Schreckenberglebt: 2015 / 2016

25. April 2015, meine Zeit, das ist lange her.

Dieser Blog war lange, allzulange im Dauerschlaf, und einer meiner Pläne für 2016 ist, ihn wiederzubeleben. Dafü werde ich ein wenig von meinem ursprünglichen Vorsatz abgehen, hier nur über Schriftstellerei und verwandte Themen zu schreiben. Denn diese Beiräge brauchen meist viel Zeit und Vorbereitung, und wenn es mir an der Zeit und Muße dafür, wie im vergangenen Jahr, etwas mangelt, dann passiert eben plötzlich ein zweidritteljahrlang gar nichts. Und das ist auch wieder schade.

Ich werde also öfter mal kurze Bemerkungen zu meinem Leben und erleben machen, ich orientiere mich dabei ein wenig am Blog meiner Freundin Sarah, der – was das Drehbuchschreiben angeht – auch oft SEHR off topic ist, aber dennoch auf und auf unterhaltsam.

Ich habe also vor, weiterhin viel über das Schreiben zu schreiben, aber auch über andere Themen – wie weit ich Euch dabei in mein Privatleben lassen will weiß ich noch nicht, aber Ihr werdet hier demnächst wahrscheinlich öfter etwas zu den Themen Politik, Familie,  Zusammenleben mit (den besten) Pubertisten (der Welt), Kampfkunst & Selbstverteidigung, American Football, Freundschaft, Wetter, et., etc. lesen… wir werden sehen. 😀

Aber bevor Ihr in Scharen von hier flieht – das ist und bleibt der Blog eines Schriftstellers, und dass ich einer bin spiegelt sich auch in so ziemlich allen anderen Aspekten meines Lebens irgendwie wieder. Es wird also auch sehr oft ums Schreiben gehen wenn es eigentlich um etwas völlig anderes geht – Leben und Schreiben sind bei mir schwer zu trennen.

Was war 2015? Ein ereignisreiches Jahr, strange things happened. In aller Kürze, zur Schreiberei:

Bis Ende April wart Ihr ja dabei – die NOMADEN sind dann auch bald erschienen und verkaufen sich gut. Die Fans des Finder haben sie, zumindest nach dem, was ich höre und lese, sehr gut angenommen, das war ja eine meiner Hauptsorgen. Denn die Nomaden sind eben keine Fortsetzung des Finders, sie spielen nur in der selben Welt und überschneiden sich teilweise mit meinem ersten und bisher erfolgreichsten Roman. Mir gefallen sie auch. Und das ist NICHT selbstverständlich. 😉

Dann habe ich zwei Kurzgeschichten in Regio-Anthologien veröffentlicht: „Vasilisa“, eine Geschichte über Menschenhandel und Zwangsprostitution in „Morde und andere Gemeinheiten“ und „Der Schwarze“ in „Mordsbrocken„.

Ich habe noch für keine Kurzgeschichte so viel recherchiert wie für „Vasilisa“, das Thema liegt mir am Herzen und es war mir wichtig, dass ich ihm gerecht werde. Ob mir das gelungen ist, müssen andere beurteilen. Immerhin kam nach einer Lesung ein Zuhörer zu mir, fragte nach meiner Recherche und wollte partout nicht glauben, dass ich KEINE ukrainische (oder russische oder sonstwie osteuropäische) Freundin habe, die mir das erzählt hat. Überzeugend ist die Geschichte also offenbar zumindest.

„Der Schwarze“ wiederum war die willkommene Gelegenheit, endlich mal die erste Kurzgeschichte, die ich je geschrieben habe (1984) zu veröffentlichen. Da ich für die Westerwald-Anthologie wieder Limburg als Schauplatz bekommen habe, habe ich die alte Geschichte entsprechend angepasst, etwas ausgebaut und angereichert (wer meine erste Westerwald-Kurzgeschichte „Eukalyptusbonbon“ kennt, wird ein paar Elemente wiederfinden 😀 ), aber im Kern ist es immer noch die nette kleine Story, die ich mir als 13jähriger ausgedacht habe.

Ich schreibe hier chronologisch, daher kommt das Projekt, das mich den ganzen Sommer über (neben Vasilisa) beschäftigt hat erst jetzt, denn es wurde erst am 12. Dezember… uraufgeführt.

Ende April fragte Sarah mich, ob wir nicht einmal etwas zusammen schreiben sollten, sie hätte da eine Anfrage, die gut zu uns als Team passen würde. Wie sich herausstellte handelte es sich um ein Auftragswerk für eine Oberösterreichische Blaskapelle, die zur Lesung mit Musik eine Kurzgeschichte über den Oberösterreichischen Bauernkrieg von 1626 suchte. Der designierte Komponist hatte sie angesprochen. Da ich Geschichte studiert habe, sie die dramatische Form beherrscht und wir beide Erfahrungen mit Kurzgeschichten haben schien mir das auch passend. Und ich dachte, mit der Arroganz des rheinpreußischen Städters: Das ist ja eine nette kleine Nummer, bei der wir uns für größere Zusammenarbeiten ausprobieren könne. Jahaha…

Die Zusammenarbeit klappte, wie erhofft, hervorragend, und wenn ich sage, dass ich für keine Geschichte je soviel recherchiert habe wie für „Vasilisa“, dann liegt das daran, dass wir uns bei dieser Sache die Recherche geteilt haben: Der große historische Background war mein Ding, was mir sehr lag, da ich mich sowieso sehr für die Zeit des 30jähriger Krieges interessiere. Die lokalen Be- und Gegebenheiten hat Sarah übernommen, da sie ja praktischerweise aus Oberösterreich stammt und schon einiges an Vorwissen mitbrachte.

Herausgekommen ist eine Geschichte mit Namen „Es muss sein“, auf die wir beide ziemlich stolz sind. Sie ist gut gelungen, denke ich, und wir überlegen nun, was wir mit dieser Idee und unserem neu erworbenen Wissen noch anfangen können. So weit so gut.

Was mir NICHT klar war war, dass ich (von Schützenfesten und ähnlichen… Dingen geprägt) leicht unterschätzte, WAS die Marktmusik Haag für eine Blaskapelle ist und welche regionale Bedeutung die dort haben. Denn…

Als unsere Geschichte am 12. Dezember dieses Jahres in Haag am Hausruck uraufgeführt wurde, da waren meine Co-Autorin und ich nicht dabei. Wir hatten kurz davor einen gemeinsamen Termin für eines dieser Projekte über die ich noch nicht reden darf hier in Köln.So habe ich verpasst, wie Christian Brückner unsere Geschichte vorlas und damit (so die Berichte von Zuschauern) das Publikum zu Tränen rührte und stehende Ovationen erhielt. Nun – der Mann liest eben großartig. 🙂

Soviel zu meiner Schreiberei 2015 – ein Roman, zwei Kurzgeschichte, eine Kurzgeschichte für die Bühne und viel Arbeit für das noch geheime Projekt… produktiv war ich immerhin.

Wie es 2016 weiter gehen wird weiß ich nich nicht genau, Details später. Vielleicht könnt Ihr mir ja raten. 🙂

Noch zwei Verlautbarungen: Meine Homepage ist seit einiger Zeit down, ich arbeite an einer neuen. Und: Ich bin jetzt bei Wikipedia, und damit vermutlich ENDLICH ein seriöser Schriftsteller. 😉 Bis bald.

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Über Mountfright

Autor und Öffentlichkeitsarbeiter, Mann und Vater, Leser und Filmfreak. Kindheit in den 1970ern, weswegen mich bis heute seltsame Musik mit Ohrwürmern plagt. Aufgewachsen in den 80er Jahren, einem Jahrzehnt, das nicht halb so grau war, wie die anderen glauben. Erste Kurzgeschichte mit 13, erster echter Romanversuch (nach pubertären Ausfällen) mit 17, die nachfolgende Schreibblockade habe ich mir mit Songtexten für die Kölner Psychobillyband "Boozehounds" vertrieben. Danach ging es wieder: Erster lesenswerter Roman mit 26, seither nicht mehr aufgehört.
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4 Antworten zu Schreckenberglebt: 2015 / 2016

  1. laberladen schreibt:

    Freut mich sehr, dass hier wieder was los ist – ich hoffe, die Wiederbelebung gelingt! Dieser Mix aus Schreib-Projekten des seriösen Schriftstellers (!) und dem Rest des Lebens, was sich vielleicht auch das eine oder andere Mal überschneidet, klingt interessant. Da muss ich hier wohl regelmäßig vorbei schauen.
    LG Gabi

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