schreckenbergzeigt: The Milwaukee Riots

Hochinteressanter Off-Topic Beitrag von A. E. Larsen, einem meiner Lieblingsblogger. Bitte lesen. Und während Ihr das lest, fragt Euch doch mal, wie oft Ihr in letzter Zeit Berichte über Kriminalität von „Flüchtlingen“ oder „südländisch aussehenden Menschen“ gelesen habt. Wer glaubt, das läge daran, dass diese Menschen besonders oft kriminell würden, schaue zum Beispiel hier.

 
Very interesting off-topic post by A. E. Larsen, one of my favourite bloggers. Please read. And while reading, ask yourself (if you live in Germany), how often you have read about crimes commited by „refugees“ or „southernish looking people“ lately. Whoever thinks, this results from these people commiting crimes remarkably often, look here.

An Historian Goes to the Movies

I live in Milwaukee, and over the past day or so, I’ve gotten calls and textmessages from friends and relatives elsewhere wanting to know what’s happening in Milwaukee. The riot that broke out on the night of Saturday, August 13th has made headlines around the planet.

This blog isn’t about politics. But I’m a scholar, and at the moment, my professional research is focused on student violenceat the University of Oxford in the Middle Ages, so I tend to notice things about riots these days. And while I’m a medievalist and not a scholar of contemporary America, I think I have something to add to the discussion about the riots in my home city. So I hope you can forgive me for digressing from my normal topic of historical movies for a post. As a scholar, I feel I have a duty tooffer the perspective my research provideson contemporary…

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schreckenberglebt: Feminismus? Ich bin dabei.

Meine beste Freundin, Feministin, bezeichnete mich neulich als Feministen und meinte das als Kompliment.

Ich war etwas verwundert. Ich bin in den 1970ern geboren, für mich waren Feministinnen immer die Schwanz-ab-Fraktion. Die Frauen, die sich aufgrund ihres Geschlechtes für bessere Menschen hielten und damit im Grunde kein bisschen weniger sexistisch als die Sorte Männer, deren Sexismus sie zu Recht vehement bekämpften. Für mich sind Frauen – und Männer – erstmal Menschen, irgendeine Wertung, Bevorzugung oder Diskriminierung aufgrund des Geschlechts lehne ich ab. Und wo sie besteht, da muss sie beseitigt werden. Was natürlich bedeutet, dass in unserer Gesellschaft, in der meist (wenn auch nicht ausschließlich) Frauen diskriminiert werden viel gegen die Diskriminierung von Frauen getan werden muss. Die Tatsache, dass ich 10 Jahre lang Selbstverteidigungskurse für Frauen gegeben habe, ist ein Teil meines Beitrages dazu, hoffe ich.

Nur – ich dachte, das sei selbstverständlich. Common sense unter vernünftigen Leuten, kein -ismus. Nun erzählt mir aber ein Freund, der beruflich viel mit der Autoindustrie zu tun hat, was da auf allerhöchster Ebene so abgeht. Und ich weiß leider, dass das nicht nur die Autoindustrie betrifft. Aber ich dachte immer, das seien Relikte, demnächst überwunden. Scheint nicht so. Meine ältere Tochter – ebenfalls Feministin – trägt ein Sweatshirt mit der Aufschrift: „Feminism: The radical notion that women are people.“ Und wenn ich meiner Freundin, der oben erwähnten, erkläre, dass ich doch nur für völlig selbstverständliche Gleichberechtigung bin, dann sagt sie:

„Eben. Das macht Dich ja zum Feministen.“

Wenn das so ist – count me in.

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schreckenbergzeigt: Biological fight: kites, mites, quite bright plights

Ich bin ein Recherchefreak. Nicht nur, weil ich es mag, wie meine Geschichten von selber zu fließen beginnen, wenn der Hintergrund stimmt und vermeintliche Stolpersteine sich durch gründliche Nachforschung von selbst auflösen. Auch weil die Wirklichkeit so faszinierend ist und so bezaubernde Fragen aufwerfen kann. Schaut hier:

Earthling Nature

ResearchBlogging.orgby Piter Kehoma Boll

A recently described fossil from the Silurian Herefordshire Lagerstätte in the United Kingdom has called much attention.

A photo of the fossil itself. Image by Briggs et al., extracted from news.nationalgeographic.com A photo of the fossil itself. Image by Briggs et al., extracted from news.nationalgeographic.com

The appearance of the creature was build by scanning the rock and creating a 3D reconstruction of the fossil. It revealed that the animal, obviously and arthropod, had several smaller creatures attached by long threads, like kites. The species was named Aquilonifer spinosus, meaning „spiny kite-bearer“.

A 3D reconstruction of what Aquilonifer and its kites would have looked like. Image by Briggs et al. extracted from sci-news.com A 3D reconstruction of what Aquilonifer and its kites would have looked like. Image by Briggs et al. extracted from sci-news.com

The authors (Briggs et al., 2016) thought about three possibilities to explain the unusual „kites“. They could be parasites, phoronts (i.e., hitchhikers), or babies. The idea of parasites was discarded because such long threads separating them from the host would have made it difficult to feed properly. They…

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schreckenbergzeigt: What she said.

Ich wollte selbst etwas zum Brexit schreiben – wer nicht – aber ich denke die kurze, bittere Analyse meiner Freundin Sarah Wassermair im zweiten Absatz ihres Blogbeitrags fasst es zusammen. Die Schotten können sich als Nation lösen oder einen Sonderstatus erstreiten, da bin ich sicher. Aber die jungen, gebildeten Engländerinnen und Engländer, die mit der Entscheidung der Alten und/oder Ungebildeten noch viele Jahrzehnte leben müssen haben meine ganze Sympathie. Und London bleibt meine Lieblingsstadt. Was für ein trauriger Tag.

Der Guppy war's und nicht die Lerche

Okay, that’s it. Ich erkläre 2016 hiermit für unzurechnungsfähig und enthebe es seines Postens.
2012 kommt aus der Pension und wird interimsmäßig übernehmen, bis 2017 mit seiner Ausbildung durch ist und sich der sich der wichtigen Aufgabe gewachsen fühlt, nicht alle fünf Minuten irgendwelche Kunstikonen umzubringen, Leute im Mittelmeer zu ersäufen oder die EU zu zerlegen. Herzlichen Dank.

Am meisten Leid tun mir grad die jungen Briten – die, die in großer Mehrheit für den Verbleib in der EU gestimmt haben, und die aus der reinen Sturheit ihrer Alten heraus so viele Möglichkeiten verloren haben. Die bald nicht mehr so frei Reisen, Arbeiten, Leben, Heiraten können wie noch vor ein paar Tagen, einfach, weil ein paar alte, bornierte Deppen nicht über den Tellerand schauen konnten.

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schreckenbergschaut: Immer noch verliebt, obwohl…

Der Unterschied zwischen guten und schlechten Lehrern zeigt sich an meinem Beispiel plakativ an zwei literarischen Werken: Macbeth und Der Untertan. Während wohlmeinende Zeitgenossen mich nachträglich darauf aufmerksam gemacht haben, was für ein großes Werk Heinrich Mann Roman ist – weil mein Lehrer in in seinem Unterricht zu einem grauenvollen Brei aus Belanglosigkeit und Langeweile zerkocht hat – habe ich Macbeth vom ersten Moment an geliebt. Und mein Englischlehrer hat sehr viel dazu getan mir diese Liebe nicht auszutreiben. Entsprechend gespannt war ich natürlich auf die Neuverfilmung dieses geliebten Werkes. Soeben habe ich sie mir auf DVD angesehen, gemeinsam mit Sarah, die dazu kurz gebloggt hat. Und ich liebe das Scottish Play immer noch. Aber nicht dieser Verfilmung wegen.

Macbeth

Drehbuch: Jacob Koskoff, Michael Lesslie, Tod Louiso nach William Shakespeare
Regie: Justin Kurzel

Ich will nicht viel zum Inhalt sagen, den setze ich mal als bekannt oder leicht herauszufinden voraus. Also, was haben Koskoff, Lesslie, Louiso und Kurzel aus Shakespeares großartigem Drama gemacht? Kurz gesagt: Sie haben es eingedampft und abgeflacht.

Hier ist Macbeth als ein Typ eingeführt, der vom Tod seines Sohnes und dem blutigen Schlachtgeschehen, das sein Job ist, arg traumatisiert ist. Deshalb hört er auf die Einflüsterungen der Weird Sisters (und seiner Frau), verfällt dann geradezu blitzartig dem Wahnsinn und am Ende stirbt er. Ja… kann man so machen. Muss man aber nicht.

Fairerweise sei gesagt: Macbeth ist, für Shakespeares Verhältnisse, ein kurzes Stück. Wirklich kurz. Aber deshalb ist es nicht flach, es trieft von Leben, und wo die Entwicklung schnell geht, da hat der Zuschauer üblicherweise keine Probleme, das Ungezeigte mit der eigenen Phantasie aufzufüllen. Hier aber ist jedes Leben aus den Figuren herausgepresst, besonders Macbeth entwickelt sich sprunghaft und willkürlich. Da ist ewig Zeit für Kamerafahrten und Landschaftsaufnahmen – und sehr wenig für die Figuren. Eine meiner Lieblingsszenen, weil unvergleichlich tragisch geschrieben, ist die, in der Macduff von der Ermordung seiner Familie erfährt. Hier aber… Sean Harris, der Macduff spielt, darf ein wenig brüllen (die Gleichung „große Gefühlswallung = Brüllen“ geht in diesem Film meist auf) und dann hat es sich schon mit der Trauer. Etwas weniger Zeit für Effekte wie das Martial-Arts-Ballet im letzen Kampf zwischen Macbeth und Macduff (inklusive Schulterwurf), und ein wenig mehr Zeit für Szenen wie diese und der Film wäre sehr viel weniger belanglos.

Eine Ausnahme allerdings gibt es: Lady Macbeth (Marion Cotillard) ist eine starke Figur, lebendig, verzweifelt, mit spürbaren und nachvollziehbaren Emotionen vom für sie tragischen Beginn (auch eine gute Idee, das Stück mit der Beisetzung des kleinen Macbeth Junior beginnen zu lassen) über ihre geborgte Stärke bis zum Bruch beim Mord an den Macduffs (ebenfalls sehr gut, dass sie dort dabei ist) und der folgenden Selbstauslöschung. Dieselbe Kraft für Macbeth, Macduff und den völlig blassgeschriebenen und -inszenierten Malcom, und das hätte ein wirklich guter Film werden können.

Oh – und die Weird Sisters sind wirklich hübsch weird. Aber das rettet es auch nicht.

Fazit: Kunstvolle Bilder und brauchbare Schauspieler reichen nicht – es kommt, immer, immer, immer auf die Geschichte an. Und die ist hier – von der einen Ausnahme Lady Macbeth abgesehen – recht  misslungen gekürzt und eingedampft. Kein wirklich schlechter Film, dazu ist die Vorlage einfach zu gut. Aber auch nicht gut. Mittelmäßig. Und das ist, bei dem Ausgangsmaterial, schade.

 

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Über Fanfiction

Misaoi heißt jetzt Kath, bloggt aber immer noch äußerst lesenswert.😀

Zwei Dinge würde ich gerne ergänzen:

1.) Shades of Grey…

… ist nicht nur, wie Kath schreibt, stilistisch schmerzhaft, sondern auch auf viele andere Arten. Irgendwann blogge ich darüber mal extra. In diesem Zusammenhang aber, da Kath auch über Recherche spricht:

E.L. James, die Autorin des Machwerks, gibt offen zu, dass sie nie über Sadomasochismus und das, was Sadisten, Masochisten und Switches einvernehmlich tun, recherchiert hat. Sie hat geschrieben, wie sie sich das vorstellt. Das Ergebnis ist, dass für eine sehr große Zahl von Menschen inzwischen die Beschreibung einer manipulativ-missbräuchlichen Beziehung eines Sadisten mit einer Nicht-Masochistin die Referenz für BDSM ist. Recherche IST wichtig!

2.) Vor dem Problem, das Kath hier in Bezug auf Fanfiction beschreibt – die Masse der schlecht geschriebenen Texte bestimmt die Wahrnehmung, die gut geschriebene Fanfiction hat deshalb unter Vorurteilen zu leiden – trifft auch viele andere Bereiche. Auch die guten Selfpublisher haben darunter zu leiden, dass eben JEDER selbstveröffentlichen kann. Ich begegne dem Vorurteil, dass Selfpubslisher schlechte Autoren sind die eben kein Verlag will immer wieder. Das ist natürlich Blödsinn. Es gibt sehr gute Selfpublisher, sie veröffentlichen eben nur auf einem anderen Weg als wir Autorinnen und Auroren die bei Verlagen sind. Ich habe hier schon einmal etwas dazu geschrieben.

Ein Verlagslektorat garantiert noch keine Qualität (sonst gäbe es keine schlechten Bücher, die bei Verlagen erscheinen) aber es ist zumindest eine Hürde mehr, die viele schlechte Schriftstellerinnen und Schriftsteller nicht nehmen. Daher ist der Prozentsatz guter Texte die bei Verlagen erscheinen höher als unter den Selfpublishern (oder unter Fanfiction), der Rückschluss aber, Fanfiction oder Selfpublisher seien per se schlechter als das was bei Verlagen erscheint ist unfair. Und…. naiv.

Kath und die Welt der Kreativität - Kath and the world of creativity

Fanfiction. Ist das nicht dieses Zeug das irgendwelche Teenagerinen im Internet schreiben ? Das mit den Rechtschreibfehlern, den schlechten Geschichten und dem Schwulensex ? Ist Fifty Shades of Grey  nicht Twilight-Fanfcition ?

Wer liest sowas ? WER SCHREIBT SOWAS ?!

Ich. Ich lese das. Ich schreibe das. Und jetzt  werde ich das verteidigen.

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schreckenberglebt: Kunstfreiheit zu verkaufen

Okay, jetzt sage ich auch was zum Fall Böhmermann… Um mal eben die Gesetzeslage klar zu ziehen:

Das ist §103 StGB:

§ 103 Beleidigung von Organen und Vertretern ausländischer Staaten
(1) Wer ein ausländisches Staatsoberhaupt oder wer mit Beziehung auf ihre Stellung ein Mitglied einer ausländischen Regierung, das sich in amtlicher Eigenschaft im Inland aufhält, oder einen im Bundesgebiet beglaubigten Leiter einer ausländischen diplomatischen Vertretung beleidigt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe, im Falle der verleumderischen Beleidigung mit Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren bestraft.
(2) Ist die Tat öffentlich, in einer Versammlung oder durch Verbreiten von Schriften (§ 11 Abs. 3) begangen, so ist § 200 anzuwenden. Den Antrag auf Bekanntgabe der Verurteilung kann auch der Staatsanwalt stellen.

DAS ist § 104a StGB:

§ 104a Voraussetzungen der Strafverfolgung
Straftaten nach diesem Abschnitt werden nur verfolgt, wenn die Bundesrepublik Deutschland zu dem anderen Staat diplomatische Beziehungen unterhält, die Gegenseitigkeit verbürgt ist und auch zur Zeit der Tat verbürgt war, ein Strafverlangen der ausländischen Regierung vorliegt und die Bundesregierung die Ermächtigung zur Strafverfolgung erteilt.

Unsere Regierung hätte sich also mitnichten „über das Gesetz gestellt“, wenn sie verhindert hätte, dass ein Despot wie Erdogan einen deutschen Staatsbürger in Deutschland verfolgen lässt. Ich halte die verbürgte Gegenseitigkeit für sehr zweifelhaft, müsste man mal testen. Und selbst WENN sie gegeben wäre, hätte die Regierung immer noch völlig im Rahmen ihres gesetzlich gegebenen Spielraums gehandelt, wenn sie die Ermächtigung NICHT gegeben hätte.

Für uns Künstler bedeutet das jetzt: Wenn sich irgendein ausländisches Staatsoberhaupt, ein wichtiger Diplomat oder sonstwer entsprechendes durch unsere Arbeit beleidigt fühlen möchte, dann kann er das ausleben. Unsere Regierung wird uns nicht schützen. Jedenfalls nicht, wenn sie diesen Menschen braucht, um Flüchtlinge zu drangsalieren oder meinethalben auch Banken zu retten, das Wachstum anzukurbeln oder die nächste Wahl zu gewinnen. Wenn wir Glück haben, ändert sich das 2018. Frühestens. Oder auch nicht, wer weiß das schon. Vielleicht möchte Herr Erdogan oder sonst ein Despot ja nicht, dass wir das Gesetz ändern. Dann muss die Regierung bestimmt nochmal beraten…

Mich persönlich betrifft das wahrscheinlich garnicht. Es sei denn, irgendein niederländischer Wichtigmensch fühlt sich von meiner Darstellung der Niederländer in „Nomaden“ persönlich beleidigt. Da das aber durch die Bank Sympathen sind (finde ich) wäre das schwierig. Was habe ich noch…

Naja, durch Joe und Chloe in den „Träumern“ könnte sich Sinn Fein angegriffen fühlen… aber die sind eigentlich auch sehr sympathisch, oder? Ich mag vor allem Chloe…😀

Nein, ich bin wahrscheinlich nicht in akkuter Gefahr. Aber das ist völlig egal. Tatsache ist: Ich bin so lange nicht in Gefahr, wie ich harmlos bin. Höre ich damit auf, wird zumindest diese Regierung mich nicht vor dem langen Arm ausländischer Potentaten schützen.

Und das ist übel.

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Sword of Vengeance: Things I Have Learned

A. E. Larsens „A Historian goes to the movies“ ist im Moment einer meiner Lieblingsblogs und eigentlich müsste ich ihn dauernd rebloggen… aber diesen resigniert-verzweifelten Beitrag darf ich Euch einfach nicht vorenthalten.😀

An Historian Goes to the Movies

So I’m in the process of watching Sword of Vengeance (2015, dir. some talentless hack). It’s set in late 11th century England, just after the Norman Conquest of England. I went to grad school for a long time studying medieval Europe, but this film has taught me a lot of things that my formal education somehow managed to miss. I can’t be bothered to figured out the plot of the film. I dunno, I’m guessing it involves vengeance somewhere along the line, based on the title and the protagonist’s constant scowling. So instead, I figure I’d just tell you what this film is teaching me.

  1. Northern England has a really tall mountain. I think Peter Jackson filmed the Mt Doom sequence there.
  2. The Anglo-Saxons took their landscaping cues from the Blair Witch.
  3. Color had not yet been invented in this period.
  4. Darkness and fog were extremely common. I think the locals…

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schreckenberglebt: Wahnsinn einer Spezies

Brüssel jetzt also. Ich mag Brüssel. Auf meiner Liste der inspirierenden Städte ist sie auf Platz 3, hinter London und Wien. Und Brüssel ist gleichsam nebenan… Daher treffen mich die heutigen Nachrichten besonders. Ja, ich weiß, dass das und Schlimmeres in vielen Städten anderswo Alltag ist, dass unsere Medien nur nicht darüber berichten, und lieber die Menschen, die versuchen, dem zu entkommen als Masse entpersonalisieren („Flüchtlingsströme“) und lieber die Flucht als Krise bezeichnen als das, was sie verursacht. Aber das nur am Rande.

Brüssel also. Und weil es so nah ist berichten die Medien, seit Stunden. Die inzwischen leider so bekannten Bilder: Flüchtenden, verzweifelte Menschen, Sicherheits- und Rettungskräften, die versuchen im Nachhinein zu tun was zu tun ist, Politiker, die ihre Trauer und Hilflosigkeit aussprechen, Journalisten, die sich gegenseitig interviewen und auch nicht viel mehr wissen als das, was die Bilder zeigen.

Und dazu die eigene Hilf- und Ratlosigkeit. Das Mitleid mit den Opfern, deren einzige Schuld darin lag, zur falschen Zeit am falschen Ort gewesen zu sein. Warum? Warum zum Teufel tun Menschen sowas.

Ich habe Geschichte und Politkwissenschaften studiert, ich könnte das jetzt fachmännisch analysieren und Erklärungen versuchen. Manche davon hätten durchaus mit „What goes around comes around“ zu tun, zumindest, wenn man sich die Sicht der Täter in solchen Fällen zu eigen macht und glaubt, man könne eine Gesellschaft treffen. Was man trifft, tötet, verletzt, verstümmelt sind aber einzelne Menschen, die in aller Regel  verdammt nochmal nichts für irgendetwas können.

Aber ich will mal einen weiteren Blick versuchen:

Diese Spezies, der Homo Sapiens, ist wahnsinnig. Ich weiß nicht warum. Die Enge wäre vielleicht eine Erklärung. Tiere, denen man den Raum nimmt, werden verrückt und wüten gegen sich und andere, wenn man sie lässt, was in Versuchslaboren oder auch Legebatterien immer wieder bewiesen wird. Vielleicht ist es mit uns ähnlich? Meine beiden erfolgreichsten Romane spielen in einer nahezu menschenleeren Welt – und ich gebe zu, dass ich mich, während ich in diesen Geschichten war, manchmal nach einer solchen Welt gesehnt habe, trotz aller Probleme, die auch meine Figuren im „Finder“ und in den „Nomaden“ haben. Kann es sein, dass viele von uns sich nach diesem frühzeitlichen Zustand sehnen, als Kämpfe um Ressourcen noch völlig unnötig waren? Wer dem zustimmt sollte sich nur eins überlegen: DIE MASSE, das sind nicht nur die anderen, das bin auch ich selbst und das sind die, die ich liebe. Wie diese Graffities an Autobahnen: „Ihr steht nicht im Stau, Ihr seid der Stau!“

Dennoch… es klingt plausibel. Denn es wäre möglich, auch jetzt noch, dass wir alle, alles 7 Milliarden, auf diesem kleinen Planeten friedlich gemeinsam leben. Niemand müsste hungern. Niemand müsste ohne Zugang zu Trinkwasser, Schutz und Medikamenten sein. Niemand müsste irgendwen umbringen, vertreiben, versklaven, ertrinken lassen, ausbeuten oder auch nur anpöbeln. Wir haben die Mittel. Soll mir keiner sagen, es wäre unmöglich, ein Computerprogramm zu schreiben, dass die Ressourcen dieses Planeten fair verteilt und dabei auch darauf achtet, dass wir nur die Ressourcen verbrauchen, die wir verbrauchen können, ohne künftigen Generationen die Lebensgrundlage zu entziehen. Klar… wir, die Reichen des Planeten, müssten wohl unseren Lebensstandard etwas zurückfahren. Aber wäre das ein zu hoher Preis? Ich bin kein Programmierer, aber ich vermute, ich besitze Computerspiele die komplexer sind als so ein Programm. Und die Graphik wäre mir echt egal.

Aber selbst wenn wir ein solches Programm hätten – niemand würde es nutzen. Der Teil der Menschheit, der die Welt beherrscht und gerne behauptet, er täte das auf zivilisierte und kultivierte Weise hängt einer geisteskranken Wachstumsideologie an, die sich nicht darum schert, das Ressourcen begrenzt sind und dass ein Menschenleben wertvoller ist als das nächste Quartalsergebnis. Dass ruhiger Nachtschlaf und die Nutzung der Turnhalle NICHTS sind gegen die verdammte mitmenschliche Pflicht, Menschen in Not zu helfen. Wichtig ist uns als Lebensstilgemeinschaft aber nur die momentane Befriedigung der Gelüste und zwar ohne Rücksicht auf irgendetwas. Ich nehme mich da nicht aus, ich bin hier im Nordwesten geboren und aufgewachsen, ich bin tief in diesem irrsinnigen Lebensstil verwurzelt. Krankes Suchtverhalten ist es trotzdem. Wer allerdings, wo auch immer, glaubt, dies Lösung der Probleme – seiner eigenen oder der der ganzen Welt – bestünde darin, Menschen umzubringen, zu vertreiben oder ihnen seinen Willen aufzuzwingen ist kein Deut besser. Es gibt kein „Wir sind die Guten, die sind die Bösen.“ Jeder einzelne Mensch entscheidet für sich, wo er steht und was er tut. Natürlich kann das bedeuten, dass man kämpfen muss – ich habe zu lange Selbstverteidigung für Frauen unterrichtet um zu glauben, dass es für alles eine friedliche Lösung gibt. Aber es ist ein Unterschied, ob man sich gegen den Wahnsinn wehrt oder Teil des Wahnsinns wird. Wer glaubt, sich zu wehren in dem er „eine Gesellschaft“, „einen Lebensstil“, „ein Volk“, „eine Religion“ oder auch nur „ein Dorf“ oder „eine Familie“ angreift ist schon Teil des Irrsinns, ist die Krankheit, nicht die Heilung für die er sich hält.

Gibt es eine Lösung, irgendeinen Ausweg? Ich weiß es nicht, vielleicht schreibe ich dies hier, weil ich so ratlos bin. Einen einzelnen Menschen, der tut was unsere Spezies tut würde man für gefährlich geisteskrank erklären und in Sicherheitsverwahrung stecken. Vielleicht ist dass der Grund, warum diese Ufosichter Ufos immer nur sichten, aber nie eins landet.

Ich kann nur sagen, was ich tun werde. Ich bin ein glücklicher Mensch. Ich liebe und werde geliebt. Ich habe zu essen und zu trinken, ich habe ein Bett und ein Dach über dem Kopf, ich kann meine Geschichten schreiben frei und ungehindert. Manchmal gibt es ein paar materielle bzw. finanzielle Probleme, aber die bringen mich nichtmal entfernt in das, was  ich jemandem im nächsten Flüchtlingsheim gegenüber mit reinem Gewissen als „Notlage“ bezeichnen könnte.

Ich werde versuchen, dieses Glück weiter zu geben. Andere lieben und leben zu lassen. Ich werde nicht urteilen, wenn jemand anders lebt, liebt, glaubt als ich, so lange derjenige dasselbe tut. Ich werde versuchen niemandem zu schaden, der mich nicht direkt angreift. Glück zu teilen, kein Unglück zu verursachen.

Im Großen und Ganzen werde ich damit scheitern. Alleine dadurch, dass ich in dieser Gesellschaft lebe, Teil von ihr bin und mich an ihre Regeln halte, die mir – global gesehen – den Vorteil der herrschenden Klasse sichern, bin ich teil des Wahnsinns, der Ausbeutung, der Unterdrückung. Es gibt kein richtiges Leben im Falschen. Aber damit muss ich leben, es gibt nunmal keine einfachen Lösungen und „wir“ sind nicht „die Guten“, nur weil wir das zu gerne glauben wollen. Aber vielleicht würde es reichen, wenn „wir“, jeder, überall, einfach nur versuchen würde, keiner von „den Bösen“ zu sein. Für niemanden. Nicht wahnsinnig zu sein.

Amen.

 

 

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schreckenbergschreibt: Ich bin Leo – der Seraph 2016

Die Gewinner des Seraph 2016 stehen fest – ich bin nicht dabei und fühle mich ein wenig wie der Leonardo DiCaprio des Seraphen. Will sagen: Irgendwann bekomme ich ihn doch.😉 In diesem Jahr aber gehen meine sehr herzlichen Glückwünsche an:

Nina Blazon  (Bestes Buch „Der Winter der schwarzen Rosen“)
Daniel Illger (Bestes Debut „Skargat – Der Pfad des schwarzen Lichts“)

Hanna Kuhlmann (Beste Indipendent Autorin „Nachtschatten“)

Eigentlich wollte ich mehr darüber schreiben, vor allem darüber, dass ich mich auch ohne gewonnen zu haben sehr freue, dass es den Seraphen gibt. Dass ich meinen Kolleginnen und meinen Kollegen diesen Preis gönne und warum. Aber heute habe ich ein anderes Thema, daher nur soviel: Nina Blazon, Daniel Illger, Hanna Kuhlmann – vielen Dank an Euch und an alle anderen Kolleginnen und Kollegen, an alle von meinem Stamm der Geschichtenerzählerinnen und -erzähler. Ihr macht mit Euren Geschichten die Welt schöner, reicher und tiefer. Es gibt so viele, die das Gegenteil tun. Danke.

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