The 12 days before Christmas: Tag 11 – Single Malt Whisky

Auch heute schreibe ich meinen Geschenketipp, wenn auch spät – ich habe den Tag im Krankenhaus verbracht, aber das ist eine andere Geschichte. Also… es ist Samstagabend, morgen ist Sonntag, also muss ich Euch mit einem Tipp versorgen, den Ihr am Montag umsetzen könnt, an Heiligabend selbst. Leute, Leute… aber okay, ich habe als Jüngling auch so manchen Heiligvormittag im Kaufhaus verbracht, verzweifelt nach einem Geschenk für Mutter und Vater suchend (die Schwester war irgendwie immer versorgt :-D)… Also gebe ich Euch etwas, dass Ihr in jedem Supermarkt mit halbwegs vernünftig sortierter Spirituosenabteilung bekommt, sei es nun Rewe, Real, Edeka, Karstadt, famila oder wie auch immer. Es handelt sich um

Single Malt Whisky

Lafrosch

Was ist das?

Single Malt Scotch Whisky (die Iren nennen es Whiskey) ist ein unverschnittener schottischer Malzschnaps aus jeweils einer Destillerie. Mischt man mehrere Single Malts untereinander und kippt dann auch noch „Grain Whisky“ (nennen wir es beim Namen: Korn) dazu, so nennt man die entstandene… Flüssigkeit… „Blended Scotch Whisky“, aber darüber will ich besser nicht sprechen. Hier geht es um Single.

Wer meine Bücher und auch einige meiner Kurzgeschichten kennt der weiß, dass einige meiner Figuren – Daniel, Esther, Sergej, Mark – eine ausgesprochene Vorliebe für Single Malt haben. Die haben sie von mir, und es ist kein Zufall, dass meine diesjährige Weihnachtsgeschichte nicht unwesentlich davon handelt. Was auch immer Alex in dieser Geschichte sagt: Jeder Single Malt hat seinen eigenen Charakter und sie schmecken sehr unterschiedlich – nicht nur von Destillerie zu Destillerie, sondern auch je nach Lagerzeit, Art der Lagerung etc., etc. Meine Favouriten kommen aus den Destillerien: Ardbeg, Laphroaig, Highland Park, Dalmore und Cragganmore, ich mag aber auch viele weitere, und da geht es schon los: Wenn ich weiter mache, dann komme ich ins Fachsimpeln oder ins Schwärmen.

Warum ist das ein gutes Geschenk?

Whisky hat mehrere Vorteile, der erste: Wenn Ihr am Montagvormittag in einen Supermarkt stürmt, der – wie oben erwähnt – auch nur halbwegs gut mit Spirituosen ausgerüstet ist, dann findet Ihr dort mit ziemlicher Sicherheit einige Single Malts. Laphroaig normalerweise, ebenso Glendronach, Glenfiddich und Scapa, meist auch Talisker, Lagavullin und Cragganmore. Ich mag Glenfiddich nicht, alle anderen sind gut. Als Geschenk drückt es Eure Hochachtung für den/die Beschenkte(n) aus, denn alle wissen: Single Malt ist nicht ganz billig. Die meisten wissen nicht: Einige wirklich gute, den 10jährigen Laphroaig zum Beispiel, gibt es schon deutlich unter 30 Euro. Außerdem hat Whisky immer noch einen gewissen Nimbus. Ich trinke am liebsten Apfelsaft, Kaffee, Tee, und Leitungswasser. Was Alkoholika betrifft, so trinke ich gerne Portwein, Gin Tonic und eben Single Malt Whisky. NICHTS davon hat einen solchen Ruf von Kennertum und Stil wie der Whisky, obwohl ich behaupten würde, es ist weit schwerer, ein profunder Apfelsaft-, Kaffee- oder Portweinexperte zu werden, als ein Single Malt Kenner. Es gibt einfach nicht so viele Single Malts. Aber vielleicht liegt es gerade daran. Der Ruf des Malts färbt jedenfalls auf Schenker(in) wie Beschenkte(n) ab. 😉

Für wen?

Ich behaupte schon seit vielen Jahren: Wenn jemand harte Alkoholika nicht grundsätzlich ablehnt, so wird sich ein Single Malt für sie oder ihn finden lassen. Einsteiger und Menschen, die aus der Cognacrichtung kommen mögen normalerweise zunächst am liebsten die etwas weicheren Sorten. Viele Malts aus der Speyside-Region (die Regionen sind auf den Flaschen angegeben) gehören dazu, etwa der Cragganmore. Traditionell rauher und würziger sind die Inselwhiskys, etwa Ardbeg, Lagavullin, Talisker und Scapa. Vorsicht mit Laphroaig – ich liebe ihn sehr, aber er ist ausgesprochen speziell, an ihm scheiden sich auch unter Kennern die Geister. Andererseits – wer nicht wagt… 😀

Wenn Ihr die Zeit habt, statt des Supermarktes eine vernünftige Spirituosenhandlung aufzusuchen, so wird man Euch dort gerne beraten. Der Händler wird wissen wollen, was der/die zu Beschenkende sonst so mag, wenn Ihr also wisst, welchen Wein er/sie mag, oder ob er/sie doch eher ein(e) Biertrinker(in) ist oder ein Cognacfan, dann ist das von Vorteil. So eine Beratung kann wirklich Spaß machen.

Und wenn Ihr so gar nicht wisst, was es sein soll? Dann schenkt Euren Liebsten doch einen Gutschein für eine Whiskyverkostung. 😉

Advertisements

Über Mountfright

Autor und Öffentlichkeitsarbeiter, Mann und Vater, Leser und Filmfreak. Kindheit in den 1970ern, weswegen mich bis heute seltsame Musik mit Ohrwürmern plagt. Aufgewachsen in den 80er Jahren, einem Jahrzehnt, das nicht halb so grau war, wie die anderen glauben. Erste Kurzgeschichte mit 13, erster echter Romanversuch (nach pubertären Ausfällen) mit 17, die nachfolgende Schreibblockade habe ich mir mit Songtexten für die Kölner Psychobillyband "Boozehounds" vertrieben. Danach ging es wieder: Erster lesenswerter Roman mit 26, seither nicht mehr aufgehört.
Dieser Beitrag wurde unter schreckenberglebt, schreckenbergschreibt, schreckenbergzeigt - Reblogs & Co. abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Antworten zu The 12 days before Christmas: Tag 11 – Single Malt Whisky

  1. Sarah Wassermair schreibt:

    „Vorsicht mit Laphroaig – ich liebe ihn sehr, aber er ist ausgesprochen speziell, an ihm scheiden sich auch unter Kennern die Geister. Andererseits – wer nicht wagt…“

    Möchte das bestätigen. Wer jemandem, der sich nicht dezidiert als Laphroig-Fan geoutet hat, einen Laphroig schenkt, der beweist damit ernsthaft Mut. Geniales, geniales Zeug, aber ’speziell‘ trifft es eben. Wenn man den Geschmack des Beschenkten gar nicht kennt – Dalmore ist da definitiv eine gute Wahl, würd mich deuchen. Genug Charakter, aber nicht zu viele Kanten.
    Und ich hab oft einen Dalwhinnie für whisky-unerfahrene Gäste daheim, etwas ganz mildes, mit einer ganz reizenden Honignote – wär eventuell auch als Einsteigerwhisky geeignet.

  2. Pingback: schreckenbergliest: Zoran Drvenkar – Der letzte Engel | schreckenbergschreibt

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s