Das Museum Essentieller Artefakte: Goldfischglas

Ein später Eintrag in den Museumskatalog – für schöne Träume. 🙂

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Ausstellungsstück 8976:

Ein Goldfischglas voller Wolken

Beim Objekt handelt es sich um ein Goldfischglas von durchschnittlicher Größe, das aber dennoch über ein eigenes Wettersystem zu verfügt. Statt Wasser – wie man es erwarten würde – wallen dunkle Gewitterwolken bis knapp unter seinen Rand, stets in Bewegung, stets gepeitscht von heftigen Winden aus dem Inneren der Kugel. Je nach Wetterlage ist auch das rauschen von Regen zu hören oder tanzt ein feines Blitzgespinst innen am Glas entlang.

Der Bewohner des Glases ist dafür ein (den Umständen entsprechend) normaler Goldfisch, zumindest soweit wir das beurteilen können. Die meiste Zeit hält er sich tief im Gewittergewühl verborgen, hin und wieder kommt er aber auch an die Oberfläche – besonders gerne an den seltenen Tagen, an denen sich das Wetter beruhigt und im Glas Stille herrscht. Am liebsten scheinen ihm wattig weiche Cummuluswolken, zwischen denen seine orangefarbenen Flossen besonders elegant zur Geltung kommen –…

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schreckenbergschreibt: Quarantänegeschichte Nr. 74 – Der Ruf, Teil 49

Heute erzähle ich Euch, wie der Kampf im Keller weiter geht. Die Spannung steigt (hoffe ich 😀 ). Und… erinnert sich jemand noch an das wiederkehrende Motiv in Philips Träumen?

Der Ruf – Teil 1, Hintergrund, Rechte

Der Ruf – Teil 2 Der Ruf – Teil 3 Der Ruf – Teil 4 Der Ruf – Teil 5

Der Ruf – Teil 6 Der Ruf – Teil 7 Der Ruf – Teil 8 Der Ruf – Teil 9

Der Ruf – Teil 10 (mit Gewinnspiel)

Der Ruf – Teil 11 Der Ruf – Teil 12 Der Ruf – Teil 13 Der Ruf – Teil 14

Der Ruf – Teil 15 Der Ruf – Teil 16 Der Ruf – Teil 17 Der Ruf – Teil 18

Der Ruf – Teil 19 Der Ruf – Teil 20 Der Ruf – Teil 21 Der Ruf – Teil 22

Der Ruf – Teil 23 Der Ruf – Teil 24 Der Ruf – Teil 25 Der Ruf – Teil 26

Der Ruf -Teil 27 Triggerwarnung: Suizid

Der Ruf – Teil 28 Der Ruf – Teil 29 Der Ruf – Teil 30 Der Ruf – Teil 31

Der Ruf – Teil 32 Der Ruf – Teil 33 Der Ruf – Teil 34 Der Ruf – Teil 35

Der Ruf – Teil 36 Der Ruf – Teil 37 Der Ruf – Teil 38 Der Ruf – Teil 39

Der Ruf – Teil 40 Der Ruf – Teil 41 Der Ruf, Teil 42 Der Ruf – Teil 43

Der Ruf – Teil 44 Der Ruf – Teil 45 Der Ruf – Teil 46 Der Ruf – Teil 47

Der Ruf – Teil 48


Der Ruf – Teil 49

Der andere zog sich für einen Moment zurück, eine Sekunde vielleicht. Dann hob das Ding den Kopf, lachend, und Stephan sah, wie der Kehlkopf vor seinen Augen abschwoll. Gleichzeitig verschwanden, die Wunden im Gesicht.

Das konnte er noch nicht. Leider.

Das Wesen stürzte sich auf ihn, wieder, und Stephan wusste, dass es das letzte Mal war. Es gab nur noch eine Chance, eine kleine. Es hing alles davon ab, wie lange er die Kontrolle über den Körper halten konnte. Nachdem Philip gestorben war.

Sie kämpften kurz um die beste Ausgangsposition, dann hatten sie sich gegenseitig die Hände um den Hals gelegt und drückten sich die Blutzufuhr zum Gehirn ab. Stephan wusste, dass er Christophs Körper auf diese Art töten konnte, es gab Zerstörung, die sein Feind nicht heilen konnte. Das Problem war nur, dass er der Schwächere war, dass Philip zuerst sterben würde. Aber er hatte auch den toten Justus noch zur Tür laufen lassen. Vielleicht würde er auch mit Philips Körper durchhalten, bis Christoph ebenfalls tot war.

Irgendwo schrie Philip und flehte um sein Leben. Er schob ihn weg. Es war zu spät. Die Entscheidung war gefallen.

„Nein!“

Schreie von außen, uninteressant, er musste drücken. Durchhalten. Töten.

„Nein, Stephan, bitte, Du bringst ihn um!“

Britt sah auf die beiden Kämpfenden. Sie brachten sich um. Christoph kniete auf Philips Brust und stützte sich mit beiden Händen auf den Hals ihres Liebsten. Stephan, denn sie wusste, dass es nicht Philip war, hatte es geschafft, Christophs Hals mit Philips Händen zu packen. Aber er war der Schwächere und in der schwächeren Position. Er würde sterben.

Sie zwang sich verzweifelt, nicht daran zu denken, dass Philip starb und das dann alles vorbei sein würde. Sie erwog kurz, dazwischen zu gehen, dann sah sie auf Maike, die immer noch bewusstlos unter der Treppe lag. Keine gute Idee. Aber wenn…

Die Weinflasche.

Sie drehte sich herum und krabbelte so schnell ihr Knie es erlaubte in die Ecke. Die verdammte Flasche war hinter das Regal gerollt. Unwillig schob sie die Axt und den Spaten zur Seite.

Die Axt.

Und sie wusste mit einem Mal, was sie tun musste. Nicht die Flasche. Es würde nicht genügen, ihn von Philip wegzuschlagen. Darum war es nie gegangen.

„Nein“, sagte sie, als sie aufstand und den Stiel der rostigen Axt mit beiden Händen ergriff. „Oh nein.“ Sie humpelte zu den beiden Kämpfenden hinüber. Es war ein kurzer Weg.

„Christoph, es tut mir leid“, sagte Britt.

FORTSETZUNG FOLGT

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Das Museum Essentieller Artefakte – Blumenstrauß

Der Duft von Blut und Honig… Heute im Katalog des „Museums Essentieller Artefakte“.

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Ausstellungsstück 7689:

Ein getrockneter Blumenstrauß

Der Strauß stammt an aus dem Blumenladen von Max Banyzky, der 1897 in Wien eröffnet wurde. Während normale Blumenläden Buketts für alle Gelegenheiten anbieten, war das Angebot Banyzkys etwas beschränkter. Er oder sie* verkaufte seine Waren nur an die, die gerade eine schwere Entscheidung getroffen hatten oder denen eine bevorstand.

Leider ist nicht bekannt, zu welchem Anlass der hier ausgestellte Strauß zusammengestellt wurde. Die Blumen haben durch das Trocknen den größten Teil ihrer Farbe verloren, zeigen sich jetzt in zarten Lila- und Elfenbeintönen. Unsere Experten konnten wilde Rosen und Mädesüß identifizieren, die restlichen Blumen gehören keiner der Botanik bekannten Art an.

Der Großteil des Duftes ist verflogen, doch manchmal vermeinen Besucher, noch einen Hauch davon zu erhaschen – sie riechen leicht nach Blut und Honig, nach stiller Entschlossenheit und der Ruhe vor dem Sturm.

*Das Geschlecht des Besitzers ist umstritten, so steht in den Unterlagen…

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schreckenbergschreibt: Quarantänegeschichte Nr. 73 – Der Ruf, Teil 48

Wieder eine kurze Erzählung aus dem „Ruf“. Stephan erkennt seinen Denkfehler:

Der Ruf – Teil 1, Hintergrund, Rechte

Der Ruf – Teil 2 Der Ruf – Teil 3 Der Ruf – Teil 4 Der Ruf – Teil 5

Der Ruf – Teil 6 Der Ruf – Teil 7 Der Ruf – Teil 8 Der Ruf – Teil 9

Der Ruf – Teil 10 (mit Gewinnspiel)

Der Ruf – Teil 11 Der Ruf – Teil 12 Der Ruf – Teil 13 Der Ruf – Teil 14

Der Ruf – Teil 15 Der Ruf – Teil 16 Der Ruf – Teil 17 Der Ruf – Teil 18

Der Ruf – Teil 19 Der Ruf – Teil 20 Der Ruf – Teil 21 Der Ruf – Teil 22

Der Ruf – Teil 23 Der Ruf – Teil 24 Der Ruf – Teil 25 Der Ruf – Teil 26

Der Ruf -Teil 27 Triggerwarnung: Suizid

Der Ruf – Teil 28 Der Ruf – Teil 29 Der Ruf – Teil 30 Der Ruf – Teil 31

Der Ruf – Teil 32 Der Ruf – Teil 33 Der Ruf – Teil 34 Der Ruf – Teil 35

Der Ruf – Teil 36 Der Ruf – Teil 37 Der Ruf – Teil 38 Der Ruf – Teil 39

Der Ruf – Teil 40 Der Ruf – Teil 41 Der Ruf, Teil 42 Der Ruf – Teil 43

Der Ruf – Teil 44 Der Ruf – Teil 45 Der Ruf – Teil 46 Der Ruf – Teil 47


Der Ruf – Teil 48


Gut“, sagte das Ding auf der Treppe und sah in die Runde. Die eine Weibliche war bewusstlos, die anderen starrte ihn an, Augenwasser lief über ihr Gesicht. Schwach. So schwach. Zufriedenheit lag in seinem Blick. „Nur wir beide.“

Das Wesen versuchte noch einmal das Wort, mit dem es Stephan im Wohnzimmer gebannt hatte, aber diesmal konnte Stephan sich schützen. Der breite Mund verzog sich zu einem Grinsen, das die Zähne entblößte.

„Du hast also gelernt. Gut, gut. Ich könnte Dich gehen lassen, weißt Du?“

„Ich werde Dich töten.“

Christophs entstelltes Gesicht lachte, dann wurden die schmalen schwarzen Pupillen plötzlich zu dünnen Strichen und die gelben Augen leuchteten fahl.

„Genug jetzt. Stirb. Zum zweiten Mal!“

Von der Treppe herunter stürzte das Wesen sich auf Stephan, der es gerade noch schaffte, mit Philips Körper auszuweichen. Christophs Körper fiel neben ihm zu Boden, doch mit unmenschlicher Schnelligkeit drehte er sich um, federte wieder auf die Füße und griff an.

Dejá Vu.

Sie kämpften wieder, doch diesmal hatte Stephan es mit einem unwirklich behenden Gegner zu tun und er selbst war nicht mehr in dem Körper, den er bei dem letzten Kampf verloren hatte. Philip wurde hart geschlagen, seine Nase brach, ein Auge schwoll zu und er blutete, aber Stephan spürte die Schmerzen nicht, es waren nicht seine. Und langsam, langsam gewann er mehr Kontrolle über Philips Glieder. Er wusste, dass sein Feind mit ihm spielte, dass dieses alte Wesen ihn unterschätzte. Das war seine Chance.

Er streckte den linken Arm vor. Der nächste Schlag kam, berührte den ausgestreckten Arm. Stephan ließ sich von der Kraft seines Feindes führen, Philip Arm klappte im Ellenbogen ab und die Kraft des Schlages drückte seinen Körper herum. Christophs Faust schlug ins Leere und im nächsten Moment traf Stephan den Kopf des Dings mit einer Reihe schneller, harter Schläge. Christoph prallte zurück und das Ding in ihm war erstaunt, das konnte Stephan sehen. Erstaunt und verärgert. Es sprang ihn frontal an und Stephan landete einen harten, zerstörerischen Treffer in Christophs Kehlkopf.

Dejá Vu.

Er fühlte, wie der Knorpel brach, und mit einem Mal erinnerte er sich voll Entsetzen.

Dejá Vu.

Er hatte es vergessen. Was für ein dummer Fehler. Aber war es nicht lange her? War nicht eine Ewigkeit vergangen, seither?

FORTSETZUNG FOLGT

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Das Museum Essentieller Artefakte – Phönixfeder

Und da ist auch noch der heutige Katalogeintrag. Ich weiß, man sollte diskret darüber weggehen, aber… die Vorstellung ist so lustig. 😀

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Ausstellungsstück 878:

Leicht angesengte Phönxifeder.

Der Phönix ist ein Vogel, der vor allem für seine seltsame Art der Fortpflanzung bekannt ist. Irgendwann spürt er, dass die Zeit reif ist, breitet die Flügel aus zu einem letzen Hussah und geht in lodernde Flammen auf. Verbrennt voll und ganz zu Asche, aus der dann – neu geboren – ein junger Phönix wieder aufersteht.

Hin und wieder allerdings bringt die Art auch ein besonders zimperliches Exemplar hervor. Sobald die ersten Flämmchen seinen Bürzel berühren, beschließt er, dass das alles ein fürchterlicher Fehler war und und stürzt sich sofort in den nächsten Teich. Das Endergebnis ist ein pitschnasser, angekokelter und peinlich berührter Phönix, der einfach nur hofft, dass niemand die ganze Sache beobachtet hat.

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