Die Sonntagsfrage: Ist 1968 langweilig?

Guten Abend zusammen. Sonntag ist, Zeit für die Sonntagsfrage, an einem dicht gedrängten Wochenende, mit mehreren Feiern, einem wichtigen und sehr angenehmen Geschäftstermin, Fantasy-Filmfest-Nights, liebem Besuch und damit verbundenem exzessiven Absinthkonsum… ich glaube, der Absinth der letzten Nacht wabert immer noch ein wenig in meinem Gehirn herum, aber dafür ist er ja da. Nichtsdestotrotz habe ich auch heute wieder Pia Freys Sinnfragenkombinator zischen lassen, und die Frage ist Sarahs Schuld, denn sie rief „Stopp!“. Keine schlechte Frage, finde ich, auch wenn sie (wie so oft) ein wenig seltsam klingt:

140316Ist 1968 langweilig?

Zunächst: Die Frage, ob 1968 langweilig WAR ist nur subjektiv zu beantworten, und von mir auch das nicht. Ich wurde erst drei Jahre später geboren und habe daher zu 1968 persönlich ein ähnliches Verhältnis wie zu 22.001.968 v. Chr. oder 2168 n. Chr. Wenn wir Zeit mal spaßeshalber als real betrachten (und wenn ich hier über Jahreszahlen spreche geht es ja gar nicht anders), dann liegt es außerhalb meines persönlichen Zeitlichtkegels.

Die andere Art, die Frage zu betrachten ist: Sind die Auswirkungen und ist die Rezeption von 1968 langweilig? Oder langweilig geworden? Gehen „Die 68er“ und das Gerede über sie mir auf den Zeiger? Denn Langeweile ist ja (siehe oben) stets ein subjektives Gefühl.

Dazu muss ich zunächst erklären: Ich bin KEIN typisches 68er-Kind. Meine Eltern gehören zwar der Generation an, die später „Generation der 68er“ genannt werden sollte, sie waren 1968 im Alter von 20 bzw. 25 Jahren. Aber sie waren gerade schwer mit ihrer etwas problematischen persönlichen Liebesgeschichte beschäftigt. Ich bin ein Fan dieser Liebesgeschichte, immerhin verdanke ich ihr meine Existenz, werde sie aber hier nicht erzählen. Nur soviel: Mein Vater lebte zu dieser Zeit seit etwa einem Jahr in Spanien, meine Mutter bereitete sich darauf vor, ihrem Freund, späterem Verlobten und noch späterem Ehemann, dorthin zu folgen sobald sie volljährig (also damals 21) sein würde. Letztlich lief alles gut und sie kehrten erst kurz vor meiner Geburt gemeinsam nach Deutschland zurück.

Für meine Eltern war 1968 also ein auf und auf spannendes Jahr, aber gerade die Tatsache, dass sie die Herausforderungen dieses Jahres meisterten (und so die Familienhistorie um viele spannende bis lustige Geschichten bereicherten) führte dazu, dass sie die kollektive Erfahrung des Aufbruchs, Widerstandes und der Gesellschaftsbewegung anderer junger Menschen in Europa kaum teilten. Denn Spanien war zu jener Zeit noch eine faschistische Diktatur, in der ein Aufbruch wie etwa in Frankreich oder Deutschland schlicht nicht möglich war.

So wuchs ich als Kind von Eltern auf, die zwar viele Ideale der 68er teilten, sich aber kaum als diejenigen verstanden, die diese Ideale in der Gesellschaft durchgesetzt hatten. Für mich hatte das, neben anderen positiven und weniger positiven Auswirkungen, auch die sehr angenehme Folge, dass meine Mutter und mein Vater nie das Gefühl hatten, sich, mir, meiner Schwester oder der Welt um uns irgendetwas in Bezug auf die 1968er Bewegung beweisen zu müssen. Ich glaube also, was „Die 68er“ betrifft, etwas eher eine Außensicht zu haben, als viele andere meiner Generation, deren Auseinandersetzung mit den eigenen Eltern oft auch eine Auseinandersetzung mit 1968 war.

Ich bin der 1968er also grundsätzlich weniger überdrüssig als viele meiner Altersgenossinnen und -genossen. Mich haben auch keine 68er-Lehrerinnen und -Lehrer genervt. Ich machte mein Abitur auf einem katholischen Gymnasium. Das Kollegium dort war eine bunte Mischung, von stockkonservativen Nonnen auf der einen bis zu sehr progressiven jungen Menschen (auch eine davon war Nonne, muss ich fairerweise sagen) auf der anderen Seite des Spektrums und allem dazwischen. Gerade diese Mischung führte aber dazu, dass wir der Progressiven nicht überdrüssig wurden, es sei denn, die hatten eine nervende Persönlichkeit. Aber diese Art von schwer erträglichem Lehrpersonal gab es auch quer durchs Spektrum.

Eine historisch kritische Auseinandersetzung mit 1968 fand in meiner Jugend nicht statt. Die begann später und es sind einige Punkte im publizistischen, nichtwissenschaftlichen Bereich dieser Auseinandersetzung, die mich tatsächlich langweilen bis ärgern, besonders, wenn die Autoren im Nachhinein alles besser wissen und besser gemacht hätten. Ich halte nämlich sehr viel von den 68ern und ihrer Bewegung. Ich bin der Überzeugung, dass sie in Bezug auf Frauenrechte, Chancengleichheit, allgemeine Toleranz, Aufarbeitung der Nazizeit, gesellschaftliche Liberalität und Bürgerrechte usw., usw., unendlich viel bewegt hat. Gerade meine Generation nimmt sehr vieles davon als selbstverständlich. Aber zum Beispiel jedes Paar, das heute unverheiratet zusammenlebt und womöglich gar Kinder hat, sollte dreimal nachdenken, bevor es auf „Die 68er“ schimpft.

Mich haben eine Weile die immer gleichen Berufs-68er(innen) und Berufs-Anti-68er(innen) gelangweilt, die durch die Talkshows tingelten und uralte Gefechte immer neu ausfochten, während wir in einer Gesellschaft leben, die von den Erfolgen wie dem Scheitern unzähliger Menschen dieser Generation und ihrer Träume und Ideale zu tiefst geprägt ist. Dieses Talkshowthema ist gottlob weitgehend verschwunden, vielleicht mit Ausnahme von Feminismusdebatten, in denen die ebenfalls immer gleichen älteren Herren und die immer gleiche ältere Dame sich ihre immer gleichen, in den 1950er und 1960er Jahren geprägten Vorstellungen um die Ohren hauen. Währenddessen haben zwei Generationen von Feministinnen ihre Themen und Standpunkte weiterentwickelt – aber die agieren eben in der wirklichen Welt, nicht auf der Einladungsliste von Quasselsendungsredaktionen.

Ist 1968 also langweilig? Nein, gewiss nicht. Dieses Jahr und die Zeit und die Generation, für die es steht, sind zentral für die Gesellschaft in der wir heute leben. Und ob einem die nun passt oder nicht – langweilig ist sie nicht, finde ich.

Verwendete Literatur:

Frey, Pia: Sinnfragen Kombinator“, Frankfurt 2013

Und diverse Fernsehsendungen sowie Artikel (genannt sei hier vor allem Die Zeit), die ich beim besten Willen nicht mehr zusammenbekomme.

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Die Sonntagsfrage: Ist Sex hässlich?

Fragen kann das Ding…

Aber zunächst noch einmal kurz zurück zu letzter Woche: Hans von Wirth hat mein kleines Gewinnspiel gewonnen und soll den verdienten Lohn erhalten – einen meiner Romane, signiert. Dafür muss ich aber wissen, wohin ich den schicken soll. Also, Hans: Bitte eine Mail an mich (siehe Impressum) oder eine PN via Facebook schicken. 🙂

Kommen wir also zur dieswöchigen Sonntagsfrage aus Pia Freys Sinnfragenkombinator. Nice one:

140309Ist Sex hässlich?

Liebe, Sex, Körperpflege, Holzspielzeug… mein persönlicher Sinnfragenkombinator hat offenbar einen Sinn fürs Direkte.

Ist Sex also hässlich? Klären wir mal kurz den Rahmen: Die Rede soll sein von einvernehmlichen Sex (alles andere ist mehr als nur hässlich) und so weit auch die Definitionen von Sexualität gehen – ich würde gerne dort beginnen (also – den Begriff beginnen lassen) wo bereits Leidenschaft, Hormone und viel gegenseitiges Anfassen im Spiel ist. Denn was kann schon an zarten Küssen und tiefen Blicken in tiefe Augen hässlich sein? Ich stütze mich auf persönliche Empirik, dabei aber ausdrücklich nicht nur auf meine eigenen Erfahrung sondern auch auf das, was ich von anderen weiß. Außerdem würde ich mich in der Beurteilung gerne auf Optik, Haptik, Geschmack und Akustik beschränken. Tiefere Gefühle kann ich nicht von außen beurteilen, schon gar nicht allgemein. Und über meine persönliche Gefühlswelt, was das betrifft, werde ich mich hier nicht auslassen. Ist wahrscheinlich sowieso viel weniger spektakulär als ich glaube. 😉

Und damit das noch klarer ist: ALLES WAS ICH NUN SAGE IST WAHNSINNIG SUBJEKTIV. Ihr mögt mit jedem Recht völlig anderer Meinung sein. Dafür gibt es die Kommentarspalte. 🙂

Die am Sex Beteiligten finden in der Regel alles mehr oder weniger nett bis bombastisch, so lange der Sex andauert. Klar, es gibt die Fälle, wo man währenddessen merkt, dass man es hier und heute besser hätte bleiben lassen, aber das ist nicht der Normalfall. Denn hier wirken Hormone die, wenn man sie als Drogencocktail nur vernünftig zusammenmischen könnte, vermutlich der größte Verkaufsschlager aller Zeiten würden.

Beginnt der Cocktail sich langsam abzubauen, kommt zuweilen die Erkenntnis dass das, was man eben noch für eine lebensverändernde Erfahrung hielt, vielleicht doch nicht mehr war als ein nettes Gemeinschaftserlebnis.

Gänzlich ohne den Cocktail aber… Betrachten wir doch nur einmal die beteiligten Organe. Ich finde generell, ein in den Proportionen stimmiger Frauenkörper ist eines der schönsten Dinge auf diesem hübschen Planeten. Und, heterosexuell hin oder her, Männerkörper kommen nicht weit dahinter. Da hat der Schöpfer mal wirklich gut gearbeitet. Allerdings hat ERSIEES sich offenbar kurz vor Schluss eine Pause gegönnt und schonmal den eigenen Erfolg ausgiebig gefeiert. Und irgendwann kam dann ein Engel, Erzengel vermutlich, und erinnerte:

„Gott… ähm… Sie sind da noch nicht ganz fertig. Sie wissen. Die Geschlechtsorgane.“

„Ah so, ja,“ sagt der/die schon ein wenig benebelte Schöpfer(in). „Stimmt ja. Gib mal Bierdeckel.“

Der Engel reicht ihm/ihr also einen Bierdeckel, ERSIEES zieht einen Bleistift aus der Tasche, skribbelt ein wenig und schiebt ihm dem Engel rüber.

„Was meinste?“

„Ähm…“ macht der Engel und dreht verwirrt den Deckel. „Wie rum…“

„So!“ sagt ERSIEES und dreht die Pappe in Position. „Ist für Weibliche.“

„Ah ja…“ der Engel versucht die Zeichnung optisch aufzulösen. Doch bevor er fertig wird, zieht GOTT ihm den Deckel weg und scribbelt erneut.

„Und das ist für Männchen.“

Der Engel schaut auf den Bierdeckel, in die Augen des Schöpfers, wieder auf den Deckel.

„Nee.“

„Doch.“

„Im Ernst… also… und warum machen Sie die nach außen? Das ist doch völlig sinnlos und potentiell schmerzhaft.“

Da fängt ERSIEES an zu kichern und verkündet laut und leicht lallend: „Weil ich es KANN! Wird jetzt so gemacht! Ich komme morgen in die Werkstatt und schaue mir das an.“

Und der Engel zuckt mit den Schultern, geht von dannen und deshalb haben wir und auch alle Säugetiere primäre Geschlechtsorgane, die uns zwar im Rausch der Sinne wahnsinnig schön und aufregend erscheinen, die aber bei Lichte besehen… nun nicht direkt hässlich, aber doch etwas seltsam (Frauen) bis hochgradig albern (Männer) aussehen. Irgendwer beschrieb mal: „Wie außerirdisches Gemüse“. Besser kann ich es auch nicht sagen.

Es gibt einen Grund, aus dem Sex vor allem dann sehr viel Spaß macht, wenn man in großem Einvernehmen ist und nicht nachdenkt. Leute, die währenddessen darüber reflektieren ähneln denen, die sich großartige Filme ansehen, nur um Anachronismen oder Anschlussfehler zu finden. Jedes Wort das man hört oder spricht (okay… nicht JEDES), jedes Geräusch, jede Haptik, jeder Geschmack, jeder Anblick, ja jeder Gesichtsausdruck und jede Idee erscheint im Idealfall so stimmig und aufregend, dass man sich kaum vorstellen kann, irgendetwas anderes mit Genuss zu tun. WÄHRENDDESSEN!

Nicht währenddessen hingegen – und auch nicht in der Vor- oder Nachbereitung – sollte man sich sich nicht allzusehr mit den Details beschäftigen. Sex ist nicht hässlich, auch so betrachtet nicht. Aber doch ganz schön lustig. 😉

Verwendete Literatur:

Frey, Pia: Sinnfragen Kombinator“, Frankfurt 2013

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Die Sonntagsfrage: Ist Liebe lahmarschig?

Ich erflehe Eure Verzeihung!* Letzten Sonntag versprach ich Euch, dass aus der Sonntagsfrage eine Montags- oder höchstens Dienstagsfrage wird – und dann hatte ich die ganze Woche keine Zeit dafür. Und das hatte nichts mit Karneval zu tun. Hätte ich keine Kinder, ich befände mich jetzt in Zeeland oder einer anderen karnevalsfreien Zone und würde die Ruhe genießen. Ich kann nicht so gut mit massenhafter Ausgelassenheit auf Termin. Aber das nur am Rande. 😀

Aber ich hatte letzte Woche immerhin schon den Sinnfragenkombinator befragt und die Frage fotografiert, also greife ich jetzt einfach darauf zurück. Bitteschön:

140303

Ist Liebe lahmarschig?

Ähm… puh. Das ist das allererste Mal, dass die Teile der Frage nicht so recht zusammenpassen. Liebe ist ein Gefühl, da bewegen sich also Nervenimpulse mit Lichtgeschwindigkeit und die Hormonausschüttung geht auch recht fix. Lahmarschig ist da nun garnichts.

Versuchen wir es trotzdem – und definieren wir zunächst einmal, was Liebe ist. Na? Genau, das ist erstes Halbjahr Philosophieunterricht. Oder wie mein Lehrer damals im Gymnasium über die Themenwahl seiner Schüler (uns eingeschlossen) sagte: „Alle wollen immer Liebe machen, höhöhöhöhöhöhö…“

Da er aber, abgesehen von seiner Tendenz über die eigenen, eher mittelmäßigen Witze lange und laut zu lachen, ein ganz erstklassiger Lehrer war, lernten wir in den folgenden Wochen anhand dieses Beispiels die wichtige philosophische Techniken der Begriffsklärung und Definition. In anderen Philosophiekursen diskutierten Schüler und Lehrer was für sie denn jeweils Liebe bedeutet, bei uns wurde nicht diskutiert, bei uns wurde definiert. Das war sehr wohltuend. 🙂 Und natürlich kamen wir am Ende zu einer Begriffsdefinition die da lautet:

„Liebe ist begehrendes Verlangen nach Erhaltung.“

Super, oder? Meine ich ehrlich. Etwas trocken vielleicht… aber treffend. Leider ist diese Definition so gut, dass sie uns hier nicht weiter hilft. Denn begehrendes Verlangen ist ein Gefühl. Nervenimpulse. Lichtgeschwindigkeit. Hormone. Siehe oben. Lahmarschig definiere ich jetzt mal als „langsam“, wenn ich den Beiklang von „vertrottelt“ und „antriebslos“ da mit rein nehme, kommen wir gar nicht weiter. Liebe kann lahmarschig machen, ganz klar (besonders aus der Außensicht). Aber sein?

Wer mir jetzt übrigens damit kommt, dass „es ist was es ist“ – der soll sich da hinten zu den Typen setzen, die mir immer erzählen wollen, dass „man nur mit dem Herzen gut sieht“ und BITTE DIE KLAPPE HALTEN. Ehrlich. Beim ersten und zweiten Mal sind diese ausgelutschten Zitate zum Thema Liebe noch wirklich gut und bedenkenswert, beim dritten bis zehnten Mal auch noch, aber ich bin bald 43 Jahre alt. Ich habe das in meinem Leben so oft hören und lesen müssen, dass ich Gewaltphantasien bekomme, wenn mir jemand das SCHON WIEDER erzählt. Ich werde auch nicht sagen, wer das wann wo geschrieben hat. Ich weiß es. Aber beide Autoren und ihre Werke sind zu schade, um auf jeder dritten doofen Herzchenpostkarte zu stehen.

Wo war ich? Ach ja. Ist Liebe lahmarschig? Was sagt denn der Duden? Aha – der drückt sich und gibt nur grammatische Anwendungsbeispiele. Feigling.

Also verlasse ich mal die sichere, logische Welt der Philosphie und begebe mich auf das rutschige Gelände der Empirik. Ich habe ja schon des öfteren geliebt und liebe noch. Erfahre ich also Liebe als lahmarschig?

Mal so mal so. Liebe – also nicht Lust sondern Liebe gemäß der oben genannten Definition  – kann sich blitzartig einstellen. Bei mir jedenfalls. Nicht unbedingt auf den ersten Blick (geht angeblich auch, ist mir aber noch nicht passiert), aber schon sehr schnell und plötzlich. Wobei – Liebe auf den ersten Blick kenne ich auch, aber nicht zu einer Frau, sondern zu meinen Kindern. Ich weiß aber nicht, ob das zählt, ich hatte ja einige Zeit, mich auf deren Ankunft auch emotional einzustellen. Aber wie gesagt – kann bei mir auch in Hinsicht auf potentielle Partnerinnen schnell gehen.

Und kann eeeeeeeewig dauern. Ich kenne den Klassiker, dass ich mich nach langer Zeit in eine Freundin verliebe. Ich kenne aber auch eine ganz besondere Variante, dass ich nämlich ewig brauche um überhaupt zu kapieren, dass ich verliebt bin bzw. jemanden liebe. Etwas dämlich… 😀

Hinzu kommt die rein freundschaftliche Liebe, die tiefe Zuneigung zu sehr engen Freunden, die auch der Definition oben entspricht, die aber natürlich Jahre braucht um zu entstehen. Ich kenne meine drei besten Freunde jetzt 32, 21 und 20 Jahre, meine beste Freundin, wenn ich richtig rechne, 12 Jahre. Das ist gewiss ein langsames Gefühl.

Ist Liebe also lahmarschig? Kommt drauf an… 😉

Die verwendete Literatur:

Frey, Pia: “Sinnfragen Kombinator“, Frankfurt 2013

Wermke, Dr. Matthias u.A. (Herausgeber): “Duden – Die deutsche Rechtschreibung”, Mannheim, Wien, Zürich (25) 2009

 

 

*Das ist selbstverständlich ein literarisches Zitat. Ach wisst Ihr was – ich mache ein Gewinnspiel daraus. 😀 Wer meine Blogbeiträge so fleißig liest, dass er/sie sogar die Fußnoten mitnimmt verdient meine Dankbarkeit. Außerdem schulde ich Euch was, siehe oben. Also: Der oder die Erste, die oder der mir hier in einem Kommentar zum Blogbeitrag sagt, aus der deutschen Übersetzung welches Romans dieses Zitat ist, gewinnt ein signiertes Exemplar eines meiner Romane – Finder, Träumer oder Sergej. Die Wahl überlasse ich dem/der Gewinner(in).

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Die Sonntagsfrage…

…wird diesmal leider wieder eine Montags- oder schlimmstenfalls eine Dienstagsfrage, tut mir leid. 😦

Aber: Ich weiß schon, welche es ist. Komische Frage… seid gespannt! 😉

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Die Sonntagsfrage: Ist diese Fragerei fair?

Sonntagmittag, Zeit für die Sonntagsfrage aus dem Sinnfragen Kombinator von Pia Frey. Mir ist klar, dass, wenn ich Wert darauf lege, dass mein Blog möglichst gar nicht gelesen wird, regelmäßige Beiträge am Sonntagmittag ein guter Weg sind, dieses Ziel zu erreichen. Aber was soll ich machen – ich habe heute Nachmittag einen Termin, werde also kaum dazu kommen, später am Tag zu schreiben. Und Sonntagsfragen vorschreiben um sie dann termingerecht posten zu können mag ich nicht. Ich finde, die ganze Sache macht nur Spaß, wenn ich spontan schreibe und nur eine vage Ahnung davon habe, wo ich am Ende landen werde. Immerhin sind so zwei meiner bisher drei erschienenen Romane entstanden (darunter der Erfolgreichste), warum nicht auch meine Blogbeiträge?

Nach der vergangenen Woche formulierten Erfahrungsregel, müsste ja heute wieder eine Frage kommen, die mich philosophisch stark herausfordert. Äh… ja. Kommt davon, wenn man den Mund so voll nimmt und anfängt, Regeln abzuleiten:

140216Ist diese Fragerei fair?

Also, zunächst einmal: Ich mag die Frage. Vor allem mag ich sie, weil ich die Karte „Ist diese Fragerei“ bisher noch nie gesehen habe. Muss mir beim Durchblättern entgangen sein. Sie hat Charme, weil sie eine Verbindung zwischen Nutzer und Autorin des Kombinators herstellt und den Frager (mich) zwingt, über beide nachzudenken. Und es gibt eine Menge zweite Karten, die daraus ein wirklich spannendes Spiel machen, etwa „die Lösung?“, „langweilig?“, „an allem Schuld?“ oder (sehr schön) „eitel?“ Hat was, alles.

Aber ich habe mir ja zur Aufgabe gemacht, zufällige Kombinationen zu verwenden, und da ich nicht zum Selbstbetrug neige (na ja… zumindest nicht zum Selbstbetrug mittels Sinnfragen Kombinator) muss ich „fair?“ verwenden.

Hm.

Ihr merkt schon, ich parliere ein wenig vor mich hin, um diese Seite nicht allzu weiß zu lassen, denn mal ehrlich… fair??? Wasndasfürnefrage?

Na, wie auch immer, definieren wir erstmal. Mit „diese Fragerei“ sind natürlich die Fragen aus dem Kombinator gemeint. „Fair“ definiere ich hier mit der landläufigen Auffassung, wonach „fair“ ein Synonym für „gerecht“ ist. Unter Sportlern hat „fair“ noch die Zusatzbedeutung von „den Regeln entsprechend“, was uns hier aber, mangels weiterer Regeln als der, dass ich den Kombinator sonntags verwende und die Fragen zufällig sind (beides ist gegeben), nicht weiter bringt.

Ist diese Fragerei also fair im Sinne von gerecht? Ist also Chancengleichheit vorhanden, zwischen mir und der Autorin einerseits, zwischen Euch, den Leserinnen und Lesern andererseits?

Die erste Frage ist klar mit „Ja“ zu beantworten, soweit ich das beurteilen kann. Was das geschäftliche angeht, so kenne ich natürlich Pia Freys Vertrag mit ihrem Verlag nicht, ich hoffe, sie bekommt für ihre Idee zu und ihre Arbeit an diesem hübschen Kombinator einen angemessenen Preis. Was meine Schwester, die mir den Kombinator zu Weihnachten geschenkt hat, bezahlt hat weiß ich, kann man ja überall lesen. Und ich finde den Preis sehr fair. So viel Spaß für so wenig Geld.
Und was die Arbeit mit dem Kombinator betrifft, so könnte sie nicht fairer sein. Frau Frey und ihr Verlag stellen mir ein 1a Gerät zur Verfügung, optisch und haptisch einwandfrei. Ob die Wahrscheinlichkeit, beim zufälligen blinden Durchblättern erwählt zu werden für alle Karten gleich ist weiß ich nicht, wahrscheinlich nicht, aber diese Vorschrift habe ich mir ja selbst gemacht.

Auch das Verhältnis zwischen mir und Euch, liebe Leserinnen und Leser, ist fair – denn hier basiert alles auf Freiwilligkeit. Ich schreibe freiwillig, ihr lest freiwillig, keiner hat einen Anspruch gegen irgendwen, jeder und jede kann anfangen und aufhören, wann er oder sie lustig ist. Sowas von fair.

Ich hoffe dann mal auf eine ebenso schöne aber vielleicht wieder etwas prickelndere Frage nächsten Sonntag. 😉

Verwendete Literatur:

Frey, Pia: Sinnfragen Kombinator“, Frankfurt 2013

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