schreckenbergschaut: Fantasy Filmfest 2017 und mehr

Jaaaaa… diese Idee, 2017 jede Woche einen Blogeintrag zu machen hat nicht so richtig hingehauen, fürchte ich.  Dass es ein wirklich arbeitsreiches erstes Dreivierteljahr war reicht da nicht als Grund, aber hey – es WAR ein wirklich arbeitsreiches erstes Dreivierteljahr. Herbst ist Erntezeit für Autoren, jedenfalls für mich. Diesen Monat erscheinen zwei Anthologien in denen jeweils eine Kurzgeschichte (Krimi) und eine Novelle (Horror) von mir enthalten sind, und Montag ist Drehbeginn für die Folge einer Krimiserie, die ich gemeinsam mit Sarah geschrieben habe. Ebenfalls mit Sarah schreibe ich an weiteren Drehbuchprojekten für Serien und einen Spielfilm, dazu kommt ein neues Romanprojekt (ich weiß, das Wort „Projekt“ bedeutet meist: Wirdnixdraus, aber in diesen Fällen ist es wirklich konkret und es gibt Verträge 😀 )… No rest for the wicked. Und damit das klar ist: Ich beschwere mich nicht. Ich bin verdammt gerne Geschichtenerzähler.

Aber das ist nicht der Grund aus dem ich meinen Blog wiederbelebe. Das Fantasy Filmfest ist wieder zu Gast in Köln und wie jedes Jahr werde ich versuchen, über die Filme die ich sehe zu bloggen. Diesmal sind es 14, mehr als je zuvor. Ich versuche gar nicht, eine ausführliche Kritik über jeden zu schreiben, dass das nicht funktioniert habe ich inzwischen gelernt. Aber ein paar Sätze und Eindrücke… das KÖNNTE klappen. Here we go. Für mich begann das FFF heute mit:

Trench 11
Kanada 2017
Buch: Matt Booi, Leo Scherman
Regie: Leo Scherman

Eigentlich habe ich den Film nur in meinen Plan aufgenommen, weil er zeitlich gut rein passte. Auf meiner Rangliste, die ich mir seit einigen Jahren vor jedem FFF mache und auf der ich Punkte in verschiedenen Kategorien vergebe, damit ich mich nicht auf das Programmheft und meinen Instinkt verlasse (das ist zu oft schief gegangen) belegt er nur Platz 28. Der Film spielt im 1. Weltkrieg, der mich besonders interessiert, das war ein Plus, aber es klang irgendwie nach Soldiers vs. Zombies und der 1. Weltkrieg war eigentlich an sich schon so grauenvoll, dass zusätzliche Horrorelemente eher abgeschmackt scheinen. Naja…

Ich habe ihn mir, wie gesagt, dennoch angesehen und war positiv überrascht. Das Setting ist SEHR bekannt – ein unterirdisches Labor in dem geheime Experimente durchgeführt wurden, ein Trupp Soldaten, der erkunden soll, was passiert ist…

Der Film ist keine große Kunst. Aber er ist unterhaltsam, spannend, NICHT Soldiers vs. Zombies und auch nicht abgeschmackt. Die Schauspieler liefern eine solide Leistung ab (nur Robert Stadlober als böser deutscher Wissenschaftsoffizier versucht etwas zu sehr Christoph Waltz zu sein und scheitert selbstverständlich daran), die Geschichte ist, im Rahmen dessen was möglich ist, überraschend, das Ende lädt zum Spekulieren ein. Hat Spaß gemacht.

Dann folgte:

The Autopsy of Jane Doe
USA 2016
Buch: Ian Goldberg, Richard Naing
Regie: André Ovredal

Der Film sollte eigentlich schon letztes Jahr auf dem FFF laufen, hat aber damals irgendwie nicht geklappt. Also diesmal. Auf meiner Liste hatte er Platz 13. Warum ich ihn vor allem sehen wollte sage ich jetzt nicht, das wäre ein Spoiler (ich hatte Insidertipps 😀 ) aber ich bin froh, dass ich ihn gesehen habe.

Auch hier wieder: Kein Film der mich noch jahrelang verfolgen wird, aber ein mit einfachen Mitteln verdammt gut gemachter, klassischer Horrorfilm. Sehr wenig Jumpscares (eigentlich nur zwei richtige) was ich schätze. Statt dessen benutzen Goldberg, Naing und Ovredal die Vorstellung des Zuschauers, was ich ebenfalls sehr schätze. Tatsächlich erzählt der Film nur die Autopsy dieser unbekannten Frauenleiche – und was währenddessen passiert. Wenige Schauplätze, wenige Figuren und eine gute Idee. Manchmal braucht es gar nicht mehr.

 

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Über Mountfright

Autor und Öffentlichkeitsarbeiter, Mann und Vater, Leser und Filmfreak. Kindheit in den 1970ern, weswegen mich bis heute seltsame Musik mit Ohrwürmern plagt. Aufgewachsen in den 80er Jahren, einem Jahrzehnt, das nicht halb so grau war, wie die anderen glauben. Erste Kurzgeschichte mit 13, erster echter Romanversuch (nach pubertären Ausfällen) mit 17, die nachfolgende Schreibblockade habe ich mir mit Songtexten für die Kölner Psychobillyband "Boozehounds" vertrieben. Danach ging es wieder: Erster lesenswerter Roman mit 26, seither nicht mehr aufgehört.
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