schreckenbergschreibt: Zwischen den Büchern

Es ist Samstag, gleich 14 Uhr, und wenn es eine Zeit gibt, um die man nach allen Regeln der Social-Media-Kunst nicht bloggen sollte, dann ist es diese. Oder, wahlweise, unter der Woche um 3 Uhr Nachts. Aber was soll’s, ich bin Schriftsteller, ich will schreiben, und eigentlich will ich natürlich an einer Geschichte schreiben, aber ich bin in diesem dämlichen Limbus der da heißt: Zwischen den Büchern.

So ist die Lage:

Ich habe in der Schublade zwei angefangene Romane, die nicht in das Profil meiner Verlage passen. Der eine ist eine Urban-Fantasy-Geschichte, sehr groß, sehr episch, meine regelmäßigen Testleser halten sie für das Beste, das ich bisher geschrieben habe. Ich bin anderer Ansicht, aber was weiß ich schon. 😀 Etwa die Hälfte davon ist fertig, ich habe damals aufgehört, daran zu schreiben, als es daran ging, den Finder zu veröffentlichen. Der andere ist das, was man heute eine „All-Age-Geschichte“ nennt – also ein Buch, das in erster Linie für Jugendliche gedacht, aber auch für Erwachsene interessant ist. Geht in Richtung Horror/Mystery, ist zu etwa einem Drittel geschrieben und spielt im selben Geschichtenuniversum wie „Sergej„, ohne direkt mit dieser Geschichte zu tun zu haben. Diese Bücher werden definitiv nicht im JUHRVerlag erscheinen, mal sehen, was ich damit mache.

Dann habe ich drei erschienene Romane, die nach einer Fortsetzung verlangen: Der Finder, Der wandernde Krieg – Sergej und Die Träumer. Die letzten Beiden haben, obwohl in sich ganz abgeschlossen, offene Handlungsfäden die nach einer Fortsetzung verlangen. Was den Finder betrifft, so habe ich ja bisher immer gesagt, dass ich eine Fortsetzung eigentlich nicht plane, obwohl viele Fans danach verlangen. Nun hatte ich just letzte Woche eine Idee, die meine Haltung – sagen wir – teilweise geändert hat. Viel mehr will ich dazu nicht sagen, es wäre keine direkte Fortsetzung, aber eine Geschichte, die mich und meine Leserinnen und Leser in die Finderwelt zurückführen würde, und zwar nicht irgendwann in einer fernen Zukunft sondern in der Gegenwart des Romans. Wir würden viele Figuren aus dem „Finder“ wiedertreffen, ohne, dass ich die Geschichte meiner Figuren, die ich weitestgehend für auserzählt halte, neu aufkochen müsste. Es ist eine Idee, die sich anbot, auf die ich einfach nur kommen musste. Im Moment habe ich sehr viel Lust darauf.

Ich sehe Euch die Stirn runzeln. Ich höre Euch sagen: „Schreckenberg, das ist ja wohl der bescheuertste Appetitmacherblogpost, den ich je gelesen habe. Jetzt sag schon, was Du machen willst und dann werden wir ja sehen, ob ich’s lesen will.“

Und das ist eben das Blöde an der Lage. Ich WEISS es nicht. Ich habe ebensolchen Appetit aufs Schreiben wie Ihr aufs Lesen. Und ich habe – siehe oben FÜNF verdammte Romane, die ich schreiben könnte und schreiben bzw. zu Ende schreiben will. Von weiteren Ideen rede ich gar nicht. Von Drehbüchern, Theaterstücken und Kurzgeschichten auch nicht. Und bevor das irgendjemand falsch versteht: Ich nöle hier nicht über den JUHRVerlag. Die sind im Moment in der Programmplanung, für letzte Woche war ein Treffen geplant, das ist dann leider geplatzt, aber wir werden uns treffen, wir werden planen und dann werde ich auch wissen, wie es damit weiter geht. Nur gerade jetzt…

Ich schreibe nicht einfach so, weil ich zum Häkeln zu ungeschickt bin (das bin ich, aber das ist eine andere Geschichte :-D). Ich habe, wie ich oft und gerne sage, Geschichten im Kopf und die wollen raus. Und im Moment drängen sie. Alle. Aber wenn ich mich auf eine Geschichte einlasse, sagen wir die Fortsetzung der „Träumer“, dann begebe ich mich mit Haut und Haaren da rein, und wenn wir dann in ein paar Tagen entscheiden sollten, dass wir die Fortsetzung von „Sergej“ oder den neuen Besuch in der Finderwelt vorziehen, dann wird es schwer und schmerzhaft, sich aus dieser Welt wieder zu lösen, vor allem, sie ohne Abschluss zurück zu lassen.

Also texte ich statt dessen meinen Blog und Euch zu. Sofern Ihr dies lest. Denn es ist Samstag,14 Uhr 22…

Ich halte Euch auf dem Laufenden! 😉

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Über Mountfright

Autor und Öffentlichkeitsarbeiter, Mann und Vater, Leser und Filmfreak. Kindheit in den 1970ern, weswegen mich bis heute seltsame Musik mit Ohrwürmern plagt. Aufgewachsen in den 80er Jahren, einem Jahrzehnt, das nicht halb so grau war, wie die anderen glauben. Erste Kurzgeschichte mit 13, erster echter Romanversuch (nach pubertären Ausfällen) mit 17, die nachfolgende Schreibblockade habe ich mir mit Songtexten für die Kölner Psychobillyband "Boozehounds" vertrieben. Danach ging es wieder: Erster lesenswerter Roman mit 26, seither nicht mehr aufgehört.
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