe es nicht getan, und siehe da – sie war viel weniger schlimm als ich erwartete (es sei denn, man hat eine Rattenphobie).

Nicht mindliftig??????? Ja, gut, wenn man darauf hofft, dass die Menschheit gerettet wird und alles so weiter geht wie vorher, dann geht man depremiert aus dem Kino, stimmt. Wenn man aber in der Lage ist, sich eine neue Welt vorzustellen, eine andere, in der der Mensch seinen Platz hat, aber eben nicht mehr den selben wie zuvor – dann bringt Melanie, die neue Pandora, auch Hoffnung und entlässt den Zuschauer mit einem guten, warmen Gefühl aus dem Kino. So wie mich.

„The Girl with all the Gifts“ kommt voraussichtlich nächstes Jahr in unsere Kinos. Schaut ihn Euch an, wenn ihr einen Sinn für Filme habt, die mit Schönheit und Hintergründigkeit überraschen.

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schreckenbergschaut: Fantasy Filmfest 2016 – 1

Seit 2004 besuchte ich jedes Jahr – mit einer Ausnahme, 2014 – das Fantasy Filmfest in Köln. Und jedes Jahr nehme ich mir wieder vor, über die Filme, die ich gesehen habe, zu bloggen (bzw., bevor ich diesen Blog hatte, in den Foren in denen ich unterwegs bin/war darüber zu schreiben). Mit Ausnahme des ersten Jahres, in dem ich nur drei Filme auf meiner Liste hatte, bin ich kläglich gescheitert. Aber das ist ja kein Grund, es nicht wieder zu versuchen, zumal das FFF dieses Jahr 30jähriges Jubiläum feiert. Außerdem ist heuer wieder Sarah an meiner Seite, was a) auch den Konsum eher mittelmäßiger Filme zu einem Spaß machen kann und b) in mir die Hoffnung nährt, dass ich jemanden habe, die mich in den Hintern tritt wenn ich säumig beim Bloggen bin.

Da ich letztes Jahr (wie üblich), entgegen meinen guten Vorsätzen nicht über das FFF gebloggt habe möchte ich kurz etwas vorausschicken, bevor ich zu den Filmen komme:

Seit 2015 findet das Festival in Köln nicht mehr im Cinedom, sondern im Residenz statt. Gleichzeitig folgte die Umstellung von je zwei Filmen gleichzeitig auf einen zur Zeit. Ich kenne die Hintergründe nicht, vermutlich war die Entscheidung teilweise notgedrungen, nichtsdestotrotz: Sie war weise! Das Residenz ist mit Abstand das schönere Kino, und gerade wenn man das FFF zu zweit besucht, wie Sarah und ich traditionellerweise, dann ist es angenehm, nicht dauernd durch die Programmplanung getrennt zu sein, sondern die Filme gemeinsam genießen (oder erleiden) zu können.

Ich schimpfe im kleinen Kreis, wenn ich über das Programmheft rede, jedes Jahr wieder über die Festivalleitung, hier sei mal ganz klar gesagt: Die Richtungsentscheidung „Wechsel ins Residenz und nur ein Film gleichzeitig“ hat dem Fantasy Filmfest gut getan und als Fan des FFF bin ich dankbar dafür.🙂

Okay, ab jetzt geht es um die Filme, daher hier nun eine

+++ SPOILERWARNUNG +++ SPOILERWARNUNG +++ SPOILERWARNUNG +++

 

 

 

 

Eigentlich startete das Festival schon am Donnerstag, für uns begann es aber gestern mit:

The Ones below (GB 2015)
Drebuch und Regie: David Farr

Da wir eben beim Thema Festivalprogramm waren… Ich zitiere:

„Ein hervorragendes Skript und tolle Schauspieler machen THE ONES BELOW zu einem versierten Psychothriller, der es schafft, das Gefühl wachsender Bedrohung ins Unerträgliche zu steigern und der immer wieder mit subtilen Wendungen verblüfft.“

Die Schauspieler sind wirklich gut, insbesondere David Morrissey und Stephen Campbell Moore. Clémence Poésy und Laura Birn fielen dagegen etwas ab, was ich aber eher auf das Drehbuch schiebe, das die beiden mit klischeehaften Rollen belastet hat. Das Drehbuch selbst aber…

Also sagen wir so: Es gibt Schlechteres. Kürzlich las ich einen Krimi*, den eine Fenrsehkritik als „genial gebaut“ bezeichnete. Nun ja… wenn man es genial findet, dass ein Autor sich so lange in seiner Geschichte verrennt, bis er am Ende keine Wahl mehr hat, als einer Nebenfigur eine Vision als entscheidenden Hinweis anzudichten, dann ja.

So absurd doof ist „The Ones below“ nicht, aber von subtilen Wendungen und Verblüffung kann auch keine Rede sein. Ich habe selten einen dermaßen vorhersagbaren Film gesehen. Nach dem ersten Drittel spätestens war klar, wie es ausgehen würde. Zwanzig Minuten vor dem Ende wußte ich, wie die Schlußszene aussehen würde, Sarah war noch besser, sie sagte sogar den Schlussatz korrekt voraus. Und wir haben beide, im Gegensatz zu manchen Krimifiguren, keine Visionen, wir haben nur ein wenig Erfahrung mit Filmen und Geschichten. Gut… wir schreiben sie auch. Aber das wir hier genau wußten, was kommen würde, das lag nicht daran, dass sie Drehbücher schreibt und ich Romane. Wirklich nicht.

Ein wenig überrascht waren wir nur davon, dass David Farr diese vorhersehbare Geschichte wirklich so durchgezogen und auf jede Überraschung konsequent verzichtet hat. Das war dann doch verblüffend.

Die Geschichte selbst: Ein Paar freut sich in seiner Londoner Stadtwohnung (ja, okay, die war toll und ich bin neidisch) auf das erste gemeinsame Kind. In die Wohnung unter ihnen zieht ein Paar, dessen weiblicher Part ebenfalls schwanger ist. Die (unteren) beiden sind zuerst sehr freundlich, erweisen sich dann aber als zunehmend creepy, und als die untere Frau ihr Kind durch einen Unfall verliert geschieht genau das, was ihr jetzt vermutet.

 

Den nächsten Film sah ich alleine, während Sarah las und im Kölner Sommerabend ihrer Neugier frönte (wie sage ich jetzt nicht, denn womöglich decke ich sonst Staatsgeheimnisse auf😀 ). Das Werk hieß:

Abattoir (USA 2016)
Drehbuch: David Schow, Teddy Tenenbaum und Christopher Monfette
Regie: Darren Lynn Bousman

Zum Inhalt: Ähm…

Also… Eine der Hauptfiguren knödelte und nuschelte derartig amerikanisch (Südstaaten? Ich weiß es nicht.) herum, dass ich zum ersten mal seit bestimmt 25 Jahren eine englische Originalversion teilweise nicht verstanden habe. Aber das ist meine Unzulänglichkeit, nicht die des Films. So weit so zugegeben. Ansonsten:

Julia (Jessica Lowndes) ist a) Journalistin und b) arm dran, denn sie war, nach einem anonymen Anruf, erste am Tatort des Mordes an ihrer Schwester und deren Familie. Sowas muss man erstmal verarbeiten. Sie verarbeitet es durch Recherche, denn: Kurz nach dem Mord ist das Zimmer ihres Neffen, in dem das Massaker statt fand, aus dem Haus verschwunden, regelrecht rausgerissen. Sie gräbt und findet heraus, dass das zum einen nicht der einzige Fall eines verschwundenen Mordzimmers war und dass alle Fälle zurückführen an den Ort, aus dem sie selbst stammt und zu einem geheimnisvollen Mordschauplatzaufkäufer namens Jebediah Crone (Dayton Callie). Sie macht sich also auf nach „New English“, erst vefolgt dann begleitet von ihrem treuen Freund und Beschützer, Cop Grady (Joe „Knödelstimme“ Anderson).

Bis dahin ist die Geschichte hübsch spannend (und erfreulich wenig splatterig, btw), danach rutscht sie erstmal ins Klischeehafte, mit unfreundlichen Kleinstadtleuten und creepy alten Damen und einem dämonenhaften älteren Herrn. Wobei hier: Großer Applaus für Dayton Callie und John McConnell (als Sheriff McDermott), die aus ihren Standardrollen wirklich rausholen was raus zu holen ist. Das Finale ist dann einerseits eher unlogisch inklusive Deus-ex-Machina (warum schießt Julias Mutter zum Schluß? Und wo kommt sie plötzlich her?), zeigt mir andererseits das konsequenteste (wenn auch nicht gruseligste) Spukhaus der Filmgeschichte. Oder… hm… vielleicht ist es doch, einen Gedanken weiter, sehr viel gruseliger als es auf den ersten Blick aussieht.

Die Idee dazu ähnelt sehr der aus einer meiner Lieblingsgeschichten von Clive Barker (In the Flesh), wobei es durchaus sein kann, dass hier zwei Autoren unabhängig voneinander den selben Gedanken hatten.

Was die (gröbsten!) Logiklöcher betrifft, für die unter Euch, die den Film (ge)sehen (haben): Kann mir jemand sagen, was die Einwohner von New English für ihren Deal bekommen haben? Okay… kann sein, dass Jebediah sie getäuscht hat, was ein schönes Motiv wäre, aber warum folgen sie ihm dann noch so fanatisch? Und, etwas banaler: Woher zum Teufel wissen Julia und Grady so genau, wo in diesen riesigen Wäldern sie suchen müssen und wie kommen sie so schnell da hin?

Heute sehen wir The Girl with all the Gifts. Ich bin gespannt. Das Programmheft sagt unter anderem: „Basierend auf dem Bestseller von M.R. Carey, entpuppt sich THE GIRL WITH ALL THE GIFTS als faustdicke Überraschung.“ Wir werden sehen…

 

 

 

 

 

 

 

 

* Einige von Euch wissen vielleicht, dass ich derzeit in meiner Eigenschaft als Jurymitglied des Friedrich-Glauser-Preises viele Debutkrimis lese – von denen ist hier KEINER gemeint.

 

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schreckenbergzeigt: The Milwaukee Riots

Hochinteressanter Off-Topic Beitrag von A. E. Larsen, einem meiner Lieblingsblogger. Bitte lesen. Und während Ihr das lest, fragt Euch doch mal, wie oft Ihr in letzter Zeit Berichte über Kriminalität von „Flüchtlingen“ oder „südländisch aussehenden Menschen“ gelesen habt. Wer glaubt, das läge daran, dass diese Menschen besonders oft kriminell würden, schaue zum Beispiel hier.

 
Very interesting off-topic post by A. E. Larsen, one of my favourite bloggers. Please read. And while reading, ask yourself (if you live in Germany), how often you have read about crimes commited by „refugees“ or „southernish looking people“ lately. Whoever thinks, this results from these people commiting crimes remarkably often, look here.

An Historian Goes to the Movies

I live in Milwaukee, and over the past day or so, I’ve gotten calls and textmessages from friends and relatives elsewhere wanting to know what’s happening in Milwaukee. The riot that broke out on the night of Saturday, August 13th has made headlines around the planet.

This blog isn’t about politics. But I’m a scholar, and at the moment, my professional research is focused on student violenceat the University of Oxford in the Middle Ages, so I tend to notice things about riots these days. And while I’m a medievalist and not a scholar of contemporary America, I think I have something to add to the discussion about the riots in my home city. So I hope you can forgive me for digressing from my normal topic of historical movies for a post. As a scholar, I feel I have a duty tooffer the perspective my research provideson contemporary…

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schreckenberglebt: Feminismus? Ich bin dabei.

Meine beste Freundin, Feministin, bezeichnete mich neulich als Feministen und meinte das als Kompliment.

Ich war etwas verwundert. Ich bin in den 1970ern geboren, für mich waren Feministinnen immer die Schwanz-ab-Fraktion. Die Frauen, die sich aufgrund ihres Geschlechtes für bessere Menschen hielten und damit im Grunde kein bisschen weniger sexistisch als die Sorte Männer, deren Sexismus sie zu Recht vehement bekämpften. Für mich sind Frauen – und Männer – erstmal Menschen, irgendeine Wertung, Bevorzugung oder Diskriminierung aufgrund des Geschlechts lehne ich ab. Und wo sie besteht, da muss sie beseitigt werden. Was natürlich bedeutet, dass in unserer Gesellschaft, in der meist (wenn auch nicht ausschließlich) Frauen diskriminiert werden viel gegen die Diskriminierung von Frauen getan werden muss. Die Tatsache, dass ich 10 Jahre lang Selbstverteidigungskurse für Frauen gegeben habe, ist ein Teil meines Beitrages dazu, hoffe ich.

Nur – ich dachte, das sei selbstverständlich. Common sense unter vernünftigen Leuten, kein -ismus. Nun erzählt mir aber ein Freund, der beruflich viel mit der Autoindustrie zu tun hat, was da auf allerhöchster Ebene so abgeht. Und ich weiß leider, dass das nicht nur die Autoindustrie betrifft. Aber ich dachte immer, das seien Relikte, demnächst überwunden. Scheint nicht so. Meine ältere Tochter – ebenfalls Feministin – trägt ein Sweatshirt mit der Aufschrift: „Feminism: The radical notion that women are people.“ Und wenn ich meiner Freundin, der oben erwähnten, erkläre, dass ich doch nur für völlig selbstverständliche Gleichberechtigung bin, dann sagt sie:

„Eben. Das macht Dich ja zum Feministen.“

Wenn das so ist – count me in.

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schreckenbergzeigt: Biological fight: kites, mites, quite bright plights

Ich bin ein Recherchefreak. Nicht nur, weil ich es mag, wie meine Geschichten von selber zu fließen beginnen, wenn der Hintergrund stimmt und vermeintliche Stolpersteine sich durch gründliche Nachforschung von selbst auflösen. Auch weil die Wirklichkeit so faszinierend ist und so bezaubernde Fragen aufwerfen kann. Schaut hier:

Earthling Nature

ResearchBlogging.orgby Piter Kehoma Boll

A recently described fossil from the Silurian Herefordshire Lagerstätte in the United Kingdom has called much attention.

A photo of the fossil itself. Image by Briggs et al., extracted from news.nationalgeographic.com A photo of the fossil itself. Image by Briggs et al., extracted from news.nationalgeographic.com

The appearance of the creature was build by scanning the rock and creating a 3D reconstruction of the fossil. It revealed that the animal, obviously and arthropod, had several smaller creatures attached by long threads, like kites. The species was named Aquilonifer spinosus, meaning „spiny kite-bearer“.

A 3D reconstruction of what Aquilonifer and its kites would have looked like. Image by Briggs et al. extracted from sci-news.com A 3D reconstruction of what Aquilonifer and its kites would have looked like. Image by Briggs et al. extracted from sci-news.com

The authors (Briggs et al., 2016) thought about three possibilities to explain the unusual „kites“. They could be parasites, phoronts (i.e., hitchhikers), or babies. The idea of parasites was discarded because such long threads separating them from the host would have made it difficult to feed properly. They…

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