Das Museum Essentieller Artefakte: Goldfischglas

Ein später Eintrag in den Museumskatalog – für schöne Träume. 🙂

Der Guppy war's und nicht die Lerche

Ausstellungsstück 8976:

Ein Goldfischglas voller Wolken

Beim Objekt handelt es sich um ein Goldfischglas von durchschnittlicher Größe, das aber dennoch über ein eigenes Wettersystem zu verfügt. Statt Wasser – wie man es erwarten würde – wallen dunkle Gewitterwolken bis knapp unter seinen Rand, stets in Bewegung, stets gepeitscht von heftigen Winden aus dem Inneren der Kugel. Je nach Wetterlage ist auch das rauschen von Regen zu hören oder tanzt ein feines Blitzgespinst innen am Glas entlang.

Der Bewohner des Glases ist dafür ein (den Umständen entsprechend) normaler Goldfisch, zumindest soweit wir das beurteilen können. Die meiste Zeit hält er sich tief im Gewittergewühl verborgen, hin und wieder kommt er aber auch an die Oberfläche – besonders gerne an den seltenen Tagen, an denen sich das Wetter beruhigt und im Glas Stille herrscht. Am liebsten scheinen ihm wattig weiche Cummuluswolken, zwischen denen seine orangefarbenen Flossen besonders elegant zur Geltung kommen –…

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schreckenbergschreibt: Quarantänegeschichte Nr. 74 – Der Ruf, Teil 49

Heute erzähle ich Euch, wie der Kampf im Keller weiter geht. Die Spannung steigt (hoffe ich 😀 ). Und… erinnert sich jemand noch an das wiederkehrende Motiv in Philips Träumen?

Der Ruf – Teil 1, Hintergrund, Rechte

Der Ruf – Teil 2 Der Ruf – Teil 3 Der Ruf – Teil 4 Der Ruf – Teil 5

Der Ruf – Teil 6 Der Ruf – Teil 7 Der Ruf – Teil 8 Der Ruf – Teil 9

Der Ruf – Teil 10 (mit Gewinnspiel)

Der Ruf – Teil 11 Der Ruf – Teil 12 Der Ruf – Teil 13 Der Ruf – Teil 14

Der Ruf – Teil 15 Der Ruf – Teil 16 Der Ruf – Teil 17 Der Ruf – Teil 18

Der Ruf – Teil 19 Der Ruf – Teil 20 Der Ruf – Teil 21 Der Ruf – Teil 22

Der Ruf – Teil 23 Der Ruf – Teil 24 Der Ruf – Teil 25 Der Ruf – Teil 26

Der Ruf -Teil 27 Triggerwarnung: Suizid

Der Ruf – Teil 28 Der Ruf – Teil 29 Der Ruf – Teil 30 Der Ruf – Teil 31

Der Ruf – Teil 32 Der Ruf – Teil 33 Der Ruf – Teil 34 Der Ruf – Teil 35

Der Ruf – Teil 36 Der Ruf – Teil 37 Der Ruf – Teil 38 Der Ruf – Teil 39

Der Ruf – Teil 40 Der Ruf – Teil 41 Der Ruf, Teil 42 Der Ruf – Teil 43

Der Ruf – Teil 44 Der Ruf – Teil 45 Der Ruf – Teil 46 Der Ruf – Teil 47

Der Ruf – Teil 48


Der Ruf – Teil 49

Der andere zog sich für einen Moment zurück, eine Sekunde vielleicht. Dann hob das Ding den Kopf, lachend, und Stephan sah, wie der Kehlkopf vor seinen Augen abschwoll. Gleichzeitig verschwanden, die Wunden im Gesicht.

Das konnte er noch nicht. Leider.

Das Wesen stürzte sich auf ihn, wieder, und Stephan wusste, dass es das letzte Mal war. Es gab nur noch eine Chance, eine kleine. Es hing alles davon ab, wie lange er die Kontrolle über den Körper halten konnte. Nachdem Philip gestorben war.

Sie kämpften kurz um die beste Ausgangsposition, dann hatten sie sich gegenseitig die Hände um den Hals gelegt und drückten sich die Blutzufuhr zum Gehirn ab. Stephan wusste, dass er Christophs Körper auf diese Art töten konnte, es gab Zerstörung, die sein Feind nicht heilen konnte. Das Problem war nur, dass er der Schwächere war, dass Philip zuerst sterben würde. Aber er hatte auch den toten Justus noch zur Tür laufen lassen. Vielleicht würde er auch mit Philips Körper durchhalten, bis Christoph ebenfalls tot war.

Irgendwo schrie Philip und flehte um sein Leben. Er schob ihn weg. Es war zu spät. Die Entscheidung war gefallen.

„Nein!“

Schreie von außen, uninteressant, er musste drücken. Durchhalten. Töten.

„Nein, Stephan, bitte, Du bringst ihn um!“

Britt sah auf die beiden Kämpfenden. Sie brachten sich um. Christoph kniete auf Philips Brust und stützte sich mit beiden Händen auf den Hals ihres Liebsten. Stephan, denn sie wusste, dass es nicht Philip war, hatte es geschafft, Christophs Hals mit Philips Händen zu packen. Aber er war der Schwächere und in der schwächeren Position. Er würde sterben.

Sie zwang sich verzweifelt, nicht daran zu denken, dass Philip starb und das dann alles vorbei sein würde. Sie erwog kurz, dazwischen zu gehen, dann sah sie auf Maike, die immer noch bewusstlos unter der Treppe lag. Keine gute Idee. Aber wenn…

Die Weinflasche.

Sie drehte sich herum und krabbelte so schnell ihr Knie es erlaubte in die Ecke. Die verdammte Flasche war hinter das Regal gerollt. Unwillig schob sie die Axt und den Spaten zur Seite.

Die Axt.

Und sie wusste mit einem Mal, was sie tun musste. Nicht die Flasche. Es würde nicht genügen, ihn von Philip wegzuschlagen. Darum war es nie gegangen.

„Nein“, sagte sie, als sie aufstand und den Stiel der rostigen Axt mit beiden Händen ergriff. „Oh nein.“ Sie humpelte zu den beiden Kämpfenden hinüber. Es war ein kurzer Weg.

„Christoph, es tut mir leid“, sagte Britt.

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Das Museum Essentieller Artefakte – Blumenstrauß

Der Duft von Blut und Honig… Heute im Katalog des „Museums Essentieller Artefakte“.

Der Guppy war's und nicht die Lerche

Ausstellungsstück 7689:

Ein getrockneter Blumenstrauß

Der Strauß stammt an aus dem Blumenladen von Max Banyzky, der 1897 in Wien eröffnet wurde. Während normale Blumenläden Buketts für alle Gelegenheiten anbieten, war das Angebot Banyzkys etwas beschränkter. Er oder sie* verkaufte seine Waren nur an die, die gerade eine schwere Entscheidung getroffen hatten oder denen eine bevorstand.

Leider ist nicht bekannt, zu welchem Anlass der hier ausgestellte Strauß zusammengestellt wurde. Die Blumen haben durch das Trocknen den größten Teil ihrer Farbe verloren, zeigen sich jetzt in zarten Lila- und Elfenbeintönen. Unsere Experten konnten wilde Rosen und Mädesüß identifizieren, die restlichen Blumen gehören keiner der Botanik bekannten Art an.

Der Großteil des Duftes ist verflogen, doch manchmal vermeinen Besucher, noch einen Hauch davon zu erhaschen – sie riechen leicht nach Blut und Honig, nach stiller Entschlossenheit und der Ruhe vor dem Sturm.

*Das Geschlecht des Besitzers ist umstritten, so steht in den Unterlagen…

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schreckenbergschreibt: Quarantänegeschichte Nr. 73 – Der Ruf, Teil 48

Wieder eine kurze Erzählung aus dem „Ruf“. Stephan erkennt seinen Denkfehler:

Der Ruf – Teil 1, Hintergrund, Rechte

Der Ruf – Teil 2 Der Ruf – Teil 3 Der Ruf – Teil 4 Der Ruf – Teil 5

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Der Ruf – Teil 10 (mit Gewinnspiel)

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Der Ruf -Teil 27 Triggerwarnung: Suizid

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Der Ruf – Teil 32 Der Ruf – Teil 33 Der Ruf – Teil 34 Der Ruf – Teil 35

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Der Ruf – Teil 44 Der Ruf – Teil 45 Der Ruf – Teil 46 Der Ruf – Teil 47


Der Ruf – Teil 48


Gut“, sagte das Ding auf der Treppe und sah in die Runde. Die eine Weibliche war bewusstlos, die anderen starrte ihn an, Augenwasser lief über ihr Gesicht. Schwach. So schwach. Zufriedenheit lag in seinem Blick. „Nur wir beide.“

Das Wesen versuchte noch einmal das Wort, mit dem es Stephan im Wohnzimmer gebannt hatte, aber diesmal konnte Stephan sich schützen. Der breite Mund verzog sich zu einem Grinsen, das die Zähne entblößte.

„Du hast also gelernt. Gut, gut. Ich könnte Dich gehen lassen, weißt Du?“

„Ich werde Dich töten.“

Christophs entstelltes Gesicht lachte, dann wurden die schmalen schwarzen Pupillen plötzlich zu dünnen Strichen und die gelben Augen leuchteten fahl.

„Genug jetzt. Stirb. Zum zweiten Mal!“

Von der Treppe herunter stürzte das Wesen sich auf Stephan, der es gerade noch schaffte, mit Philips Körper auszuweichen. Christophs Körper fiel neben ihm zu Boden, doch mit unmenschlicher Schnelligkeit drehte er sich um, federte wieder auf die Füße und griff an.

Dejá Vu.

Sie kämpften wieder, doch diesmal hatte Stephan es mit einem unwirklich behenden Gegner zu tun und er selbst war nicht mehr in dem Körper, den er bei dem letzten Kampf verloren hatte. Philip wurde hart geschlagen, seine Nase brach, ein Auge schwoll zu und er blutete, aber Stephan spürte die Schmerzen nicht, es waren nicht seine. Und langsam, langsam gewann er mehr Kontrolle über Philips Glieder. Er wusste, dass sein Feind mit ihm spielte, dass dieses alte Wesen ihn unterschätzte. Das war seine Chance.

Er streckte den linken Arm vor. Der nächste Schlag kam, berührte den ausgestreckten Arm. Stephan ließ sich von der Kraft seines Feindes führen, Philip Arm klappte im Ellenbogen ab und die Kraft des Schlages drückte seinen Körper herum. Christophs Faust schlug ins Leere und im nächsten Moment traf Stephan den Kopf des Dings mit einer Reihe schneller, harter Schläge. Christoph prallte zurück und das Ding in ihm war erstaunt, das konnte Stephan sehen. Erstaunt und verärgert. Es sprang ihn frontal an und Stephan landete einen harten, zerstörerischen Treffer in Christophs Kehlkopf.

Dejá Vu.

Er fühlte, wie der Knorpel brach, und mit einem Mal erinnerte er sich voll Entsetzen.

Dejá Vu.

Er hatte es vergessen. Was für ein dummer Fehler. Aber war es nicht lange her? War nicht eine Ewigkeit vergangen, seither?

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Das Museum Essentieller Artefakte – Phönixfeder

Und da ist auch noch der heutige Katalogeintrag. Ich weiß, man sollte diskret darüber weggehen, aber… die Vorstellung ist so lustig. 😀

Der Guppy war's und nicht die Lerche

Ausstellungsstück 878:

Leicht angesengte Phönxifeder.

Der Phönix ist ein Vogel, der vor allem für seine seltsame Art der Fortpflanzung bekannt ist. Irgendwann spürt er, dass die Zeit reif ist, breitet die Flügel aus zu einem letzen Hussah und geht in lodernde Flammen auf. Verbrennt voll und ganz zu Asche, aus der dann – neu geboren – ein junger Phönix wieder aufersteht.

Hin und wieder allerdings bringt die Art auch ein besonders zimperliches Exemplar hervor. Sobald die ersten Flämmchen seinen Bürzel berühren, beschließt er, dass das alles ein fürchterlicher Fehler war und und stürzt sich sofort in den nächsten Teich. Das Endergebnis ist ein pitschnasser, angekokelter und peinlich berührter Phönix, der einfach nur hofft, dass niemand die ganze Sache beobachtet hat.

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schreckenbergschreibt: Quarantänegeschichte Nr. 72 – Der Ruf, Teil 47

Heute erzähle ich Euch wieder nur eine ganz kurze Episode aus der langen Geschichte vom „Ruf“. Das erhöht natürlich ungemein die Spannung… 😉


Der Ruf – Teil 1, Hintergrund, Rechte

Der Ruf – Teil 2 Der Ruf – Teil 3 Der Ruf – Teil 4 Der Ruf – Teil 5

Der Ruf – Teil 6 Der Ruf – Teil 7 Der Ruf – Teil 8 Der Ruf – Teil 9

Der Ruf – Teil 10 (mit Gewinnspiel)

Der Ruf – Teil 11 Der Ruf – Teil 12 Der Ruf – Teil 13 Der Ruf – Teil 14

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Der Ruf – Teil 19 Der Ruf – Teil 20 Der Ruf – Teil 21 Der Ruf – Teil 22

Der Ruf – Teil 23 Der Ruf – Teil 24 Der Ruf – Teil 25 Der Ruf – Teil 26

Der Ruf -Teil 27 Triggerwarnung: Suizid

Der Ruf – Teil 28 Der Ruf – Teil 29 Der Ruf – Teil 30 Der Ruf – Teil 31

Der Ruf – Teil 32 Der Ruf – Teil 33 Der Ruf – Teil 34 Der Ruf – Teil 35

Der Ruf – Teil 36 Der Ruf – Teil 37 Der Ruf – Teil 38 Der Ruf – Teil 39

Der Ruf – Teil 40 Der Ruf – Teil 41 Der Ruf, Teil 42 Der Ruf – Teil 43

Der Ruf – Teil 44 Der Ruf – Teil 45 Der Ruf – Teil 46


Der Ruf – Teil 47

Philips Körper bewegte sich ruckartig um die eigene Achse und sah hoch zur Falltür.

Endlich! Endlich!‘

Philip versuchte, sich zu bewegen, irgend etwas zu tun, aber er wusste, dass er nichts tun konnte. Es war, als säße er auf dem Rücksitz eines Autos. Nur, dass dieses Auto er selbst war.

‚Was soll das? Davon war nie die Rede?‘

Vertrau mir.‘

‚Warum sollte ich?‘

Er hörte ein leises Lachen im Nichts, ein Lachen, das er so gut kannte.

Weil ich Dein Freund bin?‘‘

‚Was hast Du vor? Warum sollen Britt und Maike uns nicht helfen?‘

Verstehst Du es immer noch nicht? Sie können uns nicht helfen. Sie verstehen es nicht. Sie würden versuchen, ihn einzufangen und den Feind auszutreiben.‘

‚War das nicht der Plan?‘

Wieder das leise, spöttische Lachen.

Nicht mein Plan! Wir werden ihn töten. Anders wird es nicht herauskommen. Er hat seine Kraft in Christoph gelassen, Philip. Er muss ihn beherrschen und das kostet fast all seine Kraft. Und wenn Christoph tot ist und er ihn verlassen muss, dann verliert er all seine Kraft und ich kann…‘

‚Es ist Christoph, in dem er drinsteckt! Er war dein Freund!‘

Klopf. Klopfklopf.

Diesmal war es energischer und im nächsten Moment flog der Knoten des Seils auf. Stephan schob Philip weg, er hatte keine Zeit mehr zu parlieren. Jetzt würde er kämpfen müssen. Tief, tief in seiner Erinnerung wollte ein Gedanke nach vorne, ein Gefühl, eine Warnung. Er sah sich selbst, die Böschung hinauflaufen, auf den Waldweg und da lag Kat und sie hatte diese schreckliche Wunde. Von der anderen Seite des Sees wehte Musik hinüber und dort lag Kat und es tat weh sie zu sehen. Und dann kam Christoph und sie kämpften und dann…

Die Falltür wurde aufgezogen und Stephan verjagte die Erinnerung. Keine Zeit, es musste zu Ende gebracht werden, so oder so. Er sah die Silhouette seines Feindes und dann waren Christophs Füße auf der Treppe.

Aus Philips Augenwinkeln sah Stephan eine Bewegung, und Maike stürmte heran, mit dem Spatenstiel ausholend. Sie zielte auf die Beine des Wesens auf der Treppe, doch als sie heran war, wischte Stephan sie mit einer Armbewegung weg. Es war ganz einfach, er musste nur seine Kraft konzentrieren. Maike flog krachend in das Weinregal, es stürzte um, Flaschen regneten auf sie herab . Sie blieb bewusstlos unter der Treppe liegen, in einer Lache aus Wein.

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Das Museum Essentieller Artefakte – Porträt einer jungen Frau

Auch heute erzählt uns Sarah wieder ein Bild wie aus einem Traum. Erinnert sich irgendjemand außer mir an die Grube Minroud?

Der Guppy war's und nicht die Lerche

Ausstellungsstück 8768:

Porträt einer jungen Frau mit Nachtfaltern

Das undatierte Ölgemälde (33x35cm) stellt eine junge Frau dar, die dem Betrachter mit herausforderndem Blick direkt ins Gesicht zu schauen scheint und auf deren Kleidung, Haar und WangenNachtfalter sitzen. Es handelt sich dabei zum größten Teil um Exemplare der GattungDiachrysia chrysitis, auch ‚Messingeule‘ genannt. Die Flügel der Tiere erinnern an alten grauen Samt und sind so kunstvoll ausgeführt, dass man meint, sie berühren zu können.

Hin und wieder löst sich tatsächlich eines der Tiere aus dem Bild und flattert durch das Museum, verwirrt und auf der Suche nach seiner Herrin. Falls Sie eines davon irgendwo in den Ausstellungsräumen entdecken, dann bergen Sie es vorsichtig in den Händen, flüstern ihm zu, dass alles gut wird, und bringen es zum nächsten unserer Wärter. Er oder sie weiß, was zu tun ist.

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schreckenbergschreibt: Quarantänegeschichte Nr. 71 – Der Ruf, Teil 46

Wie vorgestern gesagt: Viel „Ruf“ ist nicht mehr übrig, deshalb muss ich ein wenig strecken und die einzelnen Episoden werden kürzer. Ich hoffe, dass erhöht die Spannung noch ein wenig. 😉

Der Ruf – Teil 1, Hintergrund, Rechte

Der Ruf – Teil 2 Der Ruf – Teil 3 Der Ruf – Teil 4 Der Ruf – Teil 5

Der Ruf – Teil 6 Der Ruf – Teil 7 Der Ruf – Teil 8 Der Ruf – Teil 9

Der Ruf – Teil 10 (mit Gewinnspiel)

Der Ruf – Teil 11 Der Ruf – Teil 12 Der Ruf – Teil 13 Der Ruf – Teil 14

Der Ruf – Teil 15 Der Ruf – Teil 16 Der Ruf – Teil 17 Der Ruf – Teil 18

Der Ruf – Teil 19 Der Ruf – Teil 20 Der Ruf – Teil 21 Der Ruf – Teil 22

Der Ruf – Teil 23 Der Ruf – Teil 24 Der Ruf – Teil 25 Der Ruf – Teil 26

Der Ruf -Teil 27 Triggerwarnung: Suizid

Der Ruf – Teil 28 Der Ruf – Teil 29 Der Ruf – Teil 30 Der Ruf – Teil 31

Der Ruf – Teil 32 Der Ruf – Teil 33 Der Ruf – Teil 34 Der Ruf – Teil 35

Der Ruf – Teil 36 Der Ruf – Teil 37 Der Ruf – Teil 38 Der Ruf – Teil 39

Der Ruf – Teil 40 Der Ruf – Teil 41 Der Ruf, Teil 42 Der Ruf – Teil 43

Der Ruf – Teil 44 Der Ruf – Teil 45


Der Ruf – Teil 46

2

AUSTREIBUNG

Im Flur, gegen 09.15 Uhr

Er hörte die Kellerklappe zufallen und lachte. Dies war ein altes Gesetz: Sie flohen entweder nach oben, ans Licht, oder sie gruben sich ein, flohen in die Löcher, versuchten, sich zu verbergen, sich einen Schutz zu schaffen in der Erde, aus der sie gekommen waren. Diese also waren solche, die sich vergruben. Es würde ihnen nicht helfen. Der ihm gefolgt war, war ein schwacher Geist, eine Existenz voll Rachsucht und ihm selbst in keiner Weise gewachsen. Er würde diesem Geist seinen Wirt nehmen, ihn zu einer Existenz zwischen den Welten verdammen, und damit wäre alles getan.

Die kleinen Diener folgten ihm, kriechend alle, an den Wänden, dem Boden und der Decke, ein lebendiger Teppich. Er würde sie hier als Wache zurücklassen, falls eine der Beute aus dem Loch entkäme. Der Hohepriester ging den Flur bis zum Ende. Bis zu der Falltür unter der Treppe.

Im Keller, gegen 09.15 Uhr

„Wo ist es?“

„Oben. Es kommt durch den Flur. Es muss gleich da sein.“

Maike sah angstvoll zur Falltür. Ja, sie hatten die Tür mit dem Seil gesichert, aber im Ernst glaubte keiner von Ihnen, dass sie es so aufhalten würden.

„Was sollen wir machen?“, fragte Britt. „Ich meine, wenn er… wenn es kommt.“

„Nichts“, sagte Philip bestimmt. „Ihr macht gar nichts. Ich erledige das.“

„Philip!“ Maike schüttelte den Kopf. „Musst Du jetzt mit so ‘ner Macho-Scheiße…“

Philip schenkte ihr einen seltsam leeren Blick. „Ich weiß, was ich tue.“

Oben waren nun Schritte zu hören. Langsam und fest. Dann eine Pause und sie wussten, dass er jetzt genau über ihnen stand. Maike griff nach einem der Spatenstiele. Er sah sehr stabil aus und lag gut in ihrer Hand. Sie stellte sich neben Philip. Britt griff nach einer der Weinflaschen. Philip schob Maike weg.

„Nein“, sagte er und die Stimme, mit der er sprach, ließ Britt erstarren. Die Weinflasche rutschte ihr aus der Hand, fiel auf ihren Fuß, sie merkte es gar nicht, und rollte in eine Ecke neben dem Regal. Maike dagegen wurde wütend.

„Es hat meinen Mann ermordet! Ich werde nicht…“

„Ich sage NEIN!“, donnerte Philip und diesmal merkte es auch Maike. Sie taumelte zurück und als Philip sich umdrehte, sah sie, dass er den Mund beim Sprechen nicht bewegte. Er stand einfach offen und die Stimme kam irgendwo aus seinem Inneren. Britt wich ans Regal zurück, während Maike erstarrte, nicht in der Lage, sich zu rühren.

„Ich mache es auf meine Weise“, sprach die Stimme aus Philip heraus. „Ihr werdet Euch nicht einmischen, was auch geschieht. Was auch immer geschieht!“

‚Es ist nicht Philip‘, dachte Maike. ‚Nicht seine Stimme, ich kenne die Stimme, ich kenne die Stimme, es ist nicht seine Stimme…‘

„Stephan“, flüsterte Britt. „Es ist Stephan. Es ist wie bei Christoph. Philip…“

„Nein“, sprach es aus dem Mann, den sie liebte, „nicht wie Christoph. Er hat mich freiwillig zu sich gelassen, Britt.“

„Nein“, Britt schüttelte den Kopf. „Nein, nein, nein.“

„Du wirst es verstehen“, entgegnete Stephans tote Stimme, „wenn…“

Klopf. Klopfklopf.

FORTSETZUNG FOLGT

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schreckenberschreibt: Quarantänegeschichte Nr. 70 – Der Ruf, Teil 45

Zunächst einmal – da Sarah uns heute eine Abendstimmung aus ihrem Wintergarten geboten hat, möchte ich mich nicht lumpen lassen, und biete eine von unserem Balkon. Dabei muss ich allerdings ein wenig pfuschen, weil der Himmel heute eher unschön aussieht. Vorgestern aber sah er so aus (unretuschiert):

Und damit zum Thema des heutigen Posts – der etwas spät kommt, tut mir leid, ich war den ganzen Tag unterwegs.

Sarahs und meine Quarantänegschichten gehen heute in die 11. Woche. Seit dem 15. März, dem Tag, an dem sie uns verlassen und nach Wien zurückreisen musste, weil die Grenzen sich schlossen, erzählen wir Euch jeden Tag eine Geschichte. Das ist unsere Aufgabe in Zeiten der Krise, als Mitglieder der uralten Zunft der Geschichtenerzähler*innen. Sarah hat mit Geschichten für Kinder begonnen und ist mittlerweise bei ihren (unter Freunden schon lange) sehr beliebten Kalendergeschichten angekommen. Ich habe zunächst Kurzgeschichten erzählt (hier ist eine vollständige Übersicht), um dann damit zu beginnen, meinen Roman „Der Ruf“ in Fortsetzungen zu erzählen. Der Roman ist nun fast zu Ende erzählt, und wie ich gestern schon schrieb, enden auch unsere Quarantänegeschichten bald. Es ist schön, dass Ihr dabei seid, danke dafür. Und jetzt kommt näher. Ich erzähle Euch eine Geschichte:

Der Ruf – Teil 1, Hintergrund, Rechte

Der Ruf – Teil 2 Der Ruf – Teil 3 Der Ruf – Teil 4 Der Ruf – Teil 5

Der Ruf – Teil 6 Der Ruf – Teil 7 Der Ruf – Teil 8 Der Ruf – Teil 9

Der Ruf – Teil 10 (mit Gewinnspiel)

Der Ruf – Teil 11 Der Ruf – Teil 12 Der Ruf – Teil 13 Der Ruf – Teil 14

Der Ruf – Teil 15 Der Ruf – Teil 16 Der Ruf – Teil 17 Der Ruf – Teil 18

Der Ruf – Teil 19 Der Ruf – Teil 20 Der Ruf – Teil 21 Der Ruf – Teil 22

Der Ruf – Teil 23 Der Ruf – Teil 24 Der Ruf – Teil 25 Der Ruf – Teil 26

Der Ruf -Teil 27 Triggerwarnung: Suizid

Der Ruf – Teil 28 Der Ruf – Teil 29 Der Ruf – Teil 30 Der Ruf – Teil 31

Der Ruf – Teil 32 Der Ruf – Teil 33 Der Ruf – Teil 34 Der Ruf – Teil 35

Der Ruf – Teil 36 Der Ruf – Teil 37 Der Ruf – Teil 38 Der Ruf – Teil 39

Der Ruf – Teil 40 Der Ruf – Teil 41 Der Ruf, Teil 42 Der Ruf – Teil 43

Der Ruf – Teil 44

Der Ruf – Teil 45

Im Wohnzimmer, gegen 9.05 Uhr

Philip starrte verwirrt auf das Halbwesen in Christophs Körper, das sich jetzt langsam am Sofa erhob. Vor einer Sekunde noch hatte Stephan durch ihn gesprochen und seinen Körper kontrolliert, während er selbst sich zurückgezogen hatte und ganz Geist geworden war. Es war eine seltsame und höchst beängstigende Erfahrung gewesen, aber er hatte Stephan vertraut und gewartet, was passieren würde. Und dann war Stephan plötzlich wie weggewischt. Das Monstrum da am Sofa hatte ein knackendes Geräusch von sich gegeben, im nächsten Moment hatte er das unangenehme Gefühl gehabt, in einen zu engen Anzug gepresst zu werden und dann war er wieder ganz er selbst. Und er war allein, allein mit diesem Ding. Es drehte ihm Christophs Gesicht zu. Das war das Schrecklichste – trotz allem, was damit geschehen war, war es immer noch klar als Christophs Gesicht zu erkennen.

„Was nun?“, fragte das Ding und lachte wieder keckernd.

Philip war unfähig, sich zu rühren, etwas zu sagen, irgend etwas zu tun. Die gelben Augen wurden schmal.

„Das ist das Ende, Beute.“

Diese Worte lösten etwas in Philip aus. Er sah sich am Bahnhof stehen und auf Stephan warten, er sah Britt, wie sie ihr auf der Straße begegnet waren, sah sich noch einmal den Weg vom Parkplatz zum Haus hinuntergehen, mit Britt und Stephan. Er sah sich am Feuer, Britt in seinem Arm, er sah seine Freunde sterben und sah noch einmal jede Einzelheit ihres Kampfes um das Haus. Das Wohnzimmer, die Expedition in den ersten Stock, der dumme Fehler mit dem Netbook, wie Justus Maike aus dem Bad gerettet hatte, Sabines Tod, Justus und Markus. Das Buch. Sein Blick fand das Buch, das auf dem Boden vor dem Couchtisch lag, einfach nur ein altes Buch ohne Deckel. War es das, was Christoph gesehen hatte, als er es gefunden hatte? Vermutlich. Es verstand, sich zu tarnen.

Und nun – das sollte das Ende sein?

Es gab noch eine winzige Hoffnung, auch wenn Stephan fort war. Philip drehte sich um und rannte.

Er riss die Tür auf und rannte in den Flur, bemerkte am Rande, dass die Insekten immer noch im Schlafzimmer blieben. Er erwartete, jeden Moment die Schritte des Monsters hinter sich zu hören, doch nichts verfolgte ihn als das Gelächter dieses Christoph-Dings. Offensichtlich wusste es, wohin er wollte. Aber es war ein guter Platz um sich zu verteidigen. Er erreichte die Ecke, immer noch verfolgt vom Gelächter des Unmenschlichen.

Philip! Philip!‘

Er wäre fast gestolpert.

„Wo warst Du?“, sagte er laut.

Er hat mich gebannt. Ich verstehe noch nicht viel davon. Tut mir leid.‘

‚Geschenkt‘, erwiderte Philip, wieder nur denkend. Er hatte sich gefangen. ‚Muss ich damit rechnen, dass das nochmal passiert?‘

Nein.‘

Philip hatte die Kellerklappe erreicht, ließ die Verriegelung aufschnappen und riss an der Falltür. Sie öffnete sich vielleicht fünf Zentimeter, dann hielt ein starker Widerstand sie zurück. Philip brüllte in den Spalt.

„Britt! Maike! Ich bin‘s!“

Er hörte Schritte. Offenbar hatte sich das Ding nun doch entschlossen, ihm zu folgen.

„Philip?“ Das war Britt, misstrauisch.

„Ja, macht auf verdammt. Schnell, es kommt!“

Ich kann auch hier oben mit ihm fertig werden.‘

„Einen Scheiß kannst Du“, flüsterte Philip zornig. „Wer weiß, was der noch für Überraschungen auf Lager hat.“ Dann wieder laut.

„Britt! Schnell!“

Von unten kam aufgeregtes Gemurmel.

Du solltest mich nicht unterschätzen!‘

Kälte durchzuckte ihn und rief ihm schmerzhaft ins Bewusstsein, was Stephan wirklich war. Und wo er war.

„Britt! Bitte!“

Ein kurzes Gemurmel, ein schleifendes Geräusch, dann:

„Komm runter. Schnell!“

Er riss an der Tür und diesmal ließ sie sich mühelos öffnen. Philip sprang auf die Treppe, zog die Klappe hinter sich zu und lag schon schwer atmend in Britts Armen. Maike band das Seil wieder fest um die massiven Metallstreben des Geländers. Hier waren sie nun.

In der Falle.

FORTSETZUNG FOLGT

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Das ich so spät reblogge liegt nicht an Sarah, sondern an mir, ich bin heute fast den ganzen Tag unterwegs gewesen. Es ist besonders schön, dann heim zu kehren und so ein poetisches Artefakt vorzufinden. 🙂

Der Guppy war's und nicht die Lerche

Heute ist der Ruf ein wenig später dran, weil Michael in Familiendingen unterwegs ist. Dafür seh ich grad hier von meinen Fenster aus einen fabelhaft aprikosfarbenen Abendhimmel, den ich euch einfach nicht vorenthalten will:

Aber da ihr vermutlich nicht für meinen Ausblick hier seid… kommen wir zum eigentlichen Tagesgeschäft. Heute im Museum…

Ausstellungsstück 8911:

Eine kleine Glasflasche, handbeschriftet

Die Flasche besteht aus grünem Glas und ist mit einem Wachssiegel verschlossen. Der Inhalt scheint manchmal eine dunkle Flüssigkeit zu sein, manchmal eher gasförmig. Unsere Experten suchen noch nach einem Weg, eine Probe zu entnehmen, ohne das Siegel zu beschädigen.

Die Aufschrift auf dem vergilbtem Etikett ist verblichen, aber immer noch lesbar:

Warme Mittsommernacht, Musik in der Ferne. Etwa 30 Minuten vor Gebrauch in einem geschlossenen Raum dekantieren und ein wenig atmen lassen. Dosierungsangaben genau beachten. Kann zu Euphorie und ungeplanten Begegnungen im Dunkeln führen.“

Die Herkunft des Objekts ist unbekannt…

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