schreckenbergschaut: Der Marathontag – Fantasy Filmfest 6

Das Fantasy Filmfest in Köln endete bereits vorgestern. Ich sah am letzten Tag zwei Filme von denen einer sehenswert, wenn auch schwer depremierend war, der andere wirklich sehr gut und eines meiner diesjährigen FFF-Highlights. Aber dazu morgen. Heute beschäftige ich mich, leicht verspätet, mit meinem einzigen Marathontag in diesem Jahr: Am vergangenen Freitag sah ich vier Filme am Streifen. Hier sind sie:

Reset
(China 2017)
Buch und Regie: Hong-Seung Yoon

Verbrecherische Industriespione entführen den kleinen Sohn einer Wissenschaftlerin, die eine Zeitmaschine entwickelt. Natürlich hat unsere Heldin den Vorteil, dass sie Fehler durch Zeitreise korrigieren kann.

Klingt, als hätten die Chinesen sich an einem sehr konventionellen Plotklassiker des Genres versucht (mit kleinem Seitenhieb auf den permanenten Vorwurf der Industriespionage gegen sie – die böse Firma hinter den Spionen ist hier selbstverständlich eine amerikanische)? Ja, so las sich das auch im Programmheft, weswegen der Film auf meiner persönlichen Vorauswahlliste nur auf Platz 11 landete – und dorthin gepusht vor allem durch meine Neugier auf SciFi aus China.

Stimmt aber nicht, und mahnt einmal mehr, dass kulturelle Arroganz ausgerechnet China gegenüber sehr unangebracht ist. Der Grundplot ist tatsächlich konventionell, aber Hong-Seung Yoon gewinnt ihm, durch die Idee dass Zeitreisen sich auf das Gehirn auswirken und den Charakter verändern, eine spannende neue Facette ab. Hinzu kommt ein unerwarteter Plottwist zu dem ich jetzt nicht mehr sage, um nicht zu spoilern. Oder doch soviel: Der Autor spielt hier auch sehr geschickt mit den Erwartungen, die wir Westler an Figuren in asiatischen Filmen haben (wie Chinesen selbst das sehen kann ich nicht beurteilen).

Hinzu kommen 1a Action, tolle Bilder, viel Spannung und Gefühl – fertig ist der gelungene Popcorn-Film für Menschen, die gerne Spaß haben wenn sie einen Film schauen. Unbedingt empfehlenswert.

Ein Logikloch glaube ich gefunden zu haben, aber das tut nicht sehr weh. Und dass diesmal die Amis die Bösen sind (in diesem Falle ist der Westen pars pro toto gemeint, denke ich), das müssen wir uns nach einem Jahrhundert Dr. Fu-Manchu und Konsorten mal gefallen lassen.

The Strange Ones
(USA 2017)
Buch: Christopher Radcliff
Regie: Christopher Radcliff und Lauren Wolkenstein

Ich bin zehn Minuten zu spät in diesen Film gekommen, weil ich noch ein wichtiges geschäftliches Telefonat mit Sarah zu führen hatte.  Weitere zehn Minuten später wusste ich, was das „Mysterium“ dieses Films war und wie er enden würde. Und ich mag ein wenig von Dramaturgie verstehen, aber ich bin weder ein Genie noch ein Hellseher. Die Geschichte war einfach schrecklich vorhersehbar, klischeehaft und grottenlangweilig.

Das Spannendste am ganzen Film war eigentlich, als irgendein Typ auf mich los kam und sich beschwerte weil ich, nachdem ich mich genug gelangweilt hatte, besagtes Gespräch mit Sarah per Whatsapp weiter führte. Ich hatte selbstverständlich den Ton abgeschaltet und verdeckte das Licht meines Smartphones mit meinem Körper, aber es störte ihn trotzdem. Vielleicht aus Prinzip oder so. Hätte er sich getraut, mich anzufassen wäre das RICHTIG spannend geworden. So war es nur eine erfrischende kleine Episode in einem sonst sehr unfrischen Kinoerlebnis. Dafür bin ich dem Kinopolizisten ein wenig dankbar. Und ich bewundere seinen Mut. 😀

Jungle
(Australien 2017)
Buch: Justin Monjo, Yossi Ghinsberg
Regie: Greg McLean

Kleiner Tipp für die Macher des FFF: Nicht jeder Festivalbesucher recherchiert alle Fakten über einen Film und seine Grundlagen BEVOR er sich den Film ansieht. Manche machen das nachher, um das Werk unvoreingenommen genießen zu können. Solche Leute spoilert man kollossal, wenn man wichtige Hintergrundfakten zum Inhalt eines kleinen Gewinnspiels im Kino vor dem Start der Vorstellung macht. Muss nicht sein.

Ansonsten: Tadellose Geschichte um drei Globetrotter, die sich ein wenig übernehmen als sie einem zwilichtigen Führer in den bolivianischen Dschungel folgen. Sehr spannend (es sei denn, man ist gespoilert), schöne und beeindruckende Naturaufnahmen. Außerdem ließ Greg McLean mich die Verzweiflung und zunehmende Orientierungslosigkeit, die Klaustrophobie in dieser so riesigen und erdrückenden Landschaft wunderbar fühlen. Sehr, sehr guter Film. Bin nicht ganz sicher, was er auf dem FFF zu suchen hatte, aber das ist eigentlich egal. 😀

Ach ja, da das immer wieder erwähnt wird: Daniel Radcliff, der hier den Protagonisten spielt, hat früher Harry Potter gespielt. Weiß nicht, warum das heute noch so unglaublich wichtig ist, der Mann ist ein verdammt guter Schauspieler und seither weiter gegangen.

Und last but not least.

Super Dark Times
(USA 2017)
Buch: Ben Collins, Luke Piotrowski
Regie: Kevin Phillips

Der Film wird immer wieder mit Donnie Darko und Stand by me verglichen oder gar gleichgesetzt. Keine Ahnung warum, vielleicht weil es auch ein trauriger Coming-of-Age-Film mit nostalgischem Flair (90er) ist. Das ist unfair, denn es weckt Erwartungen, denen das Werk dann nicht gerecht wird. Das ist kein Meisterwerk oder Geniestreich. Nur ein sehr gelungener Film um zwei Freunde und ein schreckliches Erlebnis mit einer etwas zu wilden Pointe. Und in einem Punkt auch leicht unlogisch, glaube ich. Da ist ein Kind verschwunden – wieso ist nicht die ganze Stadt auf den Beinen und sucht?

Kein Meisterwerk, wie gesagt. Kein Donnie Darko (aber eine sehr, sehr liebenswerte Anspielung auf dieses Meisterwerk, das ich sehr liebe, was mich schon glücklich macht 🙂 ). Aber ein guter, ruhig erzählter, durchaus sehenswerter Film. Das ist nicht wenig. Lassen wir es dabei.

Vor dem letzten Tag stand es damit 9:3 für die gelungenen Filme! Schon zu dem Zeitpunkt also eine sehr erfreuliche FFF-Bilanz, deutlich besser als in den Jahren vorher.

 

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schreckenbergschaut: Der obligatorische Mistfilm – Fantasy Filmfest 5

Eigentlich wollte ich ja nur einen FFF-Post pro Tag machen, und Fantasy Filmfest 4 habe ich heute vormittag geschrieben. Aber morgen habe ich satte vier Filme vor mir und wahrscheinlich wenig Zeit zu bloggen. Außerdem muss ich das, was ich eben erduldet habe, möglichst schnell aus dem System bekommen. Jedes Jahr gibt es den Mistfilm, irgendeinen Dreck, der durch all meine Filter gerutscht ist und mir beweist, dass mein Bewertungssystem anhand dessen ich meine Filmliste zusammenstelle immer noch nicht perfekt ist. In diesem Jahr ist es (hoffentlich ausschließlich):

Fashionista
(USA 2016)
Buch und Regie: Simon Rumley

Ich sage gleich mal vorweg: Diese eher kurze Kritik wird voller Spoiler sein. Betrachtet sie einfach als Warnung.

Tja, auf meiner Liste ist dieser sexistische Mistfilm tatsächlich auf Platz 2 gelandet. Wie konnte das passieren? Werde ich später analysieren… vielleicht liegt es daran, dass ich es einfach für unmöglich halte, dass es im Jahr 2017 noch solche Filme gibt. Was haben wir da:

  • Frauen, die ausschließlich dumm, manipulierbar, naiv oder bitchy sind und ständig von irgendwelchen Typen oder vor irgendwelchen Typen gerettet werden müssen.
  • Die üblichen bescheuerten BDSM Klischees. Insbesondere das, nach dem es üblich und okay ist, jemanden, der/die die Neigung nicht hat (und also nicht freiwillig mitmacht) durch den Hinweis darauf, dass alle anderen freiwillig mitmachen in ein SM-Spiel zu quatschen.
  • Eine kurvige Frau die nur das kranke innere Ich einer schlanken Frau ist.
  • Menschen, die Menschen besitzen (MY husband).
  • Eine monogame Beziehung, in der der Mann mit einer anderen pennt was SELBSTVERSTÄNDLICH die Schuld der anderen ist. Dem Mann hechelt die Heldin, nach einem kurzen Wutausbruch und ein wenig Zweifel, wieder jammernd hinterher. Die andere jedoch ist eine böse Bitch.
  • Und – mein absoluter Favorit – eine geheilte (!) weibliche Figur, die sich an einer anderen weiblichen Figur rächt (immerhin hat sie mit IHREM Mann geschlafen) indem sie der bösen Feindin das Handy wegnimmt, deren prügelnden Freund anruft und dem steckt, dass seine Freundin mit einem anderen geschlafen hat. Danach gibt sie das Handy kaltlächelnd zurück. Rache via häusliche Gewalt. Wer sowas in ein Drehbuch schreibt (als verdiente Strafe!) der lebt entweder in einem Lalaland, in dem man Gewaltbeziehungen nur vom Hörensagen kennt oder ist ein empathiefreier Idiot.

Was an diesem Film stimmt:

  • Kurvige Frauen sind sexy (auch wenn sie hier nur böse Nebenbuhlerinnen oder das kranke alter Ego einer schlanken Frau sind, aber sexy ist sexy).
  • Der Film ist zu 2/3 gut erzählt, die verschiedenen Ebenen gut verwoben. Im letzten Drittel wird es tödlich öde, aber immerhin etwas.
  • EINE (!) korrekt beschriebene Handlung eines Menschen mit einer Zwangsstörung.

Ansonsten haben wir nur blöde Klischees über:

  • Frauen
  • Männer
  • Menschen mit psychischen Störungen
  • Psychiatrische Kliniken
  • Leute die aussehen wie Jesus (also… der typische Ikonenjesus)
  • Rockabilly
  • Liebe
  • Beziehungen
  • Japaner
  • BDSM
  • Reiche Menschen
  • Nicht so reiche Menschen
  • etc., etc., etc.

Hat mir nicht so richtig gut gefallen. Stand im Duell sehenswerte Filme vs. vermeidenswerte Filme derzeit: 6:2

 

 

 

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schreckenbergschaut: Mediale Heuchelei und Fantasy Filmfest 4

Irgendwie ergibt es sich in den letzten Tagen, dass ich meinen Fantasyfilmfestpost immer mit etwas Politischem verbinde, das mir unter den Nägeln brennt und das ich unbedingt los werden möchte, daher diese seltsamen (und vom PR-Standpunkt her völlig blödsinnigen) Doppelartikel. Egal. Ist ja nicht so, dass hier jemand gelernter PR-Berater wäre. 😀

Diesmal wird es auch politisch kurz und lange nicht so wütend wie am Sonntag. Was ich mich nur frage:

Es sieht ja so aus, als würden unsere gewählten Vertreterinnen (zu wenige, btw.) und Vertreter in Berlin nun zunächst einmal versuchen, sich als Jamaica-Koalition zu einer Regierung zusammen zu raufen. Kann mir mal jemand, erklären, warum zum Teufel die allermeisten Medien sich ausschließlich dafür zu interessieren scheinen, warum das schief gehen kann? Wo sind die größten Unterschiede? Welche Partei kann mit welcher am wenigsten und warum? Welche Hindernisse scheinen unüberbrückbar?

Man kann eine Krise auch herbeischreiben! Man kann Angst schüren und fördern – oder beruhigen.

Klar gibt es große Unterschiede und einiges Konfliktpotential, wenn vier Parteien eine Koalition versuchen. Nur – die kennt jeder. Bis eben war Wahlkampf. Was mich, der ich als Bürger dieses Landes an einer stabilen Regierung interessiert bin, viel mehr interessiert: Warum könnte es klappen? Wo sind die Gemeinsamkeiten zum Beispiel zwischen Grünen, CSU, FDP und CDU, über die bisher niemand redet, die aber Kompromisse möglich machen können? Wie können scheinbare Hindernisse überbrückt werden?

Interessiert das wirklich niemanden? Ich glaube doch. Auf eine Sitiation hin zu schreiben (oder zu senden) in denen man den Politikerinnen und Politikern am Ende entweder vorwerfen kann, ihre Maximalpositionen verlassen zu haben („eingeknickt“ zu sein) – wenn die Koalition kommt – oder unfähig zu Verantwortung und Regierung zu sein – wenn sie nicht kommt – ist jedenfalls billig, einfach und verantwortungslos. Insbesondere, wenn in der selben Kommentarspalte dann eine Woche später über Politikverdrossenheit schwadroniert oder der Erfolg der AfD bejammert wird. Pure Heuchelei.

Und damit zurück zum Fantasy Filmfest in Köln:

Nach zwei Tagen Filmfestpause sah ich gestern endlich den Film, auf den ich mich am meisten gefreut habe, die Nummer 1 auf meiner persönlichen Liste vor dem FFF (auf der Schneeflöcken und Radius übrigens Platz 4 und 18, Sicilian Ghost Story Platz 14 belegten).  Dieser Film war:

Black Hollow Cage
(Spanien 2017)
Buch und Regie: Sadrac Gonzales

Hm.

Das ist wieder einer von diesen Filmen die ich mir mehrmals werde ansehen müssen. Nicht ganz so toll, wie ich gehofft habe, aber auf keinen Fall eine Enttäuschung. Ich glaube, es ist eine Zeitschleifengeschichte, aber ich bin nicht ganz sicher. Zuviel erzählen kann ich nicht, das wäre (unnötig) gespoilert.

Wie typisch für schreibende Regisseure vertraut Gonzales der Geschichte nicht genug und versucht sie mit viel Symbolik in den Bildern zu pushen. Da diese Bilder an sich aber sehr schön sind und die Geschichte nicht schwächen ist das nicht schlimm. Sehr sehenswerter Film, mich würde Eure Meinung dazu interessieren.

Danach kam:

Marlina the Murderer in four Acts
(Indonesien 2017)
Buch: Rama Adi, Garin Nugroho, Mouly Sorya
Regie: Mouly Sorya

Platz 8 auf meiner Liste und wahrlich keine Enttäuschung.

Vorweg: Ich kenne die sozialen Realitäten in Indonesien nicht, weiß also nicht, inwiefern dieser Film Missstände anprangert oder satirisch ist. Kann sein, dass er für eine Indonesierin oder einen Indonesier sehr viel bitterer ist als für mich.

So oder so aber glaube ich sagen zu können: Sehr gelungener Film!

Da ich ja, wie ich hörte, Feminist bin, ist es kein Wunder, dass er mir gefallen hat. 😀 Die Ausgangssituation: Der Chef einer Räuberbande im ländlichen Idonesien sucht das Haus einer jungen Witwe auf und erklärt ihr, dass in Kürze seine sechs Kumpanen erscheinen würden. Dann würden sie die Frau – Malina – ihrer gesamten Habe berauben und nacheinander vergewaltigen. Malina findet die Idee verständlicherweise nicht so toll, aber zunächst erscheint ihre Situation ausweglos. Aber wer mit der Schwäche und Fügsamkeit von Frauen rechnet verkalkuliert sich gerne mal…

Im lakonischen Spätwesternstil entfaltet sich eine Geschichte, in der männliche Arroganz tödlich ist (für die Machos, nur zwei der vielen toten Männer im Film haben sich ihr Schicksal nicht selbst verdient, und von den beiden ist einer von Anfang an eine Leiche) und Frauen tun, was notwendig ist. Ein ernster Film mit einem Humor, der sich rein aus der Situation und den Figuren ergibt, nie aus irgendwelchen gewollten Pointen. Mir hat der Film sehr viel Freude gemacht. Wenn ihr ein wenig Blut und abgeschlagene Köpfe vertragt wird es Euch hoffentlich genauso sehen.

Damit steht es im Duell „Sehenswert vs. Zeitverschwendung“ 6:1 für die sehenswerten Filme. Ich bin verblüfft und entzückt.

 

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schreckenberglebt: Ich bin ein Idiot und Fantasy Filmfest 3

14 Prozent für die AfD? Ja, das ist ärgerlich, aber es bedeutet auch: 86 Prozent gegen die AfD. Wer glaubt, dass jetzt eine neue Machtergreifung droht, der sollte nochmal in seine Geschichtsbücher schauen, wie die Nazis damals an die Macht gekommen sind. Lasst sie sich freuen, die Ernüchterung wird kommen. Eine Demokratie kann 14 Prozent davon aushalten.

Was eine Demokratie viel weniger aushalten kann, sind demokratische Parteien, die sich, wenn die Verantwortung zu schwer wird, mit großem, selbstgerechten Tamtam verpissen. Der die 20 Prozent eigener Wähler, die sie in der Regierung sehen wollen, weniger wichtig sind als die, die AfD, FDP, CDU oder Grüne gewäht haben.

Ja, ich gehöre auch zu den verarschten 20 Prozent. Dabei wähle ich normalerweise anders. Und ich bin ein verdammter Idiot. Ich bin Historiker. Hauptinteressengebiet (neben dem 30jährigen Krieg): Der erste Weltkrieg und die Zeit zwischen den Weltkriegen. Wie zum Teufel komme ich auf die Idee, eine Partei zu wählen, die schon vor knapp 100 Jahren die Reichswehr auf ihre eigenen Mitglieder hat schießen lassen? In deren Erbe Verrat und Illoyalität verwurzelt ist wie sonstwas? Nie wieder! Ich Idiot!

Ja, ich bin sauer und ich höre jetzt auch auf.

Oder vielleicht: Bei allem, was ich an Angela Merkel auszusetzen habe, und obwohl ich ihre Partei nicht gewählt habe – das ist jetzt MEINE Kanzlerin. Die muss weiter machen, auch wenn sie illoyalen Möchtegerndemokraten sie im Stich lassen. Ich hoffe, die Grünen und die FDP begreifen, was unsere Demokratie jetzt braucht.

Now for something completely different:

Fantasy Filmfest 3 – heute nur ein Film:

Sicilian Ghost Story
Italien 2017
Buch: Fabio Grassadonia und Antonio Piazza nach einer Geschichte von Marco Mancassola
Regie: Fabio Grassadonia und Antonio Piazza

In einer sizilianischen Kleinstadt verschwindet ein Junge, er wird, das ist kein Spoiler, von der Mafia entführt. Seine Freundin versucht gegen alle Widerstände, ihn zu suchen. Eine comig of age Geschichte in einer großartigen, gleichgültigen Natur die die Gleichgültigkeit der Erwachsenen, zu denen Luna bald zählen soll, spiegelt.

Und damit haben wir auch schon fast alles, was an dem Film gut ist: Die Einbeziehung der Landschaft und der Natur in die Erzählung – nicht nur als Kulisse, sondern wirklich als Element der Handlung. Dazu kommt eine sehr sehenswerte junge Schauspielerin (Julia Jedlikowska) die in einem insgesamt guten Cast als Protagonistin beeindruckt. So weit so gut.

Der Rest… naja. Die Geschichte ist einfach, traurig, deprimierend. Und man KANN einen Film mit Symbolen aufladen, dann sollte man es aber tunlichst unterlassen, gleichzeitig alles zu erklären, und genau garnichts der Vorstellung des Zuschauers zu überlassen. Und jeder Film braucht nur EIN Ende. Ich habe bei fünf aufgehört zu zählen. Das letzte der vielen Enden roch außerdem zu sehr nach einem Produzenten, der ensetzt ausruft: „SO könnt ihr das doch nicht enden lassen! Dreht noch was Positives und hängt das hinten an, ob es jetzt Sinn ergibt oder nicht.“

Schöne Landschaftsaufnahmen, gute Schauspieler, gute Figuren. Ansonsten auf mittlerem Niveau gescheitert.

 

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schreckenbergschaut: Wahlaufruf und Fantasy Filmfest 2

Da ich mich ja mit diesem Blog öffentlich äußere will ich tun, was viele andere Blogger auch tun und Euch bitten: Geht morgen wählen! (Sofern Ihr in Deutschland wahlberechtigt seid 😀 ). Wenn man nicht in eine Partei eintreten möchte gibt es nicht sooooo viele Gelegenheiten zur demokratischen Teilhabe. Nicht wählen oder ungültig wählen ist kein Protest  oder so etwas – es ist einfach ein Verzicht auf Teilhabe.

Was ich allerdings nicht tue ist, in dieses andere Horn tuten, das da lautet: Egal was ihr wählt, geht einfach wählen blablabla. Nee, ist nicht egal. Man muss einfach nur ein wenig nach Osten schauen um zu verstehen, WIE nicht egal das ist. Daher meine Bitte:

Wählt nicht mit Angst!

Wählt keine Partei, weil ihr Angst vor etwas habt und glaubt, dass die Politik dieser Partei das aufhalten wird. Die Welt wird nicht bleiben wie sie ist. Das tut sie nie. Und sie wird nie wieder so werden wie sie war. Ich kann verstehen, wenn ihr Angst vor Veränderungen habt, die habe ich ihn vielen Bereichen auch. Aber wählt niemanden, der Euch sagt, dass er die Veränderungen verhindern wird, dass er dafür sorgen wird, dass alles wieder so wird wie es war. Das ist gelogen und nicht möglich.

Wählt die, von denen ihr glaubt, dass sie die sich wandelnde Welt so gestalten werden, dass Ihr Euch – weiterhin oder wieder – darin wohlfühlt. Wir leben sicher in einem der reichsten Länder der Erde. Ja, es gibt Verbrechen, ja es gibt Terroranschläge. Im Jahr 2016 gab es in Deutschland 373 Mordopfer. Das sind 27 mehr als es Verkehrstote allein  im AUGUST 2016 gab. Versteht mich nicht falsch – ich will die Opfer nicht gegeneinander aufrechnen oder gar irgendeinen Toten für weniger wichtig erklären als einen anderen. Was ich sagen will ist: Fragt Euch, ob ihr mehr Angst vor Mördern oder vor Autos habt. Und ob der Medienhype darum, dass unser Land so viel unsicherer sei als früher irgendetwas mit der Realität zu tun hat. Ich könnte jetzt noch mehr Statistiken auffahren, aber ich überlasse die Recherche Euch. 😉

Wählt nicht mit Angst. Redet Euch nicht den Blödsinn vom kleineren Übel ein. Schaut Euch Eure Wahlkreiskandidatinnen und -kandidaten an, schaut Euch die Parteien an. Wählt die, von denen ihr am ehesten glaubt, dass sie dafür sorgen, dass Deutschland bei all den Veränderungen, ein friedliches, freundliches Land bleibt in dem man gut leben kann.

Danke.

And now for something completely different:

Fantasy Filmfest in Köln, mein Tag 2, wieder zwei Filme:

Schneeflöckchen
Deutschland 2017
Buch: Arend Remmers
Regie: Adolfo Kolmerer, William James

In einem Berlin der Zukunft wie es sich die oben genannten Angstmacherparteien vorstellen entdecken zwei Gangster ein Drehbuch, indem sie ihre eigene Geschichte lesen – genau so, wie sie sich gerade abspielt.

Das ist die Ausgangssituation. Der Film, der daraus geworden ist, hätte auf so vielen Ebenen schief gehen können und ich gestehe: Ich habe auch erwartet, dass er schief geht. Deutsche Filme dieser Art pflegen ihre gute Ausgangsidee grandios in den Sand zu setzen. Ich hatte mir für meinen Verriß schon ein cleveres Wortspiel mit „Mindfuck“ überlegt, auf dass ich jetzt leider verzichten muss, denn Schneeflöckchen ist ein ganz wunderbarer Film. Finde ich.

Ich glaube, vielen wird er nicht gefallen. Zu schräg, zu wirr, zu ungewohnt, zu mutig vielleicht. Zu blutig vielleicht auch, der ist schon recht konsequent gemacht. Aber ich bin Drehbuchautor und aus dieser Perspektive ist der Film so unglaublich richtig. Und lustig. Und überraschend. Und absurd. Wunderschön.

Klar, der ist unlogisch und klischeehaft und viel schlechte Tarantinoanspielung, und, und, und, aber: Der Drehbuchautor (also der fiktive, der ebenso heißt wie der reale) ist kein Profi, sondern Zahnarzt und Hobbyautor. Dabei kommt halt sowas raus. Nicht nörgeln, genießen.

Mann, macht der Film Spaß!

Das anschließende Frage- und Antwortspiel mit den Machern habe ich mir trotzdem gespart. Ich will niemand zu nahe treten und wahrscheinlich sind da nur tolle Fragen gestellt worden, aber das war dann die Ausnahme. Ich kenne das von vergangenen FFF anders. Und ich wollte mir den Genuß nicht nachträglich versauen

Der andere Film war:

Radius
Kanada 2017
Buch und Regie: Caroline Labréche, Steeve Léonard

Hübscher Mysteryfilm mit vielen, vielleicht etwas zu vielen überraschenden Wendungen und ein, zwei Zufällen zuviel. Und nach Schneeflöckchen fiel der natürlich ab. Nichtsdestotrotz: Gut, spannend, überraschend, sehenswert. Bei der Moral von der Geschichte bin ich anderer Meinung als die Autoren, aber da kann man diskutieren. Um es diskutieren zu können muss ich aber massiv spoilern, daher nun eine:

+++ SPOILERWARNUNG +++ SPOILERWARNUNG +++ SPOILERWARNUNG +++

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Okay, Liamh ist also ein Serienkiller, der durch Gedächtnisverlust zu dem netten Typen wird, mit dem wir die ganze Zeit mitfiebern und den wir mögen. Der seine Taten, als ihm klar wird, was er ist, so sehr verabscheut, dass er sich übergeben muss und völlig fertig ist? Glaube ich nicht. Aus folgendem Grund:

Ich kann Liamh nur sehr grob und laienhaft diagnostizieren, aber der Serienkiller Liamh ist meiner Vermutung nach ein Psychopath / Narzisst, eventuell auch ein Sadist. Psychopathie und Sadismus sind angeboren. Die Anlage zum Narzissmus auch, soviel ich weiß. Jede einzelne dieser Anlagen an sich macht noch keinen Verbrecher. Im Gegenteil: Sadisten können sehr liebevolle Menschen mit starkem Beschützerinstinkt sein. Psychopathen effektive, nützliche Mitglieder der Gesellschaft. Die Kombi aller drei Anlagen ist allerdings ziemlich toxisch. Kann sein, dass der böse Liamh auch durch traumatische Erlebnisse (in Kombination mit Veranlagung) zum Serienmörder geworden ist, aber Traumata hinterlassen auch neurologische Spuren im Gehirn. All das lässt sich nicht einfach durch eine Amnesie auslöschen.

 

 

 

 

+++++++ SPOILERWARNUNG ENDE +++++++ SPOILERWARNUNG ENDE  ++++++++++++

Zwei Tage Fantasy Filmfest. Vier sehenswerte Filme. Ich bin wirklich angetan. 🙂

 

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schreckenbergschaut: Fantasy Filmfest 2017 und mehr

Jaaaaa… diese Idee, 2017 jede Woche einen Blogeintrag zu machen hat nicht so richtig hingehauen, fürchte ich.  Dass es ein wirklich arbeitsreiches erstes Dreivierteljahr war reicht da nicht als Grund, aber hey – es WAR ein wirklich arbeitsreiches erstes Dreivierteljahr. Herbst ist Erntezeit für Autoren, jedenfalls für mich. Diesen Monat erscheinen zwei Anthologien in denen jeweils eine Kurzgeschichte (Krimi) und eine Novelle (Horror) von mir enthalten sind, und Montag ist Drehbeginn für die Folge einer Krimiserie, die ich gemeinsam mit Sarah geschrieben habe. Ebenfalls mit Sarah schreibe ich an weiteren Drehbuchprojekten für Serien und einen Spielfilm, dazu kommt ein neues Romanprojekt (ich weiß, das Wort „Projekt“ bedeutet meist: Wirdnixdraus, aber in diesen Fällen ist es wirklich konkret und es gibt Verträge 😀 )… No rest for the wicked. Und damit das klar ist: Ich beschwere mich nicht. Ich bin verdammt gerne Geschichtenerzähler.

Aber das ist nicht der Grund aus dem ich meinen Blog wiederbelebe. Das Fantasy Filmfest ist wieder zu Gast in Köln und wie jedes Jahr werde ich versuchen, über die Filme die ich sehe zu bloggen. Diesmal sind es 14, mehr als je zuvor. Ich versuche gar nicht, eine ausführliche Kritik über jeden zu schreiben, dass das nicht funktioniert habe ich inzwischen gelernt. Aber ein paar Sätze und Eindrücke… das KÖNNTE klappen. Here we go. Für mich begann das FFF heute mit:

Trench 11
Kanada 2017
Buch: Matt Booi, Leo Scherman
Regie: Leo Scherman

Eigentlich habe ich den Film nur in meinen Plan aufgenommen, weil er zeitlich gut rein passte. Auf meiner Rangliste, die ich mir seit einigen Jahren vor jedem FFF mache und auf der ich Punkte in verschiedenen Kategorien vergebe, damit ich mich nicht auf das Programmheft und meinen Instinkt verlasse (das ist zu oft schief gegangen) belegt er nur Platz 28. Der Film spielt im 1. Weltkrieg, der mich besonders interessiert, das war ein Plus, aber es klang irgendwie nach Soldiers vs. Zombies und der 1. Weltkrieg war eigentlich an sich schon so grauenvoll, dass zusätzliche Horrorelemente eher abgeschmackt scheinen. Naja…

Ich habe ihn mir, wie gesagt, dennoch angesehen und war positiv überrascht. Das Setting ist SEHR bekannt – ein unterirdisches Labor in dem geheime Experimente durchgeführt wurden, ein Trupp Soldaten, der erkunden soll, was passiert ist…

Der Film ist keine große Kunst. Aber er ist unterhaltsam, spannend, NICHT Soldiers vs. Zombies und auch nicht abgeschmackt. Die Schauspieler liefern eine solide Leistung ab (nur Robert Stadlober als böser deutscher Wissenschaftsoffizier versucht etwas zu sehr Christoph Waltz zu sein und scheitert selbstverständlich daran), die Geschichte ist, im Rahmen dessen was möglich ist, überraschend, das Ende lädt zum Spekulieren ein. Hat Spaß gemacht.

Dann folgte:

The Autopsy of Jane Doe
USA 2016
Buch: Ian Goldberg, Richard Naing
Regie: André Ovredal

Der Film sollte eigentlich schon letztes Jahr auf dem FFF laufen, hat aber damals irgendwie nicht geklappt. Also diesmal. Auf meiner Liste hatte er Platz 13. Warum ich ihn vor allem sehen wollte sage ich jetzt nicht, das wäre ein Spoiler (ich hatte Insidertipps 😀 ) aber ich bin froh, dass ich ihn gesehen habe.

Auch hier wieder: Kein Film der mich noch jahrelang verfolgen wird, aber ein mit einfachen Mitteln verdammt gut gemachter, klassischer Horrorfilm. Sehr wenig Jumpscares (eigentlich nur zwei richtige) was ich schätze. Statt dessen benutzen Goldberg, Naing und Ovredal die Vorstellung des Zuschauers, was ich ebenfalls sehr schätze. Tatsächlich erzählt der Film nur die Autopsy dieser unbekannten Frauenleiche – und was währenddessen passiert. Wenige Schauplätze, wenige Figuren und eine gute Idee. Manchmal braucht es gar nicht mehr.

 

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Wien Ticket und Breitbart

Wie heißt es so schön bei Spaceballs? „Evil will always triumph. Because good is dumb.“

Weil wir nicht alle Naziseiten sperren können sperren wir einfach auch die nicht, die wir sperren könnten. Denn kleine Lösungen sind für kleine Geister. Große Salonlinke wie wir wollen die perfekte Lösung – und sonst nichts. Ist ja nicht so, dass das in der Geschichte schon tausendmal schief gegangen wäre.

Der Guppy war's und nicht die Lerche

Grad ein Telefonat mit dem Kundendienst von Wien Ticket geführt, die mir erklärt haben, warum sie zwar intern darüber nachgedacht haben, Breitbart News zu blacklisten – aber es nicht tun werden. Weil nämlich, es gibt so viele rechtsextreme Seiten, da greift es viel zu kurz und bringt nix, wenn man mit einer anfängt. Also… lieber gar nix machen, das sei ’nicht ihr business‘.

Auf Deutsch: „Wir können eh nicht alle Nazis der Welt besiegen, also verweigern wir die kleinste Geste.*“


*die, möchte ich hinzufügen, ein paar Minuten dauern und nichts kosten würde

Ursprünglichen Post anzeigen

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schreckenberglebt: Es muss sein! – und mehr.

Ich hatte mir ja vorgenommen, dieses Jahr jede Woche mindestens einmal zu bloggen – nun sind zwei Wochen seit meinem letzten Blogbeitrag vergangen. Aber zwischendurch ist viel passiert : Ich war in Wien, Linz und Aschach, habe mit Sarah für unser Drehbuch recherchiert und geplottet, wir haben die Aufführung unserer gemeinsamen Kurzgeschichte im Brucknerhaus gesehen, habe mir den vielleicht spannendsten Superbowl der letzten Jahre angesehen, Verträge unteschrieben, Lesungen abgemacht, Material für weitere Projekte gesichtet… das waren wirklich zwei sehr ereignis- und arbeitsreiche Wochen. Im Detail:

Drehbuch:

Der Vertrag liegt hier, fast neben mir, bereit zur Unterschrift, wir müssen ihn nur nochmal gegenchecken. Aber ich gehe davon aus, dass ich ihn unterschreiben und abschicken werde und dann – tja, dann bin ich Schriftsteller UND Drehbuchautor. Was mir wichtig ist, nicht nur, weil die Branche, seien wir ehrlich, ziemlich gut bezahlt. Ich liebe Filme und Serien (das wird ein Seriendrehbuch) sind im Moment die Erzählform, die sich am spannendsten entwickelt. Okay, ich schreibe nicht für The OA, Stranger Things, Dr. Who oder Janus, aber… es ist ein wichtiger erster Schritt und ich bin froh, dass ich ihn machen kann. Doppelt froh, ihn mit Sarah zu machen, meiner besten Freundin, die sehr viel mehr Erfahrung damit hat als ich. Wir kennen uns sehr gut, wir vertrauen uns – und dass wir gut zusammenarbeiten können haben wir bereits festgestellt, nämlich bei…

Es muss sein!

Erzählt habe ich ja schon vorletzte Woche von unserem gemeinsamen Projekt, heute vor einer Woche wurde es im großen Rahmen aufgeführt. Es war eine gekürzte Version, wir hätten vielleicht anders gekürzt, aber das war nicht schlimm. Und mannomann, kann Christian Brückner lesen. Ich meine… das ist jetzt nicht wirklich neu, aber… der Mann kann lesen. Ich halte mich auch für einen recht guten Leser, aber das ist dann doch einige Klassen besser. Großer Genuss.

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Sarah, yours truly und Claudia (v.l.) lauschen, während Christian Brückner „Es muss sein!“ liest. Es hat was, dabei zu sein, wenn die eigene Geschichte zum Leben erwacht. (Screenshot aus einem Beitrag von BTV Öberösterreich.)

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Sarah und ich beim Interview. Laut Sarahs Mutter habe ich „was G’scheit’s“ gesagt. Eigentlich haben wir beide viel mehr gesagt, aber die Sendezeit… irgendwo muss man immer schneiden. 😀 (Screenshot aus dem selben Beitrag.)

Sarah und ich planen, die Geschichte bald auch in lesbarer Form herauszugeben, überlegen nur noch, wie genau. Wenn wir es wissen sage ich sofort Bescheid.

Ein Oberösterreichischer Lokalsender hat über die Aufführung berichtet, den Beitrag findet Ihr hier.

Superbowl

Während des ganzen Wochenendes genossen Claudia und ich die große Gastfreundschaft der Familie Wassermair. Danke. 🙂 Regelmäßigen Lesern dieses Blogs dürfte bekannt sein, dass ich – seit mein Sohn Football spielt – zu einem großen Fan des American Football geworden bin. So sah ich also am Sonntagabend im Hause Wassermair den Höhepunkt der American Football Saison, das Spiel um den Superbowl 2017. Was das für ein Drama war ist anderswo oft genug berichtet. Vor allem aber – das Drama dauerte lang. Zuerst verließ Claudia uns, dann Sarahs Vater. Sarah hielt bis zur Halftime mit mir aus, danach war ich alleine mit Boomer, einem der beiden riesigen, überaus liebenswerten wassermaierschen Mainecoons.

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Aber auch er verließ mich in Richtung Traumland…

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…also habe ich das Ende dieses denkwürdigen Spieles alleine gesehen. Und mich wieder einmal bestätigt gesehen: Was für ein großartiger Sport.

Kurzgeschichten, Lesungen und mehr…

Noch in Wien haben mich das Material für ein weiteres (noch) geheimes Projekt sowie Anfragen für zwei Kurzgeschichten und eine Lesung erreicht. Bei den Kurzgeschichten handelt es sich um Beiträge für die nächste oberbergische Anthologie aus dem JUHRVerlag und eine Gruselanthologie aus dem Gardez!Verlag. Ich habe beide zugesagt, und sage Euch bezeiten Bescheid, wenn es mehr dazu gibt.

Das selbe gilt für die Lesungen – eine Whiskylesung Ende März in Remscheid und eine zweite Trashlesung im Rahmen von LevLiest.

Dann gibt es, wie gesagt, noch zwei Dinge über die ich noch nicht reden kann weil sie noch nicht spruchreif sind. Zu einem davon habe ich am kommenden Mittwoch eine Besprechung.

So… das waren also die Gründe für meine Funkstille seit Feburarbeginn. Zwei sehr ereignisreiche, schöne, spannende Wochen. No rest for the wicked. 😉

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schreckenbergschreibt: Es muss sein!

2015 habe ich meinen Blog sehr vernachlässigt, weswegen es tatsächlich nur einen Eintrag über Sarahs und meine erste (offizielle) Zusammenarbeit gibt: Die musikalische Erzählung „Es muss sein!“ Der Einfachheit halber zitiere ich mich mal eben selbst:

“ Ende April ((2015)) fragte Sarah mich, ob wir nicht einmal etwas zusammen schreiben sollten, sie hätte da eine Anfrage, die gut zu uns als Team passen würde. Wie sich herausstellte handelte es sich um ein Auftragswerk für eine Oberösterreichische Blaskapelle, die zur Lesung mit Musik eine Kurzgeschichte über den Oberösterreichischen Bauernkrieg von 1626 suchte. (…) Die Zusammenarbeit klappte, wie erhofft, hervorragend (…) Herausgekommen ist eine Geschichte mit Namen „Es muss sein“, auf die wir beide ziemlich stolz sind. (…)

Was mir NICHT klar war war, dass ich (von Schützenfesten und ähnlichen… Dingen geprägt) leicht unterschätzte, WAS die Marktmusik Haag für eine Blaskapelle ist und welche regionale Bedeutung die dort haben. Denn…

Als unsere Geschichte am 12. Dezember dieses Jahres in Haag am Hausruck uraufgeführt wurde, da waren meine Co-Autorin und ich nicht dabei. (…) So habe ich verpasst, wie Christian Brückner unsere Geschichte vorlas und damit (so die Berichte von Zuschauern) das Publikum zu Tränen rührte und stehende Ovationen erhielt. Nun – der Mann liest eben großartig. 🙂“

Warum berichte ich hier von vergangenen Heldentaten? Nun, morgen Abend fliege ich nach Wien*, um mich für ein paar Tage mit meiner besten Freundin in Klausur zu begeben und eine neue, größere gemeinsame Arbeit zu beginnen. Wir haben uns lange darum bemüht, jetzt endlich ist es soweit, Verträge werden ausgefertigt, der Stein rollt. Und es ist irgendwie passend, dass wir im Rahmen dieses Besuches einen Ausflug nach Linz** machen, weil das Brucknerhaus unsere Geschichte erneut aufführt. Diesmal sind wir eingeladen, Ehrenkarten für die Holde Herrin***, Sarah und mich (ich hatte noch NIE Ehrenkarten für irgendwas und versuche immer noch, mich nicht allzu wichtig zu nehmen 😀 ). Und ich freue mich wie Bolle darauf.

Ich bin nicht gewohnt, im Team zu arbeiten. Ich bin ein Einzelkämpfer, literarisch. Umso schöner ist es, eine Partnerin in Crime zu haben, die mich so gut versteht und mit der ich mich so gut verstehe, dass ich meinen Stolz und meine Eitelkeit und meine Unsicherheit vergesse, die Reise in eine Geschichte, in „die Zone“, zusammen antreten kann und dort einen gemeinsamen Raum finde. Danke, Beste.

Für Euch, wenn Ihr Lust habt und es Euch nach Linz zieht: Es gibt noch Karten, soviel ich weiß. 🙂

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* Ja, ich bin ein paar Tage nicht zu Hause. Ich lebe aber nicht alleine. Falls Ihr professionelle Einbrecher seid und dennoch eine Chance wittert, lasst es. Zwei Gründe:

1.) Als ich noch in der PR-Agentur arbeitete, vor Jahren, gab es mal einen Einbruch in unsere Büros. Meins war das einzige, in dem die Diebe nicht waren. Die gängigste und plausibelste Theorie dazu war, dass sie rein geschaut und gedacht haben, sie hätten es schon verwüstet.
2.) Es lohnt nicht. Meinen Laptop nehme ich mit. Ansonsten… wir haben nichtmal eine Kaffeemaschine. Spart Euch die Mühe.

** Richtig, auch Sarahs Wohnung wird dann verwaist sein. Sie weist gerne darauf hin, dass es da aber nichts Klauenswertes gibt, abgesehen von ihrem Aquarium. Das besteht aus schwerem Glas und faßt 600 Liter Wasser oder so. Viel Spaß.

*** Ja, ebenfalls richtig, auch Claudia (aka Die Holde Herrin) wird ein paar Tage nicht zu Hause sein. Wenn ihr aber das Glück habt, nicht auf unsere nicht mehr besonders kindlichen Kinder zu treffen (zwei Kampfsportlerinnen und ein American-Footballspieler),  dann gilt immer noch *.

 

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schreckenberglebt: Mythos Waffenabwehr

Eigentlich sollte ich gerade ein kleines Firmenportrait schreiben…

Und wenn ich schon blogge, dann sollte ich eigentlich besser über das Treffen der Jury für den Friedrich-Glauser-Preis (Sparte Debut) am vergangenen Samstag schreiben. Oder über mein Kyusho-Jitsu Seminar am Sonntag. Oder wie verdammt MÜDE ich nach diesem Wochenende war. 😀 Oder über die heutige Telefonkonferenz mit Produktion, Redaktion und Headautor, in der es um mein erstes Seriendrehbuch ging, das ich zusammen mit Sarah schreiben werde. Oder über das Thema, über das ich schon seit Anfang Dezember schreiben will, nämlich die Geringschätzung künstlerischer Berufe durch Leute, die sich einfach nicht vorstellen können, dass das Arbeit ist, was wir hier machen. Ernsthafte Arbeit. Eigentlich…

Kommt alles, wirklich, aber ich habe mir ein wenig Muße gegönnt und getan, was Kampfsportler gerne mal tun, wenn sie abschalten wollen: Ich habe mir Kampfkunstvideos auf Youtube angesehen. Ja… Hätte ich mal besser gelassen. Denn das Thema, das ich mir vorgenommen hatte, war Waffenabwehr. Aua…

Ich werde die entsprechenden Videos hier nicht verlinken, obwohl sie teilweise regelrecht lustig sind, aber ich gebe einfach mal ein paar allgemeine Tipps:

1.) Messerabwehr bedeutet: Messer abwehren. Nicht: Fancy Wurf- und Hebeltechnik vorführen, ohne das Messer weiter zu beachten.

2.) In den allerseltensten Fällen sind die Angreifer Roboter.

3.) Ebenso selten verfällt der Angreifer in Schockstarre, wenn er nicht trifft.

4.) Erklärend zu 2.) und 3.) – meistens befindet sich das Messer am Ende des Armes eines entschlossenen Menschen und bewegt sich sehr, sehr schnell.

5.) Die meisten Angreifer verfügen über zwei Arme / Hände. Das Messer befindet sich in der einen, die andere ist in der Regel aber nicht gelähmt.

6.) Wer sich in einen Messerkampf begibt sollte damit rechnen, geschnitten zu werden.

7.) Unter dieser Voraussetzung ist es unklug, dem Angreifer Hals, Oberkörper oder Arminnenseiten als Spielfläche anzubieten.

8.) Niemals, niemals, niemals, niemals werfe man sich freiwillig vor dem Gegner auf den Boden. Niemals.

9.) Pistolenabwehr: Der Gegner muss nur den Finger krümmen. Mehr Zeit habe ich nicht. (Und er muss recht dämlich sein, wenn er sich mit einer Distanzwaffe in Reichweite meiner Arme und Beine stellt. Auch wenn das im Fernsehen alle so machen.)

In einem anderen Zusammenhang habe ich hier schon einmal erwähnt, dass ich viele Jahre lang Selbstverteidigung für Frauen unterrichtet habe. In diesen Kursen haben wir niemals Waffenabwehr unterrichtet, weil es schlicht nicht möglich ist, jemandem in so kurzer Zeit beizubringen, wie man sich effektiv gegen einen bewaffneten Gegner zur Wehr setzt. Das ist zwar blöd und unbefriedigend, aber leider eine Tatsache. Wenn Ihr lernen wollt, wie man sich gegen einen bewaffneten Gegner verteidigen kann, dann braucht ihr jahrelanges Training und eingedrillte (also unwillkürliche) Muster. Das ist einer der Gründe, aus denen ich Eskrima lerne. Wenn Ihr Euch mit dem Gedanken tragt, eine Kunst zu erlernen, in der es (auch) um Waffenabwehr geht, tut Euch den Gefallen und denkt über die 9 Punkte oben nach. Und überprüft das, was man Euch beibringt, hier und da mit einem alten, weißen T-Shirt (Verteidiger) und einem dicken Filzstift als Messer (Angreifer).

Und sucht nicht naiv im Internet nach Videos zum Thema. Das kann Euch den Abend verderben… 😉

 

 

 

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