schreckenbergschreibt: Quarantänegeschichte Nr. 72 – Der Ruf, Teil 47

Heute erzähle ich Euch wieder nur eine ganz kurze Episode aus der langen Geschichte vom „Ruf“. Das erhöht natürlich ungemein die Spannung… 😉


Der Ruf – Teil 1, Hintergrund, Rechte

Der Ruf – Teil 2 Der Ruf – Teil 3 Der Ruf – Teil 4 Der Ruf – Teil 5

Der Ruf – Teil 6 Der Ruf – Teil 7 Der Ruf – Teil 8 Der Ruf – Teil 9

Der Ruf – Teil 10 (mit Gewinnspiel)

Der Ruf – Teil 11 Der Ruf – Teil 12 Der Ruf – Teil 13 Der Ruf – Teil 14

Der Ruf – Teil 15 Der Ruf – Teil 16 Der Ruf – Teil 17 Der Ruf – Teil 18

Der Ruf – Teil 19 Der Ruf – Teil 20 Der Ruf – Teil 21 Der Ruf – Teil 22

Der Ruf – Teil 23 Der Ruf – Teil 24 Der Ruf – Teil 25 Der Ruf – Teil 26

Der Ruf -Teil 27 Triggerwarnung: Suizid

Der Ruf – Teil 28 Der Ruf – Teil 29 Der Ruf – Teil 30 Der Ruf – Teil 31

Der Ruf – Teil 32 Der Ruf – Teil 33 Der Ruf – Teil 34 Der Ruf – Teil 35

Der Ruf – Teil 36 Der Ruf – Teil 37 Der Ruf – Teil 38 Der Ruf – Teil 39

Der Ruf – Teil 40 Der Ruf – Teil 41 Der Ruf, Teil 42 Der Ruf – Teil 43

Der Ruf – Teil 44 Der Ruf – Teil 45 Der Ruf – Teil 46


Der Ruf – Teil 47

Philips Körper bewegte sich ruckartig um die eigene Achse und sah hoch zur Falltür.

Endlich! Endlich!‘

Philip versuchte, sich zu bewegen, irgend etwas zu tun, aber er wusste, dass er nichts tun konnte. Es war, als säße er auf dem Rücksitz eines Autos. Nur, dass dieses Auto er selbst war.

‚Was soll das? Davon war nie die Rede?‘

Vertrau mir.‘

‚Warum sollte ich?‘

Er hörte ein leises Lachen im Nichts, ein Lachen, das er so gut kannte.

Weil ich Dein Freund bin?‘‘

‚Was hast Du vor? Warum sollen Britt und Maike uns nicht helfen?‘

Verstehst Du es immer noch nicht? Sie können uns nicht helfen. Sie verstehen es nicht. Sie würden versuchen, ihn einzufangen und den Feind auszutreiben.‘

‚War das nicht der Plan?‘

Wieder das leise, spöttische Lachen.

Nicht mein Plan! Wir werden ihn töten. Anders wird es nicht herauskommen. Er hat seine Kraft in Christoph gelassen, Philip. Er muss ihn beherrschen und das kostet fast all seine Kraft. Und wenn Christoph tot ist und er ihn verlassen muss, dann verliert er all seine Kraft und ich kann…‘

‚Es ist Christoph, in dem er drinsteckt! Er war dein Freund!‘

Klopf. Klopfklopf.

Diesmal war es energischer und im nächsten Moment flog der Knoten des Seils auf. Stephan schob Philip weg, er hatte keine Zeit mehr zu parlieren. Jetzt würde er kämpfen müssen. Tief, tief in seiner Erinnerung wollte ein Gedanke nach vorne, ein Gefühl, eine Warnung. Er sah sich selbst, die Böschung hinauflaufen, auf den Waldweg und da lag Kat und sie hatte diese schreckliche Wunde. Von der anderen Seite des Sees wehte Musik hinüber und dort lag Kat und es tat weh sie zu sehen. Und dann kam Christoph und sie kämpften und dann…

Die Falltür wurde aufgezogen und Stephan verjagte die Erinnerung. Keine Zeit, es musste zu Ende gebracht werden, so oder so. Er sah die Silhouette seines Feindes und dann waren Christophs Füße auf der Treppe.

Aus Philips Augenwinkeln sah Stephan eine Bewegung, und Maike stürmte heran, mit dem Spatenstiel ausholend. Sie zielte auf die Beine des Wesens auf der Treppe, doch als sie heran war, wischte Stephan sie mit einer Armbewegung weg. Es war ganz einfach, er musste nur seine Kraft konzentrieren. Maike flog krachend in das Weinregal, es stürzte um, Flaschen regneten auf sie herab . Sie blieb bewusstlos unter der Treppe liegen, in einer Lache aus Wein.

FORTSETZUNG FOLGT

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Das Museum Essentieller Artefakte – Porträt einer jungen Frau

Auch heute erzählt uns Sarah wieder ein Bild wie aus einem Traum. Erinnert sich irgendjemand außer mir an die Grube Minroud?

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Ausstellungsstück 8768:

Porträt einer jungen Frau mit Nachtfaltern

Das undatierte Ölgemälde (33x35cm) stellt eine junge Frau dar, die dem Betrachter mit herausforderndem Blick direkt ins Gesicht zu schauen scheint und auf deren Kleidung, Haar und WangenNachtfalter sitzen. Es handelt sich dabei zum größten Teil um Exemplare der GattungDiachrysia chrysitis, auch ‚Messingeule‘ genannt. Die Flügel der Tiere erinnern an alten grauen Samt und sind so kunstvoll ausgeführt, dass man meint, sie berühren zu können.

Hin und wieder löst sich tatsächlich eines der Tiere aus dem Bild und flattert durch das Museum, verwirrt und auf der Suche nach seiner Herrin. Falls Sie eines davon irgendwo in den Ausstellungsräumen entdecken, dann bergen Sie es vorsichtig in den Händen, flüstern ihm zu, dass alles gut wird, und bringen es zum nächsten unserer Wärter. Er oder sie weiß, was zu tun ist.

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schreckenbergschreibt: Quarantänegeschichte Nr. 71 – Der Ruf, Teil 46

Wie vorgestern gesagt: Viel „Ruf“ ist nicht mehr übrig, deshalb muss ich ein wenig strecken und die einzelnen Episoden werden kürzer. Ich hoffe, dass erhöht die Spannung noch ein wenig. 😉

Der Ruf – Teil 1, Hintergrund, Rechte

Der Ruf – Teil 2 Der Ruf – Teil 3 Der Ruf – Teil 4 Der Ruf – Teil 5

Der Ruf – Teil 6 Der Ruf – Teil 7 Der Ruf – Teil 8 Der Ruf – Teil 9

Der Ruf – Teil 10 (mit Gewinnspiel)

Der Ruf – Teil 11 Der Ruf – Teil 12 Der Ruf – Teil 13 Der Ruf – Teil 14

Der Ruf – Teil 15 Der Ruf – Teil 16 Der Ruf – Teil 17 Der Ruf – Teil 18

Der Ruf – Teil 19 Der Ruf – Teil 20 Der Ruf – Teil 21 Der Ruf – Teil 22

Der Ruf – Teil 23 Der Ruf – Teil 24 Der Ruf – Teil 25 Der Ruf – Teil 26

Der Ruf -Teil 27 Triggerwarnung: Suizid

Der Ruf – Teil 28 Der Ruf – Teil 29 Der Ruf – Teil 30 Der Ruf – Teil 31

Der Ruf – Teil 32 Der Ruf – Teil 33 Der Ruf – Teil 34 Der Ruf – Teil 35

Der Ruf – Teil 36 Der Ruf – Teil 37 Der Ruf – Teil 38 Der Ruf – Teil 39

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Der Ruf – Teil 44 Der Ruf – Teil 45


Der Ruf – Teil 46

2

AUSTREIBUNG

Im Flur, gegen 09.15 Uhr

Er hörte die Kellerklappe zufallen und lachte. Dies war ein altes Gesetz: Sie flohen entweder nach oben, ans Licht, oder sie gruben sich ein, flohen in die Löcher, versuchten, sich zu verbergen, sich einen Schutz zu schaffen in der Erde, aus der sie gekommen waren. Diese also waren solche, die sich vergruben. Es würde ihnen nicht helfen. Der ihm gefolgt war, war ein schwacher Geist, eine Existenz voll Rachsucht und ihm selbst in keiner Weise gewachsen. Er würde diesem Geist seinen Wirt nehmen, ihn zu einer Existenz zwischen den Welten verdammen, und damit wäre alles getan.

Die kleinen Diener folgten ihm, kriechend alle, an den Wänden, dem Boden und der Decke, ein lebendiger Teppich. Er würde sie hier als Wache zurücklassen, falls eine der Beute aus dem Loch entkäme. Der Hohepriester ging den Flur bis zum Ende. Bis zu der Falltür unter der Treppe.

Im Keller, gegen 09.15 Uhr

„Wo ist es?“

„Oben. Es kommt durch den Flur. Es muss gleich da sein.“

Maike sah angstvoll zur Falltür. Ja, sie hatten die Tür mit dem Seil gesichert, aber im Ernst glaubte keiner von Ihnen, dass sie es so aufhalten würden.

„Was sollen wir machen?“, fragte Britt. „Ich meine, wenn er… wenn es kommt.“

„Nichts“, sagte Philip bestimmt. „Ihr macht gar nichts. Ich erledige das.“

„Philip!“ Maike schüttelte den Kopf. „Musst Du jetzt mit so ‘ner Macho-Scheiße…“

Philip schenkte ihr einen seltsam leeren Blick. „Ich weiß, was ich tue.“

Oben waren nun Schritte zu hören. Langsam und fest. Dann eine Pause und sie wussten, dass er jetzt genau über ihnen stand. Maike griff nach einem der Spatenstiele. Er sah sehr stabil aus und lag gut in ihrer Hand. Sie stellte sich neben Philip. Britt griff nach einer der Weinflaschen. Philip schob Maike weg.

„Nein“, sagte er und die Stimme, mit der er sprach, ließ Britt erstarren. Die Weinflasche rutschte ihr aus der Hand, fiel auf ihren Fuß, sie merkte es gar nicht, und rollte in eine Ecke neben dem Regal. Maike dagegen wurde wütend.

„Es hat meinen Mann ermordet! Ich werde nicht…“

„Ich sage NEIN!“, donnerte Philip und diesmal merkte es auch Maike. Sie taumelte zurück und als Philip sich umdrehte, sah sie, dass er den Mund beim Sprechen nicht bewegte. Er stand einfach offen und die Stimme kam irgendwo aus seinem Inneren. Britt wich ans Regal zurück, während Maike erstarrte, nicht in der Lage, sich zu rühren.

„Ich mache es auf meine Weise“, sprach die Stimme aus Philip heraus. „Ihr werdet Euch nicht einmischen, was auch geschieht. Was auch immer geschieht!“

‚Es ist nicht Philip‘, dachte Maike. ‚Nicht seine Stimme, ich kenne die Stimme, ich kenne die Stimme, es ist nicht seine Stimme…‘

„Stephan“, flüsterte Britt. „Es ist Stephan. Es ist wie bei Christoph. Philip…“

„Nein“, sprach es aus dem Mann, den sie liebte, „nicht wie Christoph. Er hat mich freiwillig zu sich gelassen, Britt.“

„Nein“, Britt schüttelte den Kopf. „Nein, nein, nein.“

„Du wirst es verstehen“, entgegnete Stephans tote Stimme, „wenn…“

Klopf. Klopfklopf.

FORTSETZUNG FOLGT

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schreckenberschreibt: Quarantänegeschichte Nr. 70 – Der Ruf, Teil 45

Zunächst einmal – da Sarah uns heute eine Abendstimmung aus ihrem Wintergarten geboten hat, möchte ich mich nicht lumpen lassen, und biete eine von unserem Balkon. Dabei muss ich allerdings ein wenig pfuschen, weil der Himmel heute eher unschön aussieht. Vorgestern aber sah er so aus (unretuschiert):

Und damit zum Thema des heutigen Posts – der etwas spät kommt, tut mir leid, ich war den ganzen Tag unterwegs.

Sarahs und meine Quarantänegschichten gehen heute in die 11. Woche. Seit dem 15. März, dem Tag, an dem sie uns verlassen und nach Wien zurückreisen musste, weil die Grenzen sich schlossen, erzählen wir Euch jeden Tag eine Geschichte. Das ist unsere Aufgabe in Zeiten der Krise, als Mitglieder der uralten Zunft der Geschichtenerzähler*innen. Sarah hat mit Geschichten für Kinder begonnen und ist mittlerweise bei ihren (unter Freunden schon lange) sehr beliebten Kalendergeschichten angekommen. Ich habe zunächst Kurzgeschichten erzählt (hier ist eine vollständige Übersicht), um dann damit zu beginnen, meinen Roman „Der Ruf“ in Fortsetzungen zu erzählen. Der Roman ist nun fast zu Ende erzählt, und wie ich gestern schon schrieb, enden auch unsere Quarantänegeschichten bald. Es ist schön, dass Ihr dabei seid, danke dafür. Und jetzt kommt näher. Ich erzähle Euch eine Geschichte:

Der Ruf – Teil 1, Hintergrund, Rechte

Der Ruf – Teil 2 Der Ruf – Teil 3 Der Ruf – Teil 4 Der Ruf – Teil 5

Der Ruf – Teil 6 Der Ruf – Teil 7 Der Ruf – Teil 8 Der Ruf – Teil 9

Der Ruf – Teil 10 (mit Gewinnspiel)

Der Ruf – Teil 11 Der Ruf – Teil 12 Der Ruf – Teil 13 Der Ruf – Teil 14

Der Ruf – Teil 15 Der Ruf – Teil 16 Der Ruf – Teil 17 Der Ruf – Teil 18

Der Ruf – Teil 19 Der Ruf – Teil 20 Der Ruf – Teil 21 Der Ruf – Teil 22

Der Ruf – Teil 23 Der Ruf – Teil 24 Der Ruf – Teil 25 Der Ruf – Teil 26

Der Ruf -Teil 27 Triggerwarnung: Suizid

Der Ruf – Teil 28 Der Ruf – Teil 29 Der Ruf – Teil 30 Der Ruf – Teil 31

Der Ruf – Teil 32 Der Ruf – Teil 33 Der Ruf – Teil 34 Der Ruf – Teil 35

Der Ruf – Teil 36 Der Ruf – Teil 37 Der Ruf – Teil 38 Der Ruf – Teil 39

Der Ruf – Teil 40 Der Ruf – Teil 41 Der Ruf, Teil 42 Der Ruf – Teil 43

Der Ruf – Teil 44

Der Ruf – Teil 45

Im Wohnzimmer, gegen 9.05 Uhr

Philip starrte verwirrt auf das Halbwesen in Christophs Körper, das sich jetzt langsam am Sofa erhob. Vor einer Sekunde noch hatte Stephan durch ihn gesprochen und seinen Körper kontrolliert, während er selbst sich zurückgezogen hatte und ganz Geist geworden war. Es war eine seltsame und höchst beängstigende Erfahrung gewesen, aber er hatte Stephan vertraut und gewartet, was passieren würde. Und dann war Stephan plötzlich wie weggewischt. Das Monstrum da am Sofa hatte ein knackendes Geräusch von sich gegeben, im nächsten Moment hatte er das unangenehme Gefühl gehabt, in einen zu engen Anzug gepresst zu werden und dann war er wieder ganz er selbst. Und er war allein, allein mit diesem Ding. Es drehte ihm Christophs Gesicht zu. Das war das Schrecklichste – trotz allem, was damit geschehen war, war es immer noch klar als Christophs Gesicht zu erkennen.

„Was nun?“, fragte das Ding und lachte wieder keckernd.

Philip war unfähig, sich zu rühren, etwas zu sagen, irgend etwas zu tun. Die gelben Augen wurden schmal.

„Das ist das Ende, Beute.“

Diese Worte lösten etwas in Philip aus. Er sah sich am Bahnhof stehen und auf Stephan warten, er sah Britt, wie sie ihr auf der Straße begegnet waren, sah sich noch einmal den Weg vom Parkplatz zum Haus hinuntergehen, mit Britt und Stephan. Er sah sich am Feuer, Britt in seinem Arm, er sah seine Freunde sterben und sah noch einmal jede Einzelheit ihres Kampfes um das Haus. Das Wohnzimmer, die Expedition in den ersten Stock, der dumme Fehler mit dem Netbook, wie Justus Maike aus dem Bad gerettet hatte, Sabines Tod, Justus und Markus. Das Buch. Sein Blick fand das Buch, das auf dem Boden vor dem Couchtisch lag, einfach nur ein altes Buch ohne Deckel. War es das, was Christoph gesehen hatte, als er es gefunden hatte? Vermutlich. Es verstand, sich zu tarnen.

Und nun – das sollte das Ende sein?

Es gab noch eine winzige Hoffnung, auch wenn Stephan fort war. Philip drehte sich um und rannte.

Er riss die Tür auf und rannte in den Flur, bemerkte am Rande, dass die Insekten immer noch im Schlafzimmer blieben. Er erwartete, jeden Moment die Schritte des Monsters hinter sich zu hören, doch nichts verfolgte ihn als das Gelächter dieses Christoph-Dings. Offensichtlich wusste es, wohin er wollte. Aber es war ein guter Platz um sich zu verteidigen. Er erreichte die Ecke, immer noch verfolgt vom Gelächter des Unmenschlichen.

Philip! Philip!‘

Er wäre fast gestolpert.

„Wo warst Du?“, sagte er laut.

Er hat mich gebannt. Ich verstehe noch nicht viel davon. Tut mir leid.‘

‚Geschenkt‘, erwiderte Philip, wieder nur denkend. Er hatte sich gefangen. ‚Muss ich damit rechnen, dass das nochmal passiert?‘

Nein.‘

Philip hatte die Kellerklappe erreicht, ließ die Verriegelung aufschnappen und riss an der Falltür. Sie öffnete sich vielleicht fünf Zentimeter, dann hielt ein starker Widerstand sie zurück. Philip brüllte in den Spalt.

„Britt! Maike! Ich bin‘s!“

Er hörte Schritte. Offenbar hatte sich das Ding nun doch entschlossen, ihm zu folgen.

„Philip?“ Das war Britt, misstrauisch.

„Ja, macht auf verdammt. Schnell, es kommt!“

Ich kann auch hier oben mit ihm fertig werden.‘

„Einen Scheiß kannst Du“, flüsterte Philip zornig. „Wer weiß, was der noch für Überraschungen auf Lager hat.“ Dann wieder laut.

„Britt! Schnell!“

Von unten kam aufgeregtes Gemurmel.

Du solltest mich nicht unterschätzen!‘

Kälte durchzuckte ihn und rief ihm schmerzhaft ins Bewusstsein, was Stephan wirklich war. Und wo er war.

„Britt! Bitte!“

Ein kurzes Gemurmel, ein schleifendes Geräusch, dann:

„Komm runter. Schnell!“

Er riss an der Tür und diesmal ließ sie sich mühelos öffnen. Philip sprang auf die Treppe, zog die Klappe hinter sich zu und lag schon schwer atmend in Britts Armen. Maike band das Seil wieder fest um die massiven Metallstreben des Geländers. Hier waren sie nun.

In der Falle.

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Das ich so spät reblogge liegt nicht an Sarah, sondern an mir, ich bin heute fast den ganzen Tag unterwegs gewesen. Es ist besonders schön, dann heim zu kehren und so ein poetisches Artefakt vorzufinden. 🙂

Avatar von Sarah WassermairDer Guppy war's und nicht die Lerche

Heute ist der Ruf ein wenig später dran, weil Michael in Familiendingen unterwegs ist. Dafür seh ich grad hier von meinen Fenster aus einen fabelhaft aprikosfarbenen Abendhimmel, den ich euch einfach nicht vorenthalten will:

Aber da ihr vermutlich nicht für meinen Ausblick hier seid… kommen wir zum eigentlichen Tagesgeschäft. Heute im Museum…

Ausstellungsstück 8911:

Eine kleine Glasflasche, handbeschriftet

Die Flasche besteht aus grünem Glas und ist mit einem Wachssiegel verschlossen. Der Inhalt scheint manchmal eine dunkle Flüssigkeit zu sein, manchmal eher gasförmig. Unsere Experten suchen noch nach einem Weg, eine Probe zu entnehmen, ohne das Siegel zu beschädigen.

Die Aufschrift auf dem vergilbtem Etikett ist verblichen, aber immer noch lesbar:

Warme Mittsommernacht, Musik in der Ferne. Etwa 30 Minuten vor Gebrauch in einem geschlossenen Raum dekantieren und ein wenig atmen lassen. Dosierungsangaben genau beachten. Kann zu Euphorie und ungeplanten Begegnungen im Dunkeln führen.“

Die Herkunft des Objekts ist unbekannt…

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