schreckenbergschreibt: Türchen Nr 21 – Antwort

Gestern bat ich Euch um Fragen und Themen. Harald Zappe folgte dem Aufruf:

Wann können wir mit einem neuen Buch rechnen ?

Ich vermute, Du fragst nach einem neuen Roman – ich fürchte, nicht so bald. Eigentlich habe ich drei Romane, die ich schreiben könnte. Der eine existiert schon zu 2/3, Urban Fantasy, und ist inzwischen – in der letzten Fassung – ein Jahrzehnt alt. Er müsste also überarbeitet werden. Meine gesamte Umgebung findet das existierende Fragment (Arbeitstitel: „Der Sänger und der Puppenspieler“) sehr gut und ich habe viel Herzblut hineingesteckt, aber inzwischen den Kontakt zu der Geschichte verloren. Ich weiß nicht, ob ich da nochmal rein finde. Dann gibt es diese Idee einer sehr großen Geschichte (AT „Wasser“), der ich mich aber noch nicht ganz gewachsen fühle. Dieses Buch werde ich schreiben, wenn ich mich reif genug dafür fühle.

Wenn ich derzeit einen Roman schreiben KÖNNTE würde ich die Idee einer Parallelweltgeschichte (AT „Phaeton“) umsetzen, die ich seit drei oder vier Jahren entwickle. Auf die Geschichte habe ich sehr viel Lust und ich will in diese Welt hinein. Aber…

…ich werden auf absehbare Zeit nicht die Kapazität dazu haben. Ich war von Mitte der vergangenen Woche bis heute in Sachen Drehbuch in Wien. Es gab Besprechungen zu zwei sehr aussichtsreichen (und spannenden und hochinteressanten) Projekten, eine ebenfalls sehr interessante Entwicklung im Non-Fiction-Bereich ist in der Schwebe, und ich habe einen neuen Kontakt geknüpft, der auch sehr vielversprechend ist. Wie das bei Drehbüchern so ist – es gibt eine Statistik (keine Ahnung, woher), dass aus einem von acht Projekten, für die Autor*innen engagiert werden, am Ende etwas wird, das man auf dem Bildschirm oder der Leinwand sehen kann. Das worüber ich am Freitag mit zwei Produzenten (tut mir leid, ich muss immer so vage bleiben 😀 ) gesprochen habe würde ich Euch jedenfalls zu gerne zeigen. Es sind Geschichten, die mir nicht weniger am Herzen liegen, als meine Romane, und ich möchte sie unbedingt sehen. Und ich mag die Erzählform des Drehbuchs, egal ob Film oder Serie.

Und sagen wir es, wie es ist: Drehbuch wird außerdem besser bezahlt als Belletristik. Das hat verschiedene Gründe: Als Drehbuchautor trete ich viel mehr Rechte ab und habe, in Bezug auf das Endprodukt, sehr viel weniger Entscheidungsmacht, als als Belletristikautor, es gibt sehr viel mehr arbeitsaufwändige Entwicklungsschritte (die mitzumachen ich vertraglich verpflichtet bin) und das Endergebnis ist ungeheuer viel kostspieliger als das Verlegen eines Romans – ich bin also an der Herstellung eines teureren Produktes beteiligt.

Ich habe jetzt ein paar SEHR arbeitsreiche Monate vor mir, und ich hoffe, dass das so weiter geht. Bedeutet aber auch – Zeit für einen Roman werde ich nicht haben. Ich werde hier und da mal in die Welt von „Phaeton“ tauchen oder Ideen zu „Wasser“ vorantreiben – aber mehr nicht. Im Moment bin ich wirklich hauptsächlich Drehbuchautor.

ABER:

In den letzten Jahren sind fast jedes Jahr mehrere Kurzgeschichten von mir in verschiedenen Anthologien erschienen. Die zu bündeln, um ein paar unveröffentlichte zu ergänzen und als E-Book o.Ä. herauszugeben habe ich mir für dieses Jahr vorgenommen. Also – wahrscheinlich gibt es in nächster Zeit keinen neuen Roman von mir – aber eine Anthologie. Ich hoffe, das ist okay, Harald.

Und? Weitere Fragen? 😀

Über Mountfright

Autor und Öffentlichkeitsarbeiter, Mann und Vater, Leser und Filmfreak. Kindheit in den 1970ern, weswegen mich bis heute seltsame Musik mit Ohrwürmern plagt. Aufgewachsen in den 80er Jahren, einem Jahrzehnt, das nicht halb so grau war, wie die anderen glauben. Erste Kurzgeschichte mit 13, erster echter Romanversuch (nach pubertären Ausfällen) mit 17, die nachfolgende Schreibblockade habe ich mir mit Songtexten für die Kölner Psychobillyband "Boozehounds" vertrieben. Danach ging es wieder: Erster lesenswerter Roman mit 26, seither nicht mehr aufgehört.
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