Die 10 beliebtesten Blogbeiträge – Platz 9: Kill Your Darlings!

Weiter geht es mit den Top 10 der beliebtesten Beiträge. Heute eine ewiggültige Schreiberweisheit, mit der ich mich am 5. März 2012 befasst habe:

Kill Your Darlings!

Gestern machte ich bei Facebook darauf aufmerksam, dass man auf meiner Homepage eine unveröffentlichte Szene aus dem Finder lesen kann (vier Links in einem Satz, macht mal nach! 😀 ).

Heute schrieb meine Facebook… wie nennt man das jetzt, nachdem es nicht mehr „Fans“ sind… also meine Facebookfollowerin Katja M. schrieb:

„Hab mir gerade die gestrichene Szene durchgelesen. Glaub mir, sie hätte – entschuldige bitte den Ausdruck – das Ende versaut.“

Und womit schrieb sie das? MIT RECHT! Denn die Szene ist nicht ohne Grund aus dem Roman geflogen, obwohl es mich viel Zeit gekostet hat , sie zu schreiben (Die ganzen Schauplätze! Und ihre Lage zueinander!) und auch eine Menge Emotionen (Die ganzen Toten!). Sie ist eine sehr alte Szene und stammt noch aus der Zeit, als der Schluss etwas anders war, als er heute ist (keine Sorge, ich werde nicht spoilern 😉 ). Dann schrieb ich den Schluss so, wie Ihr ihn kennt, düsterer und, wie ich finde, besser zum Grundton des Buches passend. Und die Szene musste raus. Normalerweise braucht jede Geschichte nur EIN Ende, der Finder hat schon anderthalb, zweieinhalb wären eindeutig zuviel (einer der Gründe, warum mir der dritte Herr-der-Ringe-Film nicht so gut gefällt wie die anderen ist, dass VIER Enden deutlich zuviel sind).

Aber ich habe es ungern getan. Nicht, weil mir das Blut und die Schlacht so gut gefallen hätten, sondern weil ich finde, dass es eine der wenigen starken Szenen einer meiner heimlichen Lieblingsfiguren ist – Merve. Außerdem wäre es schön gewesen, Euch wenigstens einmal eine kämpfende Esther präsentieren zu können. Und Gelegenheiten, Alex als verliebten Trottel zu präsentieren habe ich generell ungern ausgelassen (ist das aufgefallen? :-D).

Allein – sie musste raus. Eine der bekanntesten und wichtigsten Drehbuchweisheiten ist: Kill your Darlings! Dein bester Dialog, Deine cleverste Szene, Deine Lieblingsfigur – wenn sie die Geschichte aufhalten, wenn sie nicht zur Dramaturgie passen, wenn sie den Zuschauer verwirren: RAUS! Egal, wie gut sie sind. Und die Regel gilt natürlich auch für Prosaautoren, denn es regiert die Geschichte und nur die Geschichte. Punkt! Und soooo gut oder clever war die Szene nun auch wieder nicht. Der Schluss ist deutlich besser, so wie er jetzt ist.

Im Falle dieser Szene aus dem „Finder“ habe ich es gottlob selbst gemerkt, aber es ist natürlich doppelt hart, wenn andere es mir sagen müssen. Ich habe meine kleine Auswahl an Mitlesern und Kritikern, die ihr stets in den Danksagungen meiner Romane findet. Eine davon, Sarah, hat zum Beispiel großes Vergnügen daran, meine romantischen Szenen auseinanderzunehmen (über meine üble Angewohnheit, mich in meine weiblichen Hauptfiguren zu verlieben schreibe ich ein andermal). Und ich muss ihr oft Recht geben, wenn auch zähneknirschend. Ein anderes Beispiel ist mein noch nicht veröffentlichter Horrorroman „Terra Incognita“. Da habe ich auf mehrfachen Rat einen ganzen Handlungsstrang umgeschrieben (zufällig auch eine Liebesgeschichte), weil er einem anderen Handlungsstrang (der wichtiger war) auf’s Haar glich. Sowas merke ich manchmal nicht, wenn ich „in der Geschichte“ bin (noch so ein Thema für ein anderes Mal 😀 ).

Wozu erzähle ich das? Nun, viele Leser scheinen uns Autoren für eine Art inspirierte Menschen zu halten, die, von der Muse geküsst, das Werk im Rausche niederschreiben und es dann dem dankbaren Verlag übergeben. Und in meinen besten Momenten ist das auch fast so. Dann schreiben ich, beseelt und im Flow und bin danach selbst begeistert davon, wie die Geschichte gesprochen hat. Meist aber arbeite ich, begebe mich in die Geschichte, schreibe und pane und schreibr und recherchiere und schreibe und… Und dann, wenn alles fertig ist, lese ich. Und denke oft genug: „Ach Du Schande, was hast Du denn DA gemacht?“ Oder ich bekomme eben eine Mail von einer guten Freundin, die mit „Uhm…“ beginnt. Und dann beginnt der zweite Teil der Arbeit, der harte , in dem man abschlagen, umschreiben und streichen muss, bis die Geschichte sich so präsentiert, dass man sie Euch, den geschätzten Lesern, ohne schlechtes Gewissen präsentieren kann. Ich tue mein Bestes. Aber manchmal tut es mir leid um die, die auf der Strecke bleiben…

…und die ich Euch dann, irgendwann, vielleicht doch als geschnittene Szene auf meiner Homepage anbiete. 😉

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Die 10 beliebtesten Blogbeiträge – Platz 10: Musik zum Schreiben – schreiben zu Musik

Zuerst: Ein frohes, glückliches und erfolgreiches Jahr 2014 Euch allen! 🙂

Wie gestern versprochen starte ich heute eine kleine Reihe mit den 10 beliebtesten aus den ersten 100 Beiträgen in meinem Blog. Auf Platz 10 steht dieser Artikel vom 25. August 2012 (so lange ist das schon her???). Er  ist immer noch so aktuell wie damals: Musik ist und bleibt unverzichtbar für mein Schreiben:

 

Musik zum Schreiben – schreiben zu Musik

Jetzt aber!

Nachdem ich beim letzten Mal den Beitrag zum meiner Schreibmusik angekündigt habe um dann wortreich zu erklären, warum ich ihn NICHT geschrieben habe, schreibe ich ihn jetzt.

Wann immer ich an einer oder über eine Geschichte schreibe, läuft Musik. Im Moment zum Beispiel „Sabrina“ von den Einstürzenden Neubauten, Teil der i-tunes Playlist „Sergej“, die ich mir für die letzten Arbeiten an dem gleichnamigen Roman zusammengestellt habe. Wie immer läuft die Playlist auf Random. Die Musik ist vergleichsweise laut, kein sanftes Hintergrundrauschen, ich nehme deutlich wahr, was Blixa mir da zu erzählen hat. Würde ich nicht an meinem Blog sondern an einer Geschichte arbeiten, dann würde ich dennoch bald in den Flow gleiten und den Text nur noch unterschwellig wahrnehmen, die Atmosphäre jedoch spüren und mich davon tragen lassen.

Die Musik hilft mir auf verschiedene Weisen. ((jetzt läuft: „The Glade, Part 2“ aus dem Soundtrack zu „Last of the Mohicans“ von Trevor Jones und Randy Edelman)) Zum einen dient sie der Abschirmung. Ich arbeite häufig, während meine Familie zu Hause ist, und ich kann schlecht absolute Ruhe verlangen, während der Künstler künstlert. Ich gehöre aber leider auch nicht zu den Menschen, die die Welt um sich rum ausblenden können. Also nehme ich mir eine Ausblendehilfe, wenn es gar zu unruhig ist da draußen: Knöpfe in die Ohren, Welt abschalten. Wenn ich unbedingt benötigt werde, kann man ja immer noch rein kommen und mir auf die Schulter klopfen. ((Rammstein: „Ohne Dich„)).

Das ist aber nur der vordergründigste Zweck der Musik. Ich höre sie auch, wenn ich alleine im Haus bin und auch, wenn ich mich für ein paar Tage in das Haus an der niederländischen Küste zurückgezogen habe (das nicht mir gehört, nein, wir Schriftsteller sind in der Regel NICHT reich 😀 ), in dem ich gerne und leider viel zu selten intensiv an meinen Texten arbeite. Die wichtigste Funktion der Musik ist, mich aus der Welt zu heben. ((Duran Duran:   „A View to a Kill„)).  Ich habe schon als Kind Musik sehr intensiv mit Bildern in meiner Phantasie verbunden und sie genutzt, um mich in meine eigenen Welten zu begeben. Musik ist ein Tor zu meinen Geschichten ((Nick Cave covering Leonard Cohen: „Suzanne„)) und in den vielen Jahren, in denen ich Erfahrung mit diesen Toren gesammelt habe, habe ich auch ein Gespür dafür entwickelt, welche Tore funktionieren und welche nicht. Dabei weiß ich gar nicht genau, warum manche Tore funktionieren und manche nicht. Egal ob ich früher eine LP oder Cassette endlos gehört habe oder mir heute eine Playlist bastele – ich finde meist das passende. ((Calexico: „Crystal Frontier„)) Es gibt Musiker, die fast immer funktionieren (ich werde Euch gleich meine Best-off vorstellen) und es gibt welche, die mal helfen und mal nicht. Moby ist so ein Beispiel. „Extreme Ways“ ist ein großes und prächtiges Tor in meine Welten – aber auch sein einziges für mich. Andere Musiker passen zu einem Werk und nicht zu mehr. Die Platters waren ((Duran Duran: „Save a Prayer„)) eine große Hilfe beim „Ruf„. Danach nie wieder.  Es muss nicht mal meine Lieblingsmusik sein. Mit Duran Duran kann ich so viel gar nicht anfangen – meine Liebste war in ihrer Jugend Duranie, hat ein paar Platten  mit in die Beziehung gebracht  und sich mal eine best-off CD von denen gekauft. Aber zum Schreiben eignet die Musik sich hervorragend. ((The Stranglers: „Mad Hatter“)). Andererseits höre ich im Alltag sehr gerne Psychobilly und Ska. Aber es gibt nur sehr, sehr wenige Lieder, die sich da als Schreibmusik eignen – und bei einem Teil davon habe ich die Texte selbst geschrieben. 😉 ((Calexico: „Removed„)).

Wenn die Musik dann läuft, ist es vor allem die Atmosphäre, die ich wahrnehme, und die zum Teil (!) zur Atmosphäre in meinen Geschichten wird. Der Begriff „Flow“ ist vergleichsweise neu, aber ich kenne keinen besseren – „Trance“ ist zu abwesend, „Konzentration“ zu technisch. Wenn ich im Flow bin, dann fließt die Geschichte durch mich hindurch und  ((Rammstein: „Wollt Ihr das Bett in Flammen sehen„)) ich bin in der Handlung, dann schreibe ich fast als Chronist. Der Flow hat noch andere seltsame Auswirkungen, so empfinde ich „echte“ Gefühle gemäß meiner Geschichte, die aber natürlich keine Entsprechung in der Realität haben – was mich, wenn ich nach dem Schreiben noch „in der Geschichte“ bin zu einem etwas dösigen, schwer berechenbaren Wesen macht. ((The Stranglers: „Souls“)).

Ich frage mich seit längerem, ob die Zusammenstellung von Playlists in diesem Zusammenhang eher ein Fluch oder ein Segen ist. Sicher – eine Vielzahl auf dem Computer gespeicherter (und – das am Rande – LEGAL erworbener) Titel gibt mir die Möglichkeit, die Tore gezielt zu wählen und gleichzeitig ((Nick Cave: „I Let Love in„)) eine gewisse Abwechslung zu haben. Besseres Feintuning, sozusagen. Andererseits habe ich die Erfahrung gemacht, dass die Atmosphäre dichter wird, wenn ich auf wenige Titel zurück geworfen bin, die ich mir nur bis zu einem gewissen Grad selbst aussuchen kann. Ein schönes Beispiel dafür ist „Der Finder„. Als ich begann, das Buch zu schreiben, hatte ich kurz vorher die LP (große, schwarze Scheibe mit sehr wenig Speicherplatz) „Aural Sculpture“ von den Stranglers auf einem Flohmarkt gekauft ((Nick Cave: „And no more shall we part„)). Ich hatte einen alten Plattenspieler (Abspielgerät für große, schwarze Scheiben mit sehr wenig Speicherplatz) im Arbeitszimmer – keinen CD-Player, keinen Kassettenspieler und Musik vom Computer… was sagt Euch der Begriff „486er“?  😀 Ich hörte also die Stranglers rauf und runter ((Johnny Cash: „I see a Darkness„)), und NICHTS sonst. Als ich dann nach Zeeland fuhr, um die erste Fassung des Buches zu beenden, hatte ich noch eine CD fürs Auto mit und eine Cassette, auf die ich die Stranglers aufgenommen hatte und noch ein wenig Musik zusätzlich, um das Band voll zu bekommen. Die Musik dieser drei Tonträger hat das ganze Werk sehr maßgeblich beeinflusst. ((Leonard Cohen: „Famous Blue Raincoat„)) Ich empfehle Finderfans, die Geschichte mal zu lesen, während im Hintergrund „Aural Sculpture“ läuft, dazu die ersten Stücke von „Proud like a Good“ von den Guano Apes, das Album „Skylarking“ von XTC und „Paranoid“ (nur das eine Stück) von Black Sabbath. Keine Ahnung, was das bei Euch bewirkt. Aber wenn ich etwas von dieser Musik höre, dann bin ich blitzschnell wieder im Finder, bei dem Beginn der Liebesgeschichte von Daniel und Esther, auf der winterlichen Landstraße mit Lara, in der Uni mit Daniel und dem Heuler… ((Leonard Cohen: „Hallelujah„)).

Ich bedanke mich zu Beginn jedes Romans bei den Künstlern, die mich mit ihrer Musik durch den Schreibprozess getragen haben. Außerdem setze ich gerne Musiktextzitate, die ich für das Folgende besonders passend finde, an den Beginn der Geschichte oder größerer Teilstücke. Die zitierten Stücke sind immer ein ((Nick Cave: „Red Right Hand„)) Bestandteil der Schreibmusik, sie müssen also nicht nur textlich passen, sie müssen mich auch berühren.

Ich habe mir mal die Mühe gemacht, eine Rangliste zu erstellen. Für jede Erwähnung in der Danksagung eines veröffentlichten Werkes („Sergej“ gilt dabei schon als veröffentlicht) habe ich dabei drei Punkte vergeben, für jedes Textzitat einen und für jede geplante Erwähnung in der Danksagung eines noch unfertigen bzw. unveröffentlichten Werkes ((Calexico: „All the Pretty Horses„)) zwei Punkte. Heraus kam eine Liste von 44 Musikerinnen, Musikern und Bands von 16 Horsepower bis XTC. ((Depeche Mode: „Stripped„)) Die Top 8 sind:

Leonard Cohen  (28 Punkte)

Nick Cave / Bad Seeds (22 Punkte)

Calexico (19 Punkte)

Johnny Cash (10 Punkte)

Sting / The Police (9 Punkte)

16 Horsepower (8 Punkte)

The Boozehounds (8 Punkte)

The Stranglers (8 Punkte)

Diese Rangfolge ((Nick Cave: „Blue Bird“)) ist natürlich nur eine Momentaufnahme. Auch wenn ich davon ausgehe, dass es schwer wird, Leonard Cohen, Nick Cave und Calexico je von da oben zu verdrängen, so wird doch sicherlich die Bedeutung von zum Beispiel PJ Harvey, den Pogues, den Dire Straits und Bruce Springsteen ((Rammstein: „Links, 2 3 4„) wachsen. Und nicht, weil ich deren Musik gerade erst entdeckt hätte – ich höre die Pogues, Bruce Springsteen und die Dire Straits seit den 1980ern, PJ Harvey habe ich in den 90ern entdeckt. Aber ich schreibe eben erst jetzt die Geschichten, zu denen sie mir die Tore öffnen. Und ich entdecke natürlich immer wieder neue Musik, die sich zum Schreiben eignet. Die letzten großen Entdeckungen in diesem Zusammenhang waren für mich Diary of Dreams, Mad Jack and the Hatters und ((Johnny Cash: „Thirteen„)) natürlich Kosima and the Blue Cable.

Musik zu hören, die meine Kreativität und meine Träume weckt, ist etwas, das ich getan habe noch bevor ich wirklich Geschichten geschrieben habe. Die Wechselwirkung ist – trotz aller Erfahrung – immer wieder überraschend. Ich bin gespannt, was da noch kommt. ((Garou: „New Years Day“ – während ich die Tags setze 😉 ))

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schreckenbergschreibt: 100

Dies ist der 100. Post in meinem Blog.

Komisch.  Ich dachte, es fühle sich erhabener an, das zu schreiben. 😀 Aber ich finde es sehr schön und passend, dass der 100. Beitrag gleichzeitig ein Post zum Jahreswechsel ist. Denn das ist ja traditionell ein Tag, um Bilanz zu ziehen. Also – welche Bilanz ziehe ich über die  letzten 99 Artikel, die ich im Laufe von fast zwei Jahren hier geschrieben habe?

Mit der Qualität und dem Feedback bin ich ziemlich zufrieden. Klingt nach Eigenlob?  Wenn jemand, der sein Geld als Schriftsteller und Texter verdient, seine Texte alles in allem ziemlich lesenswert findet, dann ist das keine riesige Überraschung. Nicht anders, als wenn ein Architekt auf das fertige Haus schaut und zufrieden feststellt: Es steht gerade und fällt nicht um. Das sollte man erwarten.

Auch die Themen gefallen mir recht gut – ich habe Weniges geschrieben, worüber ich im Nachhinein denke: Das braucht kein Mensch.

Nicht so gut gefällt mir  die Zahl  meiner Leserinnen und Leser, die natürlich in einem direkten Zusammenhang mit meiner Selbstdisziplin steht. Wenn ich, wie im Mai, einen Text zum Thema „Selbstverständnis als Schriftsteller und gesellschaftliche Achtung von künstlerischer Tätigkeit“ raushaue, der plötzlich so oft gelesen wird, wie alle anderen Artikel vorher zusammen, dann wäre es klug, zumindest regelmäßig nachzulegen. Und es  ist ja nicht so, dass ich keine Ideen für Themen hätte. Aber ich habe diesen Blog eben so angelegt, dass er längere Artikel enthält, Betrachtungen zur Schriftstellerei, Buch- und Filmkritiken… und solche Texte neben der alltäglichen Arbeit zu verfassen erfordert eine Menge Disziplin. An der es mir fehlt.

Zeit also, etwas zu ändern:

Damit meine ich nicht den Charakter dieses Blogs. Es soll der Blog eines Schriftstellers bleiben, der außerdem gerne Filme und Serien sieht und anderer Leute Bücher liest. Meine Ansichten zu Themen wie etwa „Kindererziehung“, „Essen“, „Politik“, „Sport“ sind zwar alle für mein Leben sehr wichtig, für Euch aber, mit wenigen schriftstellereibezogenen Ausnahmen, kaum interessant. Also keine Sorge, ich werde Euch nicht mit solchem Zeug vollspamen. 😉

Ich möchte aber öfter posten, Euch mehr mitnehmen und mehr Leser für diesen Blog interessieren. Das kann ich  erreichen, denke ich, indem ich ZWISCHEN die bekannten, langatmigen Betrachtungen kleinere Gedanken und Statusupdates setze – also das, was ich bisher vor allem auf meiner Facebookseite tue. Hat vielleicht den angenehmen Nebeneffekt, dass auch Leute, die aus gutem Grund keinen FB-Account haben, auf dem Laufenden bleiben.

Zunächst aber will ich das Jubiläum ein wenig feiern: Ab morgen werde ich nacheinander (Countdownprinzip)  die 10 meistgelesenen Artikeln aus diesem Blog noch einmal zeigen. Die – aus Eurer Sicht – besten 10 Prozent also. Die eine oder andere Überraschung wird dabei sein, das kann ich versprechen. 😉
Nun aber:

Vielen Dank für Eure Treue, Eure Kommentare, Eure Reblogs, Eure Likes in diesem Jahr und über die ganzen 99 Artikel bis heute. Danke fürs Lesen. Habt einen guten Übergang ins Jahr 2014 und nehmt meine besten Wünsche mit ins neue Jahr!

 

P.S.: Nein, die Weihnachtsgeschichte ist nicht vergessen. Ich habe eine gute Idee für eine Ausgangssituation, muss die  aber noch ausbauen. Leider fallen Inspiration und Zeit zum Arbeiten nicht immer günstig zusammen. Es wird also eine Jahresbeginngeschichte. 😉

 

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schreckenbergschaut: Weihnachtsprogramm Teil 4 – Weihnachtsspecials

Heute noch einmal ein Programmtipp – fiel gestern aus, da ich erst unterwegs war, um beim Medienhändler in der nahen Domstadt einen Gutschein auf den Kopf zu hauen und nachher zu Hause damit beschäftigt war, mir die Früchte des Gutscheins anzusehen. Bis ca. 5 Uhr morgens. Ähem…

Immerhin bin ich noch so weit sozialer Familienmensch geblieben, dass ich nicht alleine geschaut habe: Bei Twin Peaks leistete mir meine ältere Tochter Gesellschaft, bei der ersten Staffel von Breaking Bad meine Liebste. Das sind nun zwei Serien,  die man das ganze Jahr  über schauen kann (und auch mal gesehen haben sollte!), also nichts speziell weihnachtliches. Und da es US-Serien sind, liefern sie auch nicht traditionell das, was ich heute empfehlen möchte, nämlich:

Die Weihnachtsepisoden britischer Fernsehserien

Die eine oder andere deutsche Serie hat diese hübsche Idee auch übernommen, auf der Insel aber sind sie geradezu ein Muss: Die Weihnachtsspecials. Die einzige britische Serie, die ich kenne, die ohne Weihnachtsepisoden auskommt ist Primeval – und es mag sein, dass ich da etwas übersehen habe. Meine Lieblingsweihnachtsepisode ist der Black Adder Christmas Carol, in dem drei etwas dämliche Weihnachtsgeister den milden und wohltätigen Ebenezer Blackadder aus versehen davon überzeugen, ein fieser, zynischer Menschenfeind zu werden (und damit ein echter Blackadder). Ich halte sowieso sehr große Stücke auf die vier Staffeln von „The Black Adder“ (UNBEDINGT IM ORIGINAL ANSEHEN! Die deutschen Fassungen sind erbärmlich und offenbar von den – unterstellten – Erwartungen des Publikums an Mr. Bean Darsteller Rowan Atkinson geleitet.), die Weihnachtsgeschichte ist ein wahrhaft würdiger Vertreter der Serie. Allerdings fällt diese Episode ein wenig aus dem Rahmen anderer Weihnachtsepisoden, etwa der vom neunten auf den zehnten Doctor Who oder zwischen der zweiten und dritten Staffel von Downton Abbey (ich wähle diese beiden exemplarisch, weil ich sie in letzter Zeit gesehen habe, sie sind aber wirklich nur zwei Beispiele für viele). Diese Weihnachtsepisoden widmen sich nicht nur auf besondere Weise der Wheinachtsatmosphäre und den entsprechenden Bräuchen – sie sind auch eine notwendige Klammer zwischen den Staffeln, verknüpfen lose Enden und beantworten Fragen. Und sie sind immer mit viele Liebe gemacht und mit besonderen Ideen gespickt (was selbstverständlich auch auf den Black Adder Christmas Carol zutrifft).

Warum sind diese Episoden für die weihnachtliche Zeit so gut geeignet?

Weil sie exact dafür gemacht sind – und zwar von Leuten, die ihr Handwerk verstehen. Außerdem freuen wir  Serienfans uns ja immer über ein Wiedersehen mit unseren Lieblingsfiguren – und das an einem dunklen Nachmittag, mit Kaffee (bzw. Tee), Gebäck in vor- oder nachweihnachtlicher Stimmung… immer wieder schön.

Noch ein paar Tipps:

Die Weihnachtszeit ist so gut wie vorüber, also werde ich diese kleine Empfehlungsserie hier auch beenden – nicht aber, ohne Euch ein paar weitere Filme / Serienepisoden für den nächsten Dezember zu empfehlen, die bei mir auch immer wieder zum Adventsprogramm gehören:

Nightmare before Christmas
Weihnachten bei den Hoppenstedts
Wir sind keine Engel

Viel Spaß! 🙂

 

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schreckenbergschaut: Weihnachtsprogramm Teil 3 – Hogfather

Da bin ich wieder.  Ja, auch nach Weihnachten geht es weiter mit dem Weihnachtsprogramm, ich hatte ja gesagt, es geht um ein Programm für die Tage rund um das Fest. 😉 Heute stelle ich Euch einen TV Zweiteiler vor – also den idealen Zeitvertreib für einen laaaaangen Nachmittag im Banne der nachfesttäglichen Fressbetäubung:

Terry Pratchett’s Hogfather
(Hogfather)
USA 2006

Drehbuch: Sarah Conroy, Vadim Jean, Terry Pratchett
Regie: Vadim Jean

Die Geschichte…

…spielt auf Terry Pratchetts Discworld. Es ist also alles ein KLEINwenig anders als auf unserer Kugel hier. So zieht dort auch ein Typ im roten Bademantel mit dem Schlitten aus, um zu einem Fest im Winter die Leute zu beschenken. Dort allerdings heißt das Fest Hogswatch, der Schlitten wird von Schweinen gezogen und der Herr im Mantel ist der Hogfather. Und er ist selbstverständlich überaus real – wie auch die Zahnfee oder der TOD, der in der Romanvorlage nur in Großbuchstaben spricht und einspringt, als Hogfather verschwindet und irgendjemand mit Hohoho (bzw. HOHOHO) durch den Kamin kommen muss. Währenddessen macht TODs Enkelin Susan sich daran macht, herauszufinden, wer hinter Hogfathers Verschwinden steht – und warum. Der Film ist eine hübsch getreue Umsetzung des großartigen Romanes von Pratchett (die man sich am besten im Original  ansieht) – und das bedeutet, dass sie einerseits von im besten Sinne irren Einfällen nur so wimmelt (mein Liebling: Der „Oh-God of Hangovers“) andererseits die hinter der Geschichte stehende Grundidee aber sehr intelligent, tief und bedenkenswert ist. Mehr werde ich hier nicht spoilern.

Warum sind diese Filme für die weihnachtliche Zeit so gut geeignet?

Natürlich ist der Hintergrund weihnachtlich – zumindest, wenn man die angelsächsischen Weihnachtsbräuche mit Weihnachtsmann, Rentieren etc. zugrunde legt. Aber da das ja auch hierzulande inzwischen Bildwelten beherrscht, stellt sich die entsprechende Atmosphäre rasch ein. Viel interessanter aber finde ich Pratchetts Konstruktion dieses parallelweltlichen Weihnachtsfestes – Hogswatch eben. Alles so vertraut und doch etwas anders – das macht wirklich Spaß.

 

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