schreckenberglebt: Was ist links?

Ein Autorenkollege, der sich oft öffentlich kluge und politisch unbequeme Gedanken macht schrieb gestern (ich paraphrasiere):

Heute hat die Linke fast all ihre Ziele erreicht, von Abtreibung bis zur gleichgeschlechtlichen Ehe.

Dieser Satz ist Teil einer sehr langen Argumentation in der er sich unter anderem damit auseinandersetzt wer und was heute das Establishment ist, aber mich hat dieser Satz besonders betroffen, denn ich glaube, er illustriert ein großes, wenn nicht DAS Hauptproblem der Linken: Die Themen, die sie für sich beansprucht oder die ihr zugesprochen werden sind nicht links!

Nehmen wir die beiden Beispiele oben:

Was ist an einer Abtreibung links? Die Tatsache, dass eine bestimmte Sorte kirchlich gebundener Konservativer sie ablehnt? Wer für das Recht einer Frau ist, selbst darüber zu entscheiden was mit ihrem Körper passiert, der ist nicht zwangsläufig links. Ein liberaler Bürgerrechtler MUSS diese Position einnehmen. Ein sekular eingestellter Konservativer KANN sie einnehmen. Natürlich KANN man diese Position auch als Linker einnehmen. Ebenso aber ist eine linke Position denkbar die sagt, dass die Gesellschaft das Recht auf Abreibung einschränken kann, wenn sie eine höhere Geburtenrate braucht. Die Frage des Rechts auf Selbstbestimmung über den eigenen Körper ist eine Frage der individuellen Selbstbestimmung, und daher ein klassisch liberales Thema.

Was an gleichgeschlechtlicher Ehe links sein soll ist mir ebenfalls unklar. Wenn zwei Menschen sich lieben und dies auch vor Staat und Gesellschaft bezeugen und damit verbundene Rechte und Pflichten wahrnehmen wollen sollte es völlig egal sein, wie diese Menschen untenrum gebaut sind. Wieder: Auch hier können nur Menschen dagegen sein, die einer erzkonservativen Religion angehören. Wenn man dem aktuellen Papst zuhört ist ja nicht einmal mehr die katholische Kirche völlig dagegen. Und in der Realität sehen wir ja auch: Homo- oder Bi- oder Pansexuelle Menschen die heiraten gibt es quer durch alle politischen Lager, weißgott nicht nur auf der Linken.

Klimapolitik, Feminusmus, Veganismus, Pazifismus… NICHTS davon ist genuin links, nichts davon ist etwas, dem Konservative und Liberale per se nicht zustimmen können. Das Problem ist nur, dass diese Themen irgendwann in der Vergangenheit zu linken Themen erklärt wurden und die Linke sich hat verführen lassen, sie ihrerseits zu linken Themen zu erklären. Das Ergebnis ist, dass ein Konservativer sich nicht problemlos zu einer vernünftigen Umweltpolitik bekennen oder vegan leben kann, ohne dass zumindest Zweifel an seiner konservativen Gesinnung laut werden. Und dass eine Partei wie die Grünen, die eigentlich schon lange eine Volkspartei im alten Sinne ist, die also ein sehr breites politisches Spektrum abdeckt, immer noch mit der Selbsttäuschung lebt, sie sei links (und das auch dauernd erzählt und daher zum Beispiel nicht die gemäßigt konservativen Wählerinnen und Wähler erreicht, die sie erreichen könnte.)

Zur Erinnerung:

RECHTS ist eine politische Einstellung, die den Staat und die Staatsraison (und damit das Wohl aller) über die Rechte des Individuums stellt. Wenn die Staatsraison humantistisch und menschenfreundlich ist kann daraus eine sehr wohltuende und segensreiche Politik erwachsen. Das Problem ist, dass wir „Rechts“ heute, nach dem 20. Jahrhundert, vor allem in Verbindung mit Nationalismus und/oder einer Ständegesellschaft und/oder Kapitalismus und/oder Klerikalismus denken. Diese Verbindungen haben zu den verschiedenen Formen des Faschismus geführt hat, die wir im letzten Jahrhundert kennengelernt haben. Aber das sind natürlich nur mögliche Formen einer Rechtsregierung.

LIBERAL ist eine politische Einstellung, die die Rechte des Individuums höher einschätzt als die Interessen der Gemeinschaft. Die also – in ihrer besten Form – die Bügerrechte verteidigt und jeden nach dem Prinzip „was du nicht willst das man dir tu…“ leben lässt. Der Staat, als Nachtwächterstaat, hat seine Bürger nur zu schützen, ihnen Ressourcen zur Verfügung zu stellen und dafür zu sorgen, dass jeder sich an die goldene Regel hält. Eigentlich sind ALLE Parteien unseres heutigen politischen Systems, von der extremen Rechten und Linken abgesehen, liberale Parteien verschiedener Ausrichtung, wobei AfD und Die Linke Flügel haben, die aus dem liberalen Konsens herausfallen. Aber wenn man einen politisch informierten Menschen von, sagen wir, 1925 die Parteiprogramme von CDU, CSU, FDP, SPD und Grünen lesen lassen würde, er würde sie alle als liberale Parteien klassifizieren, mehr oder weniger nach links oder rechts geneigt. So wie der Faschismus die Perversion der Rechten ist, ist das, was wir heute „Marktliberal“ nennen die Perversion der liberalen Idee. Die Vorstellung, dass man einfach den Markt gewähren lassen soll, zum Wohle aller, hat sich, global gesehen, als fürchterlich falsch und unmenschlich erwiesen, ihre Folgen sind tendenziell faschistisch, da sie eine neue Art von Ständegesellschaft begründen.

LINKS ist und bleibt die Idee der klassenlosen Gesellschaft. Die Idee, dass es keine Herren und keine Knechte geben soll, kein (übermäßig) reich und kein (menschenunwürdig) arm. Dass es Güter gibt – Wasser, Land, Grundnahrungsmittel, staatliche Waffen, Öffentlicher Personentransport etc,. etc., je nach linker Schule ist die Liste kürzer oder länger – die nicht Privateigentum sein können und dürfen. Dass bezahlbarer Wohnraum und Bildung ebenso Menschenrechte sind wie körperliche Unversehrtheit. DAS ist Links! Und so sieht interessanterweise auch fast jede Utopie aus, die Autorinnen und Autoren sich ausgedacht haben. Scheint also etwas dran zu sein. Leider gibt es heute keine einzige wirklich linke politische Strömung, die das verfechten würde, jedenfalls nicht hierzulande. Aus drei Gründen, denke ich:

1.) Historisch gelten die Linken Utopien – Anarchismus, Sozialismus, Kommunismus – als diskreditiert. In Wirklichkeit sind sie nie wirklich getestet worden. Die Anarchisten in Spanien und die Sozialisten in Deutschland sind aparterweise von ihren Kommunistischen bzw. Sozialdemokratischen Brüdern zusammengeschossen worden, Leninismus, Stalinismus und Maoismus waren von Beginn an nicht auf eine klassenlose Gesellschaft, sondern wiederum auf eine Form von Ständestaat (mit der Partei als erstem Stand) ausgerichtet und damit auch – siehe oben – sehr eng mit dem Faschismus verwandt. Alle anderen Ideen einer linken Gesellschaft haben sie ziemlich gewaltsam und ziemlich erfolgreich ausgerottet.

2.) Viel zu viele Linke verwechseln immer noch die Idee einer klassenlosen Gesellschaft mit einer egalitären Gesellschaft. Aber Menschen sind unterschiedlich und werden es immer sein. Eine politische Idee, die dem nicht Rechnung trägt kann nie erfolgreich sein.

3.) Die meisten Linken in Europa und Amerika denken nicht global. Aber wer für Gerechtigkeit und Gleichheit im Sinne von Klassenlosigkeit ist kann sinnvoll nur noch global denken (und lokal agieren). Aber im globalen Maßstab müsste die westliche Linke vor allem zuhören. Und das fällt gerade denen, die sich für links halten, so schwer*.

Wir brauchen eine echte Linke mehr denn je, glaube ich. Und wir haben keine.

 

 

 

*Ja, ja, deshalb reden sie so viel und schreiben ellenlange Blogbeiträge, ich weiß. 😀

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schreckenbergschreibt: Es ist ganz einfach.

Aus gegebenem Anlass:

SCHREIBEN IST ARBEIT!

RECHERCHE IST ARBEIT!

LESEN IST ARBEIT!

Wer mich allen Ernstes fragt, ob ich für lau lese, signalisiert damit, dass er meine Arbeit für wertlos hält. Und warum in aller Welt sollte ich für jemanden lesen, der mich derart verachtet?

Über Art und Umfang der Bezahlung kann man immer reden. Ich bin da durchaus bereit, mich den finanziellen Möglichkeiten des Veranstalters anzupassen, wenn ich die Veranstaltung für interessant und/oder unterstützenswert halte. Und für gute Zwecke die ich gerne unterstütze, lese ich sogar wirklich mal umsonst. Ich betrachte das als Spende. Niemand hat einen Anspruch auf meine Spenden, wofür ich spende entscheide ich selbst.

Und was das „etwas an die Fans zurückgeben“ betrifft: Ich habe den Fans meine Geschichten gegeben, meine Arbeit, mein Inneres, mein Herzblut. Und das hat ihnen offenbar so gut gefallen, dass sie Fans geworden sind. Ich muss niemandem irgendetwas ZURÜCKgeben.

Alles weitere hier: Es ist kein verdammtes Hobby!

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schreckenberglebt: Der böse, böse Trump

Vorweg und um nicht missverstanden zu werden: Ich finde Donald Trumps Politik im ganzen schrecklich und wenn ich darüber entscheiden dürfte, ob er Präsident der USA ist, wäre er es nicht.

Und, um das auch ganz klar zu machen: Kinder von ihren Eltern zu trennen und dann einzusperren ist grausam und nicht zu rechtfertigen.

ABER: Kinder von ihren Eltern zu trennen und einzusperren ist immer noch humaner als Kinder zu ertränken. Punkt.

Alle Europäerinnen und Europäer, die angesichts der Bild- und Tondokumente aus Trumps Kinderlagern Krokodilstränen vergießen und dann bei der nächsten Wahl hingehen und IRGENDEINE Partei wählen, die die derzeitige Flüchtlingspolitik der EU mitträgt, sind verdammte Heuchler. Trump hat keinen riesigen Wassergraben zwischen sich und Mexico, in dem er Menschen ersaufen lässt. Trump hat auch keine Diktatoren in Mexico, die er bezahlt, damit sie Flüchtlinge von ihm fern halten. Er möchte eine Mauer bauen die nie kommen wird und er lässt die Menschen widerlich behandeln, wenn sie die USA erreicht haben. Wir hingegen (nein, nicht die Malteser, nicht die Italiener, WIR, denn wir wollen doch ein geeintes Europa, oder?) lassen die Menschen im Mittelmeer ertrinken und hindern inzwischen sogar Rettungsschiffe am Aus- und Einlaufen. Trump ist immer noch ein Widerling, aber er ist, verglichen mit allen Europäischen Politikerinnen und Politikern, von rechts außen bis tief in die linke Mitte hinein, der humanere Widerling. Um es ganz klar zu sagen: Wer derzeit AfD, CDU, CSU, FDP wählt soll bitte, bitte den Mund über Trumpwähler halten.

Und – und damit fasse ich dann auch an die eigene Nase – wer links von den genannten wählt ist nicht viel besser. Denn wirklich konstruktive Vorschläge von Links, wie man im Europäischen Rahmen damit umgeht, dass sehr, sehr viele Menschen* zu uns kommen wollen, gibt es nicht. Die Lösung, alle unkontrolliert und relativ ungesteuert herein zu lassen, dann in irgendeiner Gemeinde abzuladen und zu sagen: „Liebe Frau Bürgermeisterin, hier sind 5000 Flüchtlinge für sie um die sie nicht gebeten haben, auf die sie nicht eingerichtet sind und von denen sie nichts wissen, viel Spaß damit.“ ist offenkundig keine. Es führt kein Weg darum herum, diese Menschen zunächst einmal nicht als Brüder und Schwestern, sondern als Verwaltungsproblem zu sehen. Das ist nicht inhuman, es gibt eine kalte Form der Humanität, ich komme gleich darauf zurück. Aber wir Linken wollen ja nicht kalt sein, oder? Also sind wir gegen die Abschottung aber auch gegen Pragmatismus. Das führt zwar zum selben Ergebnis (ertrunkene Menschen), aber wir können uns dabei immerhin einem AfD- oder CSU-Wähler moralisch überlegen fühlen. Rettet nicht einen Flüchtling, aber eventuell unseren Nachtschlaf.

Um diese Menschen zu retten, um möglichst viele zu retten, müssen wir kalt werden, pragmatisch, emotionslos – und wir müssen human bleiben. Humanität und Nächstenliebe als Verwaltungsvorgabe betrachten, die unbedingt umzusetzen ist. Wir müssen preußisch sein. Ich glaube, eine Folge einer solchen Haltung wären Flüchtlingslager. Oder, falls das Wort „Lager“ für Gefühlswallung sorgt: Unterbringungseinrichtungen. Groß, sehr groß. Mit so viel Platz, dass sehr viele Menschen sich darin nicht sehr beengt fühlen. Sicher müssen diese Einrichtungen sein, vor allem für die, die darin wohnen. Hygienisch. Es sollte Schulen und Kindergärten geben. Geschäfte (oder etwas ähnliches, Geld werden die Wenigsten haben), Kinos, Bibliotheken, Gotteshäuser, Krankenhäuser. Und natürlich Verwaltungsgebäude, in denen die Menschen registriert werden und befragt, ob sie in ein Asyl- oder in ein Einwanderungsverfahren möchten. Und, so ungern das manche liebe Menschen hören werden: Es muss eine Polizei geben, die nach europäischen Gesetzen vorgeht, wenn irgendwer irgedendwen vergewaltigen will oder wenn manche Menschen in den Lagern – sorry, Einrichtungen – ihre Konflikte von zu Hause dort fortführen wollen. Und ja, die Einrichtungen sollten geschlossen sein. Sie sind der Wohnort von Menschen, deren Status unklar ist, sie sollten es sein, bis ihr Status klar ist. Das ist nicht schön, aber es ist realistisch und sicher besser, als in einem Kriegsgebiet zu wohnen oder in einem wilden Camp irgendwo in Nordafrika. Und, das als letzte Überlegung, dass UNHCR kann vermutlich solche Einrichtungen am besten führen. Wir Europäer sollten sie finanzieren, als europäische Einrichtungen betrachten, die Regeln machen und ggf. das Personal stellen.

Und dann, wenn wir diese Einrichtungen haben, INNERHALB unserer Außengrenzen, dann sollten wir die Menschen, die wollen, herein lassen. Keine Sorge – das werden immer noch viel, viel weniger sein, als derzeit überall auf der Welt in Flüchtlingslagern in weit ärmeren Ländern leben, zum Teil seit Jahrzehnten. Aber es werden natürlich sehr viel mehr sein, als es derzeit zu uns schaffen. Und viele werden sehr lange dort bleiben, das ist auch klar. Aber vielleicht nehmen unsere Politikerinnen und Politiker das Wort von der „Bekämpfung der Ursachen“ dann mal ernst.

Und wenn dann keine Kinder mehr im Mittelmeer ertrinken, sondern gemeinsam mit ihren Eltern in der Sicherheit einer geregelten Unterbringungseinrichtung leben, lernen, spielen, warten, DANN können wir uns moralisch besser fühlen als der Irre in Amerika und seine Wählerschaft.

 

* Nein, der „Flüchtlingsstrom“ ist nicht kleiner geworden. Die Zahl derer die es lebend nach Europa schaffen ist stark zurück gegangen. Das ist ein wichtiger Unterschied und keiner, auf den wir stolz sein können.

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schreckenberglebt: Wachse, CDU. Bitte!

Ich bin geboren und aufgewachsen in NRW, nah an den Grenzen zu Frankreich, Belgien und den Niederlanden, ich fühle mich ebenso als Europäer wie als Deutscher, und ständig muss ich ertragen, dass eine Bayerische Regionalpartei, die bundesweit durch NICHTS legitimiert ist mein Leben mitbestimmt.

Ich habe die CDU Nordrhein-Westfalen auch nicht gewählt, aber eine Mehrheit meiner Landsleute hat das getan und also ist es absolut demokratisch und richtig, dass eine CDU geführte Regierung im Moment hier die Gesetze macht. Finde ich gut. Ist demokratisch legitimiert. Aber dass irgendwelche Provinzfürsten, weil sie Angst haben, die Macht in ihrem Ländchen zu verlieren, dem ganzen Rest der Republik ihren Schwachsinn aufzwingen können ist unerträglich.

Also: Bitte, bitte, bitte, CDU, gründe endlich Deinen Landesverband in Bayern. Dann können die Weißwurstseppel sich bundesweit ausdehnen und sich ihre Nische irgendwo zwischen Dir und der AfD suchen und sind endlich gezwungen, sich ihre Legitimation auch außerhalb ihres Operettenstaates selbst zu erarbeiten. BITTE! Vielleicht wähle ich Dich dann zum Dank sogar mal wieder.

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schreckenbergzeigt: Wer hätte das gedacht?

Ich bin manchmal immer noch erstaunt, dass ich offenbar Feminist bin, aber da es nunmal so ist: Erinnert Ihr Euch noch an die Kontroverse über die Rollenverteilung der Geschlechter im Finder? Der folgende Artikel stützt meine Überzeugung: Gemeinschaften wie meine Siedler (und auch die Nomaden) in einer postapokalyptischen Welt wie ich sie schildere können sich die alten Mann-Frau-Klischees nicht leisten. Jede und Jeder muss sich gemäß ihren/seinen individuellen Fähigkeiten einbringen, nicht danach, wie zufällig der Unterleib gebaut ist. Und das schließt Kriegerinnen ebenso ein wie Näher. Selbst meine kleine Polygemeinschaft im Finder (die „Kommune“) ist offenbar recht nah an der anthropologischen Warheit. Gefällt mir.

Tagesanzeiger vom 28.03.2018: Die Steinzeit war gar nicht so.

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schreckenbergschreibt: Heldt-Spukhaus

Ich hoffe Ihr hattet frohe Ostertage? 🙂

Was lange währt: Morgen um 19.35 Uhr zeigt das ZDF „Spukhaus“, eine Episode der Krimi-Comedy-Serie Heldt aus der Feder von Sarah und mir. Und wenn ihr gaaanz ungeduldig seid könnt ihr auch jetzt schon schauen – hier in der ZDF Mediathek.

Ich bin sehr gespannt auf Eure Meinung.

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schreckenbergschreibt: Spukhaus

Die Ausstrahlung meines ersten Drehbuchs rückt näher. „Spukhaus“, eine Folge der Krimi-Comedy-Serie „Heldt“ , habe ich gemeinsam mit Sarah geschrieben. Ausstrahlungstermin ist der 04. April, 19.35 Uhr im ZDF. Ich bin total gespannt. 😀

Hier findet Ihr eine Vorschau mit Bildern.

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schreckenberglebt: die lächerliche Arroganz des Alters

Was in Parkland geschehen ist war grauenvoll, selbst wenn man es einen Ozean entfernt und nur in den Medien erlebt. Wie grauenvoll muss es erst für die gewesen sein, die dabei waren. Umso mehr Bewunderung nötigt mir die Kampagne ab, die die betroffenen Jugendlichen losgetreten haben. Das macht Hoffnung. Viele Menschen meines Alters sind jetzt überrascht, dass „die Jugendlichen“ zu so etwas in der Lage sind. Warum?

Kaum etwas nervt mehr, als diese Posts in sozialen Medien, die mit „Als wir jung waren…“ beginnen, oder diese dämlichen Bilder von jungen Menschen, die in Gruppen in ihre Smartphones schauen, dazu Texte wie „Here you have your Zombie-Apokalypse“ oder ähnlicher Schwachsinn.

Zunächst mal: Nein, es ist schlicht gelogen zu behaupten „wir“ (Jahrgang 196x – 198x) wären früher bei jedem Wetter mit unserer Clique in den Wald, auf den Abenteuerspieplatz, Boltzplatz etc. gezogen und hätten wild und frei sozial interagiert bis in die tiefe Nacht. Ich zum Beispiel habe zwar auch draußen gespielt (wie meine Kinder Jahrgänge 200x übrigens auch), viel lieber aber habe ich zu Hause gesessen, gemalt, gelesen, Lego gebaut oder in den FERNSEHER geschaut. „Geh doch mal raus spielen“ ist eine Aufforderung gewesen, mit der meine Mutter mich permanent genervt hat. Und natürlich war ihre Generation der Meinung, dass wir alle verblöden, weil wir fernsehen. Als sie jung waren… blablabla.

Und dann kapieren die meisten 35 – 55jährigen Arroganzlinge wohl nicht ganz, was die Jugendlichen da tun, wenn sie in ihre Smartphones starren. Sie interagieren sozial. Sie sprechen mit ihren Freunden (ja, ECHTEN Freunden, die sie aus dem echten Leben kennen), sie planen gemeinsame Unternehmungen, sie lachen zusammen, sie helfen sich… alles echt, echte soziale Interaktion, nur, dass man dafür eben nicht im selben Raum sein muss. Dazu kommt praktischer Nutzen – mein Sohn spielt American Football, alle Absprachen mit den Trainern und mit seinen Defense-Kollegen laufen über eine Whatsapp-Gruppe. Ebenso bei einer meiner Töchter, die selbst Assitenztrainerin in Leichtathletik ist und sich mit ihrer Cheftrainerin, ihren Mittrainerinnen und den Eltern der Kinder die sie trainiert über Whatsapp austauscht. Eine der besten Freundinnen meiner anderen Tochter wohnt in Baltimore. Ohne Skype und entsprechende andere Kanäle gäbe es diese Freundschaft nicht.

Von all dem wissen so viele Menschen in meinem Alter nichts. Sie haben nichtmal gemerkt, dass die jungen Leute Facebook verlassen haben, als wir Älteren es für uns entdeckten. Und in ihrer Arroganz erfinden sie Worte wie „Smombie“ (das nach glaubwürdiger Aussage vieler Jugendlicher die ich kenne nie ein Jugendwort war) und ernennen es zum Jugendwort des Jahres.

Oh und davon, dass ich meine beste Freundin und Co-Autorin ohne ein bestimmtes Internet-Forum gar nicht kennen würde und dass unsere Zusammenarbeit ohne Skype unendlich viel schwerer wäre will ich gar nicht anfangen.

Tja, und jetzt sind so viele davon überrascht, was diese jungen Menschen in den USA organisieren und auf die Beine stellen können. Manche sind dermaßen überrascht, dass sie organisierende Erwachsene dahinter vermuten. Ich verstehe die Überraschung nicht.

Etwas Anderes kommt noch hinzu: Diese Generation ist mit Geschichten aufgwachsen, in denen mutige junge Menschen gegen ein ungerechtes System kämpfen und gewinnen. Ich nenne nur „Harry Potter“ und die „Tribute von Panem“ als herausragende Beispiele. Wenn wir Geschichtenerzähler irgendeine Macht haben, dann haben wir dieser Generation erzählt, dass es sich lohnen kann, gegen das Böse zu kämpfen. Und sie hat offensichtlich daraus gelernt, das macht Hoffnung.

Was hatten wir? „Lord of the Flies“. Basicly: Oooooh, Jugendliche sind schlimm, gut dass es Erwachsene gibt, die sie im Zaum halten. Okay, wir hatten „Es“ , ein wunderschönes Buch über Freundschaft, Liebe, Mut und den Kampf gegen das Böse. Und auch hier sind es zunächst Kinder, die den Kampf aufnehmen. Danke, Stephen King. Und klar haben unsere Eltern uns gesagt, dass das Schund sei.

Etwas Demut ist angebracht. Und etwas Bewunderung für den Mut und die Kraft, die viele Jugendliche beweisen. Immer wieder.

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schreckenbergzeigt: Finder und Nomaden im Laberladen

Worum geht’s bei der Rubrik „Bücherlieblinge“? Ich lese schon seit Jahrzehnten mit Begeisterung und entsprechend viele Bücher, die mir auch über lange Zeit im Gedächtnis geblieben sind, haben sich angesammelt. Es befinden sich nicht mehr alle Bücher in meinem Besitz, was ich bedauere, und nach und nach bemühe ich mich, diese Lieblingsbücher (wieder) in mein…

via [Bücherlieblinge] Der Finder und Nomaden von Michael Schreckenberg — Laberladen.com

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schreckenbergschreibt: 2017 / 2018

Oh je, wirklich? Oktober, seit ich das letzte Mal geposted habe? Himmel…

Na ja, guter Vorsatz für dieses Jahr (wie jedes Jahr, hahaha) – mehr und regelmäßiger bloggen.

Euch jedenfalls, mit gelinder Verspätung: Alles Gute für das Jahr 2018. Ich hoffe, ihr seid gut rüber gekommen.

Schauen wir kurz zurück nach 2017, was hat sich da so getan, schriftstellerisch? Nun, ich habe zwei Kurzgeschichten raus gebracht (oder besser: eine Kurzgeschichte und eine Novelle), und „Es muss sein“, die Kurzgeschichte für Bühne und Vertonung, die ich gemeinsam mit Sarah geschrieben habe ist im Brucknerhaus in Linz aufgeführt worden, gelesen von Christian Brückner, das war schon ein Highlight. 🙂 Ich war in der Jury für den Friedrich Glauser Preis in der Kategorie „Debut“ und wir haben einen sehr würdigen wenn auch außergewöhnlichen Gewinner gefunden, wie ich finde.  Und dann das große neue Thema: Drehbuch.

Wie genau es dazu kam, welche Wege und Umwege ich genommen habe, was das Drehbuchschreiben vom Romanschreiben unterscheidet, und so weiter und so fort, das werde ich alles mal in Ruhe erzählen, aber soviel steht fest: 2017 war mein erstes Jahr als Drehbuchautor und es macht Spaß. Wirklich. Und okay, die Kontoauszüge tragen sehr zum Spaß bei, aber es ist eine wahnsinnig spannendes Feld. Im vergangenen Jahr habe ich (um nur die Projekte zu nennen, die mit festen Auf- und Verträgen verbunden sind) ein Drehbuch für die Serie „Heldt“ geschrieben, ein Exposee für einen Spielfilm und ein Serienkonzept. Alles gemeinsam mit Sarah, wir funktionieren offenbar nicht nur als beste(r) Freund/Freundin, sondern auch als Autorenteam. Das zeichnete sich ja schon bei „Es muss sein“ ab und hat sich bei den Drehbuchprojekten bestätigt. Zum Thema Teamarbeit werde ich beizeiten auch noch ein wenig erzählen, ich hätte eigentlich nicht gedacht, dass darin gut bin.

Und es geht weiter: Ich bin gerade aus Wien und Graz zurück, wo ich mit Sarah für den genannten Spielfilm recherchiert und für eine weitere Serienfolge geplottet habe. Es läuft, und es läuft gut.

Von all dem will ich Euch in der kommenden Zeit erzählen, außerdem von einer neuen Romanidee, einer Kampfkunst, die ich im letzten Jahr begonnen habe (damit sind es jetzt drei gleichzeitig 😀 ), Autorinnen und Autoren die mich ebenso beeindruckt haben wie Filme und Fernsehserien, außerdem gibt es da ja noch die Politik und das Leben… eigentlich genug Themen, um öfter mal zu bloggen, oder?

Bis bald. 😉

P.S.: Für Euren Terminkalender – unsere Heldt-Episode heißt „Spukhaus“ und wird am 04. April im ZDF ausgestrahlt. Eine Woche früher ist sie in der Mediathek.

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