Die Sonntagsfrage: Ist diese Fragerei fair?

Sonntagmittag, Zeit für die Sonntagsfrage aus dem Sinnfragen Kombinator von Pia Frey. Mir ist klar, dass, wenn ich Wert darauf lege, dass mein Blog möglichst gar nicht gelesen wird, regelmäßige Beiträge am Sonntagmittag ein guter Weg sind, dieses Ziel zu erreichen. Aber was soll ich machen – ich habe heute Nachmittag einen Termin, werde also kaum dazu kommen, später am Tag zu schreiben. Und Sonntagsfragen vorschreiben um sie dann termingerecht posten zu können mag ich nicht. Ich finde, die ganze Sache macht nur Spaß, wenn ich spontan schreibe und nur eine vage Ahnung davon habe, wo ich am Ende landen werde. Immerhin sind so zwei meiner bisher drei erschienenen Romane entstanden (darunter der Erfolgreichste), warum nicht auch meine Blogbeiträge?

Nach der vergangenen Woche formulierten Erfahrungsregel, müsste ja heute wieder eine Frage kommen, die mich philosophisch stark herausfordert. Äh… ja. Kommt davon, wenn man den Mund so voll nimmt und anfängt, Regeln abzuleiten:

140216Ist diese Fragerei fair?

Also, zunächst einmal: Ich mag die Frage. Vor allem mag ich sie, weil ich die Karte „Ist diese Fragerei“ bisher noch nie gesehen habe. Muss mir beim Durchblättern entgangen sein. Sie hat Charme, weil sie eine Verbindung zwischen Nutzer und Autorin des Kombinators herstellt und den Frager (mich) zwingt, über beide nachzudenken. Und es gibt eine Menge zweite Karten, die daraus ein wirklich spannendes Spiel machen, etwa „die Lösung?“, „langweilig?“, „an allem Schuld?“ oder (sehr schön) „eitel?“ Hat was, alles.

Aber ich habe mir ja zur Aufgabe gemacht, zufällige Kombinationen zu verwenden, und da ich nicht zum Selbstbetrug neige (na ja… zumindest nicht zum Selbstbetrug mittels Sinnfragen Kombinator) muss ich „fair?“ verwenden.

Hm.

Ihr merkt schon, ich parliere ein wenig vor mich hin, um diese Seite nicht allzu weiß zu lassen, denn mal ehrlich… fair??? Wasndasfürnefrage?

Na, wie auch immer, definieren wir erstmal. Mit „diese Fragerei“ sind natürlich die Fragen aus dem Kombinator gemeint. „Fair“ definiere ich hier mit der landläufigen Auffassung, wonach „fair“ ein Synonym für „gerecht“ ist. Unter Sportlern hat „fair“ noch die Zusatzbedeutung von „den Regeln entsprechend“, was uns hier aber, mangels weiterer Regeln als der, dass ich den Kombinator sonntags verwende und die Fragen zufällig sind (beides ist gegeben), nicht weiter bringt.

Ist diese Fragerei also fair im Sinne von gerecht? Ist also Chancengleichheit vorhanden, zwischen mir und der Autorin einerseits, zwischen Euch, den Leserinnen und Lesern andererseits?

Die erste Frage ist klar mit „Ja“ zu beantworten, soweit ich das beurteilen kann. Was das geschäftliche angeht, so kenne ich natürlich Pia Freys Vertrag mit ihrem Verlag nicht, ich hoffe, sie bekommt für ihre Idee zu und ihre Arbeit an diesem hübschen Kombinator einen angemessenen Preis. Was meine Schwester, die mir den Kombinator zu Weihnachten geschenkt hat, bezahlt hat weiß ich, kann man ja überall lesen. Und ich finde den Preis sehr fair. So viel Spaß für so wenig Geld.
Und was die Arbeit mit dem Kombinator betrifft, so könnte sie nicht fairer sein. Frau Frey und ihr Verlag stellen mir ein 1a Gerät zur Verfügung, optisch und haptisch einwandfrei. Ob die Wahrscheinlichkeit, beim zufälligen blinden Durchblättern erwählt zu werden für alle Karten gleich ist weiß ich nicht, wahrscheinlich nicht, aber diese Vorschrift habe ich mir ja selbst gemacht.

Auch das Verhältnis zwischen mir und Euch, liebe Leserinnen und Leser, ist fair – denn hier basiert alles auf Freiwilligkeit. Ich schreibe freiwillig, ihr lest freiwillig, keiner hat einen Anspruch gegen irgendwen, jeder und jede kann anfangen und aufhören, wann er oder sie lustig ist. Sowas von fair.

Ich hoffe dann mal auf eine ebenso schöne aber vielleicht wieder etwas prickelndere Frage nächsten Sonntag. 😉

Verwendete Literatur:

Frey, Pia: Sinnfragen Kombinator“, Frankfurt 2013

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Über Mountfright

Autor und Öffentlichkeitsarbeiter, Mann und Vater, Leser und Filmfreak. Kindheit in den 1970ern, weswegen mich bis heute seltsame Musik mit Ohrwürmern plagt. Aufgewachsen in den 80er Jahren, einem Jahrzehnt, das nicht halb so grau war, wie die anderen glauben. Erste Kurzgeschichte mit 13, erster echter Romanversuch (nach pubertären Ausfällen) mit 17, die nachfolgende Schreibblockade habe ich mir mit Songtexten für die Kölner Psychobillyband "Boozehounds" vertrieben. Danach ging es wieder: Erster lesenswerter Roman mit 26, seither nicht mehr aufgehört.
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