schreckenberglebt: Mögest Du…

Leute, die sich bemüßigt fühlen mitzuteilen, wie sehr sie Greta Thunberg nervt, sind eigentlich lächerlich. Wenn mir jemand sagt: „Die überwältigende Mehrzahl aller Experten ist der Meinung, dass Dein Haus brennt.“ dann ist es klug, auf diesen Menschen zu hören. Und es ist dumm, es nicht zu tun.

Es sei denn, natürlich, man hat das Haus zwar angezündet, steht aber neben der Haustür und kann bequem raus, bevor alles zusammenstürzt. Das ist die Situation von ALTEN Gretabashern, eine der widerlichsten Gattungen von Klimawandelmimimisten. Jürgen von der Lippe ist so einer. Um eine weitere Metapher zu bemühen: Er benimmt sich wie ein Mann, der einen Aufzug verlässt, eine Handgranate durch die sich schließende Tür wirft (denn JA! seine Generation hat sie geworfen) und sich über die Schreie der Menschen drinnen beschwert, die der kommenden Explosion ausgeliefert sind.

Meine Generation hat auch eine Granate fallen lassen, aber es kann durchaus sein, dass ich noch drin bin, wenn sie hoch geht. Meine Kinder haben KEINE Granate fallen lassen und sind, nach aller Wahrscheinlichkeit, sicher noch drin, wenn Jürgens und meine explodiert. Und ich versuche zumindest ihnen zu helfen, das Ding wieder los zu werden. Jürgen von der Lippe hingegen…

Ich wünsche Jürgen von der Lippe ein langes, langes Leben. Möge er 120 Jahre alt werden. Und dann, wenn er sehr, sehr alt, und sehr sehr hilfsbedürftig ist, in den Zeiten, die kommen, bittet er vielleicht jüngere Menschen um Hilfe. Und vielleicht werden sie antworten: „Glaubst Du, wir erinnern uns nicht an Dich?“

Mögest Du in interessanten Zeiten leben, Jürgen von der Lippe.

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schreckenbergschreibt: Aber früher war er besser…

Alle Künstlerinnen und Künstler von denen ich weiß, die sich über Jahrzehnte halten und originell bleiben, wandeln sich – und damit wandelt sich selbstverständlich auch ihre Kunst. Es sei denn, sie verlieren irgendwann ihre Kreativität und sind – aus kommerziellen oder persönlichen Gründen – gezwungen, das alte Zeug immer und immer wieder zu präsentieren, mal in neuem Gewand, manchmal nichtmal das. Mir fällt hier eine Band ein, die schon vor meiner Geburt sehr erfolgreich war, es bis heute ist, die ich sehr liebe für ihre großartige Musik – und die irgendwann, vor 30 Jahren oder so, begonnen hat, sich selbst zu kopieren, wieder und wieder und wieder und wieder… es ist sehr traurig, das mitanzusehen.

Ein Gegenbeispiel ist Leonard Cohen, der selbst unter widrigen Umständen und finanziellem Druck noch in der Lage war, kreativ zu sein, sich neu zu erfinden, alte Stücke neu zu präsentieren, neues, Originelles zu schaffen. Einige seiner Alben aus den 2000ern gefallen mir nicht so gut (die letzten beiden dann wieder sehr), aber das bedeutet nichts. Ich erwarte von einem/einer Künstler*in nicht, dass er oder sie jahrzehntelang meinen Geschmack bedient.

Und damit wäre wir beim Punkt des heutigen Eintrags: Zwei Künstler, die mich seit den 80er Jahren begleiten, haben sich in dieser Zeit sehr gewandelt – und dabei wütende Reaktionen bei ihren Fans hervorgerufen. Ich rede von Stephen King und Nick Cave. Wer Kings Geschichten aus den 70ern und 80ern mit seinen heutigen vergleicht, wer Nick Cave & The Bad Seeds von vor 3X Jahren und von heute hört, der wird einen großen Unterschied feststellen. Und nichts anderes ist zu erwarten.

Es gibt Fans, die verstehen das nicht. Sie haben King und Cave zu einem bestimmten Zeitpunkt ihrer künstlerischen Entwicklung kennengelernt, haben sich dafür begeistert – und erwarten, dass alles immer so bleibt, wie sie es gern haben. Diese Menschen haben, meiner Meinung nach, ein falsches Verständnis, sowohl von der Natur dessen, was ein(e) Künstler*in tut, als auch zum Verhältnis, das wir Künstler*innen zu den Menschen haben, die unsere Kunst konsumieren.

Wir lieben unser Publikum! Wir sind glücklich und dankbar, dass es uns und unsere Arbeit schätzt, dass es uns unterstützt, dass es uns stärkt und verteidigt. Aber wir schulden ihm nichts! Das Publikum gibt uns Applaus und Unterstützung (und – meistens – Geld), wir geben ihm unsere Zeit, unsere Mühen, unsere Kreativität, unser Herzblut. Und bestenfalls bleiben wir ein Leben lang zusammen. Aber niemand hat einen Anspruch darauf, dass wir gleich bleiben, exakt so wie an dem Tag, als wir uns kennengelernt haben.

Ich mag nicht alles von Stephen King und Nick Cave. Es gab Zeiten, da haben sie Kunst geschaffen, die nicht zu meinem persönlichen Geschmack passt. In diesen Zeiten habe ich mich an dem „guten alten Zeug“ erfreut und gewartet, wo ihre Entwicklung sie wohl weiter hin führt. Und siehe da – wir sind auch wieder zusammengekommen. Wenn man eine(n) Künstler*in wirklich verehrt, dann ist seine/ihre Entwicklung zu beobachten und daran Teil haben zu dürfen oft interessanter als die Werke selbst.

Nick Cave hat in seinen Red Hand Files gerade ein paar sehr kluge Worte dazu geschrieben – Ihr könnt sie hier lesen. Und wenn ich ihn richtig verstehe, gibt es auch ein Lied von ihm zu dem Thema. Es gehört zu denen, die ich mag:

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schreckenbergschreibt: Der blanke Horror im Leverkusener Literaturcafé

Eigentlich müsste die Kategorie „schreckenbergunterhältsich“ heißen. Auf Einladung der Autorengruppe FAUST plaudere ich am kommenden Samstag (18. Januar) mit M. T. Schurkus über Horror in Literatur, Film und Serie (wie hier schon einmal erwähnt). Das ganze findet im Rahmen des Leverkusener Literaturcafes in der Stadtbibliothek Leverkusen statt. Beginn ist um 14 Uhr, Eintritt 5 Euro, Kaffee und Kuchen inklusive. Ich bringe frische Inspiration von meiner aktuellen Recherche in Wien (wo ich gerade immer noch bin) mit, inklusive Zentralfriedhof und Narrenturm. 😉 Würde mich freuen, Euch am Samstag zu treffen.


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schreckenbergschaut: The Fall of the House of Usher

Es wird nicht unbedingt überraschen, dass ich Edgar Allan Poe sehr schätze. Poe war, glaube ich, der erste Klassiker den ich (als Fastnochkind) freiwillig gelesen habe, er begleitet mich mein ganzes Autorenleben lang, selbst mein Lieblingsteam in der NFL ist ein Poe-Team :-D.

„The Fall of the House of Usher“ ist eine seiner surrealeren Geschichten (und hat – meiner Meinung nach – einen der drei besten ersten Sätze in der Literaturgeschichte). Als Claudia mich also, die Theaterkarten für die nächste Saiso zusammenstellend – fragte, ob ich Lust hätte, mir mit Ihr eine Umsetzung des „House of Usher“ als Figurentheater anzusehen, war ich interessiert – und vorsichtig. Sowas kann gut gehen. Oder ganz, ganz schlimm an die Wand fahren.

Nun – es wäre untertrieben zu sagen, dass es gut ging. Ich stehe immer noch unter dem Eindruck des heutigen Abends und des „Untergangs des Hauses Usher“ in der Interpretation der Bühne Cipolla. Mir fehlen immer noch die Worte, und deshalb mache ich auch nicht viele: Sehr beeindruckend. Schaut Euch das an, wenn Ihr könnt.

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schreckenberglebt: Kein Fußbreit den Faschisten! Es sei denn, wir müssten dafür unangenehme Kompromisse machen!

Soso, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Deutschland kritisieren also Die Grünen in Österreich für den Koalitionsvertrag mit der ÖVP. Mal abgesehen davon, dass es immer einfach ist, eine große Klappe zu haben, wenn man selber nicht in der Verantwortung ist: Ich darf dem entnehmen, dass den Deutschen Grünen in der selben Situation – 13 % gegen 37 % und ein Verhandlungspartner mit Alternativen – ihre moralische Unbeflecktheit wichtiger wäre, als unser Land vor fünf Jahren CDU/AfD Regierung zu bewahren? Bloß keine Kröten schlucken, lieber das Land den Faschisten überlassen? Danke, werde ich mir für künftige Wahlentscheidungen merken. (Ähm… und wie war das nochmal, mit Hartz IV?).

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schreckenberglebt: Waking up

Gerade habe ich die 50. und letzte Meditation im Einführungskurs von Sam Harris „Waking Up“ beendet. Nick Cave hat ihn in seinen Red-Hand-Files empfohlen, für Leute, denen Transzendentale Meditation – die er selbst betreibt – zu teuer ist. Mir ist sie auch zu teuer, ich habe aber auch ein paar andere Probleme damit (womit ich sie nicht diskreditieren will – das ist meine persönliche Meinung, und ich empfehle sehr, dass Ihr Euch Eure eigene bildet 😉 ). Nick Caves Empfehlung zu folgen hat sich hier jedenfalls sehr für mich gelohnt, ich werde diese Meditationen in meinen Alltag integrieren, und gebe den Tipp weiter: Wenn Ihr Euch für Mediation interessiert, auch und gerade als Anfänger*innen, lege ich Euch Sam Harris als Guide sehr ans Herz.

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schreckenberschreibt: Ein Jahrzehnt geht, ein Jahrzehnt kommt

Euch allen ein schönes, glückliches und gesundes neues Jahr – und Jahrzehnt!

Der 1. Januar ist ja normalerweise mein (und nicht nur mein) Rückblick-Ausblick-Tag. Ein Artikel darüber wäre recht kurz: Da 2020 voraussichtlich vor allem wieder ein Drehbuchjahr werden wird, und die entsprechenden Verträge ebenso wie die Gewohnheit der Branche beinhalten, dass man über ungelegte oder auch schon in der Brutphase befindlichen Eier nicht zu detailliert spricht, könnte ich darüber nicht allzu viel sagen, außer: Im Moment schweben drei konkrete Projekte in der Luft, alle sehr vielversprechend, alle in Wien. Sehr unbefriedigend ich weiß, und glaubt mir – ich würde auch gerne mehr darüber reden. 😀 Immerhin: Ich werde wohl in diesem Jahr viel reisen, viel schreiben und würde Euch bitten, viele Daumen zu drücken.

Über das vergangene Jahr kann ich immerhin sagen, dass es ein sehr erfolgreiches Heldt-Jahr war. Die siebte Staffel wird gerade ausgestrahlt, Sarah und ich haben dafür die Folge „Der Mann aus Wien“ geschrieben, die sowohl beim Team als auch bei den Zuschauern sehr gut angekommen ist. Die achte Staffel wird, so weit ich weiß, im Herbst dieses Jahres ausgestrahlt, diesmal sogar mit zwei Episoden von uns. In Hinsicht auf neue und schwebende Projekte war 2019 ebenfalls ein sehr gutes Jahr – die Saaten, von denen ich hoffe, dass einige dieses Jahr aufgehen, habe ich letztes Jahr gesäht.

Aber in der vergangenen Nacht ist ja nicht nur ein Jahr gegangen, sondern ein ganzes Jahrzehnt. Und das war für mich ein sehr, sehr bedeutendes Jahrzehnt. Privat in vieler Hinsicht (allein, dass ich vor zehn Jahren noch drei kleine Kinder hatte und jetzt mit drei jungen Erwachsenen unter einem Dach lebe, über die ich sehr glücklich bin). Am Entscheidensten – auch für viele private Veränderungen – war aber wohl, dass dies mein erstes Jahrzehnt als professioneller Schriftsteller beziehungsweise Autor war.

Im November 2010 ist „Der Finder“ erschienen, mein erster Roman. Das war nicht der Moment, der mich zu Schriftsteller gemacht hat. Schriftsteller bin ich seit 1984, als ich meine erste Kurzgeschichte geschrieben habe. Und als Geschichtenerzähler wurde ich geboren. Aber zum ersten Mal waren zwei Verlage (die erste Auflage des Finders ist noch in Kooperation von JUHRVerlag – heute JUHRmade – und Gardez!Verlag erschienen) bereit, ein wirtschaftliches Risiko einzugehen, um meine Geschichten unter die Leute zu bringen. Denn das ist es, was eine(n) professionellen Autor(in) ausmacht – nicht nur, Geschichten zu erzählen, sondern sie mit Hilfe von Geschäftspartner*innen zu verbreiten, um davon zu leben.

Ich habe nie den Fehler gemacht, die Veröffentlichung meines ersten Romans als Endpunkt zu sehen. Obwohl er das auf eine gewisse Art war – davor lagen 12 Jahre, in denen ich immer wieder erfolglos versucht habe, meine Romane und Kurzgeschichten an den Mann, respektive den Verlag zu bringen. Aber viel mehr als ein Ende war er ein Beginn – danach kamen vier weitere Romane, viele Kurzgeschichten, viele Lesungen und schließlich die Drehbücher, eine noch einmal andere und sehr faszinierende Art zu erzählen. Und natürlich sind diese zehn spannenden, schönen, glück- und erfolgreichen Jahren über und über voll gewesen mit Rückschlägen, Selbstzweifeln, Ängsten, Verzweiflung und Unsicherheit. Aber so funktionieren Künstler.

All das wäre niemals möglich gewesen ohne drei Menschen, dich ich immer als meine „Erstleser“ bezeichne – die lächerlichste Untertreibung und versteckteste Liebeserklärung, die es gibt:

Stefan, mein bester Freund, der seit 20 Jahren mein Verbündeter und Begleiter als Geschichtenerzähler ist. Er ist ein verdammtes Mulititalent, vor allem Musiker aber auch Autor und Zeichner. Und in allem wirklich sehr gut. Wir haben uns fast ein Jahrzehnt lang jede Woche getroffen, neu geschriebene Seiten ausgetauscht, über unsere Geschichten diskutiert und sehr viel Spaß dabei gehabt. Aber eben nicht nur das – diese Autorenfreundschaft gibt mir bis heute unglaublich viel Sicherheit. Und ich habe in unseren Gesprächen so viel über mich und meine Art zu schreiben gelernt, dass ich nicht ermessen kann, wie es ohne dies gewesen wäre.

Was Sarah mir ist kann ich in einem Wort nicht ausdrücken. Freundin, Reise- und Jagdgefährtin in der Zone, Vertraute, Co-Autorin, Spiel- und Sparringspartnerin… Wir haben uns 2003 in einem Online-Forum für Menschen kennengelernt, die gerne schreiben, uns zunächst kurz angeblafft um dann festzustellen, dass wir uns allerbestens verstehen. Wir haben unsere Texte besprochen und ein paar Jahre später habe ich ihr empfohlen, Drehbuch zu studieren, was man – ausgehend von der Tatsache, dass wir heute einiges gemeinsam schreiben und sie mich in ihr berufliches Netzwerk genommen hat – als sehr langfristigen genialen Plan deuten könnte. War es aber nicht, so genial bin ich nicht. 😀 Wir sind zwei Künstlermenschen, die sich verstehen, ergänzen, stärken, helfen. Dabei arbeiten wir übrigens sehr unterschiedlich, und wenn wir als Autorenduo unterwegs sind (was bei uns beiden nur den kleineren Teil unserer Arbeit ausmacht) müssen wir uns häufig zusammenraufen. Aber darum geht es gar nicht. Ob wir gemeinsam oder alleine arbeiten – wir wissen immer, dass wir die Reise in die „Zone“ (also jene seltsame und gefährliche Welt, in der wir unsere Geschichten finden) nicht alleine machen müssen. Und es ist gut, dort nicht alleine zu sein.

Nichts von alledem worüber ich hier schreibe gäbe es ohne Claudia, meine Frau. Ohne sie wäre ich nicht nur nicht der Autor der ich bin – ich wäre nicht einmal der Mensch. Ich habe keine Ahnung, was ohne sie aus mir geworden wäre. Sicherlich etwas weniger Gutes. Als wir vor fast 29 Jahren ein Paar geworden sind, hatte sie vielleicht ein ganz kleines bisschen eine Ahnung davon, auf was sie sich einlässt. Sie ist auch Künstlerin (Musikerin) und sicher erkennen wir einander. Aber was dabei wirklich herauskommt… Mit mir zu leben ist, vorsichtig gesagt, nicht einfach. Claudia hat mich immer bedingungslos (ja, wirklich) unterstützt und gestärkt, hat an mich geglaubt, mir geholfen, hat Opfer gebracht, aus Liebe zu mir, und weil sie eben an mich geglaubt hat und glaubt. Letztlich hat sich alles zum Guten gewendet – aber das wusste sie nicht, als ich sie gebeten habe, mir sieben Jahre zu geben. Sieben Jahre in denen ich versuche, als Autor Fuß zu fassen – und dazu unsere Kinder und den Haushalt zu bändigen – während sie draußen in der Welt jeden Tag ihren Job macht, um diese Familie zu ernähren. Und das wußte sie auch nicht, als aus den sieben Jahren acht, neun, zehn und mehr wurden. Ich habe keine Ahnung, warum immer an mich geglaubt hat, auch in den finstersten Zeiten, aber sie war und ist immer da. Und dabei ist sie gottlob nicht kritiklos – sie schwärmt mich nicht an und findet alles toll was ich mache. Ich kann mich darauf verlassen, dass ich Gegenwind bekomme, wenn ich ihn brauche – ebenso, wie ich mich jederzeit bei ihr in Sicherheit bringen und nach Hause kommen kann. Und bei all dem bietet sie mir immer wieder – auch nach 29 Jahren – neue Erfahrungen, spannende Erlebnisse, Spaß, Glück und Freude. Das Leben mit Claudia ist niemals langweilig. Ich lache sehr gerne mit ihr. :-*

Ja, ich weiß, ein wenig sentimental das alles, aber es ist der Rückblick auf ein für mich immens wichtiges und aufregendes Jahrzehnt. Da darf ich schon mal die Menschen feiern, die mit mir dadurch gegangen sind – drei meiner sechs Lieblingsmenschen (und zur Entstehung der anderen drei habe ich direkt beigetragen). Ich möchte meine lieben Erstleser bitte behalten dürfen, für die ganzen restlichen Jahrzehnte, die da noch kommen.

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schreckenbergschreibt: Die Umweltsau, der Hühnerstall und der Shitstorm

Eigentlich ist ja zum so genannten „Omagate“ schon alles gesagt. Was die Empörten angeht, so ist es fast tröstlich anzunehmen und zu hoffen, dass sie einfach nicht sinnentnehmend lesen oder hören können. Aber natürlich war es nicht so. Der Shitstorm, inklusive Demonstration von Faschisten vor dem WDR, Morddrohungen und Anprangern von Einzelpersonen und weinerlichem Einknicken der windelweichen Demokraten war eines von vielen Beispielen dafür, wie die Rechte in diesem Land immer wieder erfolgreich die Debatte an sich zieht und bestimmt.

Für mich ist bei alldem besonders verstörend, wie wenig die Eliten dieses Staates – führende Politiker*innen und Medienvertreter (ohne *innen, ich meine den Herrn Buhrow schon persönlich) – offensichtlich von Sozialen Medien verstehen. Wer Ende der 2010er Jahre immer noch glaubt, es bei einem solchen Shitstorm mit einem Ausdruck der Empörung einer breiten Bevölkerungsschicht zu tun zu haben, ist entsetzlich naiv. Wo waren diese Leute in den letzten 10 Jahren? Und wenn sie es selbst nicht verstehen – was haben die für Berater? Und das sage ich gar nicht als Ex-PR-Profi – ich habe meine Abschied von der PR ziemlich genau zu dem Zeitpunkt genommen, als die Sozialen Medien da begannen, richtig relavant zu werden. Es ist eher der Historiker in mir, der die Parallelen sieht – wieder gibt es eine „neue“ (also… offenbar immer noch neu für Leute, denen das echt nicht neu sein dürfte) Form der massenwirksamen Propaganda, mit der die alten Eliten nicht umgehen können, und der sie hilflos gegenüber stehen. Wie kann das sein? Wie darf das sein?

An all jene, die immer so gerne Sonntagsreden von der wehrhaften Demokratie schwingen: Sucht Euch Berater*innen, die Soziale Medien, Junge Menschen, außerparlamentarische Bewegungen (konstruktive wie destruktive) und all die anderen Dinge verstehen, die Euch so lange egal waren und die Euch jetzt wieder und wieder überrollen, mit einer neuen großen Überraschung jeden Monat. Hört auf sie. Lernt. Oder geht weg von den Hebeln der Macht, das ist kein Spielzeug für bräsige alte Leute. Heute nicht mehr.

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schreckenberglebt: Türchen Nr. 24 – Letztes Türchen

Frohe Weih… Nein, noch ist es nicht so weit. 😉 Heute ist Heilige Nacht, Weihnachten beginnt also – nach jüdischer Tradition – nach Sonnenuntergang oder – nach abendländischer Tradition – am Morgen des 25. Dezember.

So oder so – am 24. wird das letzte Adventskalendertürchen geöffnet. Heute mache ich es kurz und verweise Euch noch einmal auf meine Weihnachtsgeschichte, die ich gestern für Euch eingestellt habe.

Und wenn Ihr es etwas besinnlicher mögt: Nick Cave hat in den Red Hand Files (die ich nur wärmstens empfehlen kann) gerade sehr klug und lesenswert auf die Fragen einiger Fans zum Theme „Weihnachten“ geantwortet:

THE RED HAND FILES
Issue #77 / December 2019

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schreckenbergschreibt: Türchen Nr. 23 – Euer Weihnachtsgeschenk

Fast alle Türchen dieses Adventskalenders sind offen – Zeit für Euer Weihnachtsgeschenk. 😉 Es ist eine Geschichte aus dem Universum von „Der Finder“ und „Nomaden“ , die ich noch nirgendwo veröffentlicht habe – abgesehen von diesem Blog, wo ich sie schon einmal als Weihnachtsgeschichte eingestellt habe. Da die alte Datenbank nicht mehr zugänglich ist und ich vermute, dass sie meisten von Euch sie noch nicht kennen – hier ist noch einmal:

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