schreckenberglebt: Feminismus? Ich bin dabei.

Meine beste Freundin, Feministin, bezeichnete mich neulich als Feministen und meinte das als Kompliment.

Ich war etwas verwundert. Ich bin in den 1970ern geboren, für mich waren Feministinnen immer die Schwanz-ab-Fraktion. Die Frauen, die sich aufgrund ihres Geschlechtes für bessere Menschen hielten und damit im Grunde kein bisschen weniger sexistisch als die Sorte Männer, deren Sexismus sie zu Recht vehement bekämpften. Für mich sind Frauen – und Männer – erstmal Menschen, irgendeine Wertung, Bevorzugung oder Diskriminierung aufgrund des Geschlechts lehne ich ab. Und wo sie besteht, da muss sie beseitigt werden. Was natürlich bedeutet, dass in unserer Gesellschaft, in der meist (wenn auch nicht ausschließlich) Frauen diskriminiert werden viel gegen die Diskriminierung von Frauen getan werden muss. Die Tatsache, dass ich 10 Jahre lang Selbstverteidigungskurse für Frauen gegeben habe, ist ein Teil meines Beitrages dazu, hoffe ich.

Nur – ich dachte, das sei selbstverständlich. Common sense unter vernünftigen Leuten, kein -ismus. Nun erzählt mir aber ein Freund, der beruflich viel mit der Autoindustrie zu tun hat, was da auf allerhöchster Ebene so abgeht. Und ich weiß leider, dass das nicht nur die Autoindustrie betrifft. Aber ich dachte immer, das seien Relikte, demnächst überwunden. Scheint nicht so. Meine ältere Tochter – ebenfalls Feministin – trägt ein Sweatshirt mit der Aufschrift: „Feminism: The radical notion that women are people.“ Und wenn ich meiner Freundin, der oben erwähnten, erkläre, dass ich doch nur für völlig selbstverständliche Gleichberechtigung bin, dann sagt sie:

„Eben. Das macht Dich ja zum Feministen.“

Wenn das so ist – count me in.

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Über Mountfright

Autor und Öffentlichkeitsarbeiter, Mann und Vater, Leser und Filmfreak. Kindheit in den 1970ern, weswegen mich bis heute seltsame Musik mit Ohrwürmern plagt. Aufgewachsen in den 80er Jahren, einem Jahrzehnt, das nicht halb so grau war, wie die anderen glauben. Erste Kurzgeschichte mit 13, erster echter Romanversuch (nach pubertären Ausfällen) mit 17, die nachfolgende Schreibblockade habe ich mir mit Songtexten für die Kölner Psychobillyband "Boozehounds" vertrieben. Danach ging es wieder: Erster lesenswerter Roman mit 26, seither nicht mehr aufgehört.
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